Ex-Deutsche-Bank-Chef: Ackermann und der Sieg der Wahrheit

Josef Ackermann bleibt dabei: In seinen zehn Jahren als Deutsche-Bank-Chef habe er wenig Fehler gemacht. "Die Entwicklung hat mich meistens bestätigt", sagt er. Nun sei ihm wichtig, dass "die Wahrheit siegt".

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dapd

Ex-Vorstandschef Ackermann: "Ich versuche, meine Probleme selbst zu lösen"

München - Kaum ein anderer Unternehmenschef war in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit so umstritten wie Josef Ackermann. Doch aus eigener Sicht hat der Schweizer kaum Fehler gemacht. Das machte er bereits bei seinem letzten Auftritt als Vorstandschef der Deutschen Bank Chart zeigendeutlich.

In einem Interview mit dem "Focus" verteidigte Ackermann nun erneut seine Entscheidungen. Rückblickend halte er diese überwiegend für richtig. "Die Entwicklung hat mich meistens bestätigt."

Nach eigenem Bekunden ist es dem 64-Jährigen wichtig, dass auch andere seine Leistungen erkennen. Er lege Wert darauf, dass die Darstellungen seines Lebenswerks der Realität entsprechen, sagte Ackermann. "Ich möchte, dass die Wahrheit siegt."

In der Finanzkrise hatte Ackermann staatliche Hilfe für die Deutsche Bank abgelehnt und die Griechenland-Sparziele öffentlich infrage gestellt. Besonders umstritten war das von ihm wiederholt postulierte Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent.

Für richtig hält Ackermann auch seine Entscheidung, zuletzt verstärkt die politische Öffentlichkeit zu suchen. "Die letzten, wenn man so will, 'politischen Jahre' waren die wichtigsten in meinem bisherigen Berufsleben", sagte er. "In dieser Zeit konnte ich mehr bewirken als ein reiner Banker. Für die Gesellschaft, aber auch für die Bank und für mich selbst."

"Ich habe mich im Laufe meines Berufslebens diszipliniert", sagte Ackermann. "Ich versuche, meine Probleme selbst zu lösen." Er erkenne jedoch auch die Gefahr, dass sich Manager gegenüber der Außenwelt abschotten: "Man droht abzustumpfen, gewisse Dinge nicht mehr an sich heranzulassen. Die Feinheiten nicht mehr zu spüren, auch emotionale Verletzungen des Gegenüber."

Der Banker bestätigte auf Nachfrage auch ein privates Investment: Er sei Miteigentümer des Berliner Edelrestaurants "Borchardt". Gemeinsam mit Schweizer Freunden habe er einen Immobilienfonds gegründet, sagte Ackermann. Diesem gehöre die Immobilie und das bei Prominenten beliebte Restaurant.

dab/dpa/dapd

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