Niels Stolberg: Ermittlungen gegen Ex-Beluga-Chef kurz vor Abschluss

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Die Bremer Staatsanwaltschaft steht kurz vor dem Abschluss ihrer Ermittlungen gegen den Ex-Reeder Niels Stolberg. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE konnte nicht nachgewiesen werden, dass Stolberg den Finanzinvestor Oaktree finanziell geschädigt hat.

Ex-Beluga-Chef Niels Stolberg: Keine Anklage Zur Großansicht
dapd

Ex-Beluga-Chef Niels Stolberg: Keine Anklage

Hamburg - Niels Stolberg galt mit seiner Schwerlastreederei Beluga lange als Star in der deutschen Reedereibranche. Doch spätestens 2011 war es mit dem Ruhm vorbei: Der amerikanische Finanzinvestor Oaktree zeigte Stolberg wegen Betrugs an. Zwei Jahre später könnte dieser Vorwurf abgehakt sein. Die Staatsanwaltschaft Bremen verfolgt das Verfahren nach Informationen von SPIEGEL ONLINE nicht weiter.

Den Informationen zufolge konnten die Ermittler nicht nachweisen, dass Stolberg Oaktree finanziell geschädigt hat. Die "Nordwestzeitung" zitiert die Staatsanwaltschaft Bremen mit den Worten, dass es sich um ein "offenes Geheimnis" handele, dass ein Schaden für den Kläger "schwer zu ermitteln" sei. Am Mittwoch sagte Behördensprecher Frank Passade der Nachrichtenagentur dpa allerdings, dass er eine Einstellung nicht bestätigen könnte. Die Ermittlungsergebnisse würden in Kürze vorliegen.

Ohenhin ist Stolberg nicht aus dem Schneider. Zwei weitere Verfahren gegen den 52-Jährigen laufen noch bei der Staatsanwaltschaft - wegen Kreditbetrugs und wegen Bilanzfälschung. Kreditbetrug und Bilanzfälschung gelten als juristisch leichter nachzuweisen als Betrug.

Dem Ex-Reeder wird laut Staatsanwaltschaft vorgeworfen, zwischen 2006 und 2010 bei Schiffsneubaufinanzierungen die kreditgebenden Banken belogen zu haben. Er soll die Geldinstitute durch bewusst zu hoch angesetzte Investitionskosten hintergangen haben. Dadurch soll er die Kosten um mehr als 93 Millionen Euro in die Höhe getrieben haben. Die Fremdfinanzierungsquote soll auf bis zu 100 Prozent gestiegen sein. Stolberg gab in der Vergangenheit lediglich an, "stets im unternehmerischen Interesse gehandelt" zu haben.

Die Erfolgsgeschichte Stolbergs und seiner von ihm gegründeten und geleiteten Reederei dauerte rund 15 Jahre, dann geriet das Unternehmen in eine Finanzierungskrise. 2010 holte sich Stolberg Oaktree an Bord. Der Finanzinvestor stellte kurz darauf Strafanzeige gegen ihn. Es folgte die Insolvenz und Teilabwicklung der Beluga-Reederei.

Stolberg wollte sich am Dienstag nicht zu den neuen Entwicklungen äußern. Der einstige Star-Reeder lebt heute in Privatinsolvenz und arbeitet als Berater.

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1. schneeball
zberg 20.03.2013
frage ist und bleibt,wohin haben die fondsinitiatoren und schiffbauer die kick backs für den großen meister überwiesen in stuttgart oder münchen hätte der feine herr staatsanwälte mit mehr spürsinn und realwirtschaftskenntnisse am hals. wen will denn stolberg beraten,wenn er sich selbst nur mit krummen geschäften über wasser gehalten hat und überall den wohltäter heraushängen ließ die dreistelligen millionenverluste bleiben am steuerzahler hängen
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