Ex-Deutsche-Bank-Chef Kopper "Niemand braucht die WestLB"

Erst platzt die Fusion mit der BayernLB, jetzt wird die WestLB auch noch verbal verdroschen: Ein früherer Chef der Deutschen Bank plädiert dafür, das Institut dichtzumachen. "Niemand braucht die WestLB", sagt Hilmar Kopper.

Ex-Deutsche-Bank-Chef Kopper: "Strich drunter und abwickeln"
dpa

Ex-Deutsche-Bank-Chef Kopper: "Strich drunter und abwickeln"


Hamburg - Hilmar Kopper wählt drastische Worte: Er halte die WestLB für überflüssig, sagte der frühere Chef der Deutschen Bank bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Landesbanken. "Niemand braucht die WestLB. Strich drunter und abwickeln."

Er könne kein erfolgversprechendes Geschäftsmodell für das Institut erkennen, nicht einmal in Ansätzen. Das gelte auch für andere Landesbanken, nicht aber für die HSH Nordbank, deren Aufsichtsrat Kopper vorsteht. Die HSH Nordbank sei mit ihren Geschäftsfeldern in der Schiffs- und Transportfinanzierung absolut zukunftsfähig, sagte Kopper. Die HSH selbst hatte zu ihrem Überleben Milliarden-Hilfe benötigt.

Die Verhandlungen für eine Fusion von WestLB und BayernLB waren am Mittag geplatzt. Der Vorstand habe beschlossen, die Fusionsprüfung nicht fortzusetzen, , teilte die BayernLB am Donnerstag in München mit. Die wirtschaftlichen Vorteile eines möglichen Zusammenschlusses gegenüber einer eigenständigen BayernLB stünden in keinem "hinreichend ausgewogenen Verhältnis" zu den Herausforderungen einer Fusion.

Die WestLB bedauerte den Abbruch der Gespräche. Für sie habe sich die Perspektive einer fusionierten Bank auch zu diesem frühen Zeitpunkt als positiv dargestellt, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dietrich Voigtländer. Eine vertiefte Prüfung wäre sinnvoll gewesen.

Nun droht der vor allem vom Bund geforderten Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors ein schwerer Rückschlag. Einst galten die Landesbanken als zuverlässiger Partner der Sparkassen, als Kreditgeber des deutschen Mittelstands. Heute sind sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. In der Krise mussten mehrere der Häuser mit milliardenschweren Staatshilfen am Leben gehalten werden (siehe Fotostrecke links).

Als zuverlässiger Kreditgeber können viele der Landesbanken erst wieder agieren, wenn sie sich strategisch neu ausrichten. Genau das fordert der Bund seit Jahren: Der Plan: Die Häuser sollen fusionieren, am Ende sollen nur zwei bis drei Landesbanken übrig bleiben, und diese sollen nicht mehr für alle Firmengeschäfte und die Strukturpolitik einer Region verantwortlich sein, sondern bundesweit spezielle Finanzierungsgeschäfte übernehmen.

ssu/dpa-AFX



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Riff 04.11.2010
1. Wer braucht Kopper?
Zitat von sysopErst platzt die Fusion mit der BayernLB, jetzt wird sich die WestLB auch noch verbal verdroschen: Ein früherer Chef der Deutschen Bank plädiert dafür, das Institut dichtzumachen. "Niemand braucht die WestLB", sagt Hilmar Kopper. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,727312,00.html
"Der" Kopper: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,655111,00.html wenn wir die WestLB nicht mehr brauchen, brauchen wir dann H.M. und seinen Freund J.N. ?
FennerundStern 04.11.2010
2. Ach, Gott, gibts den auch noch?
Zitat von sysopErst platzt die Fusion mit der BayernLB, jetzt wird sich die WestLB auch noch verbal verdroschen: Ein früherer Chef der Deutschen Bank plädiert dafür, das Institut dichtzumachen. "Niemand braucht die WestLB", sagt Hilmar Kopper. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,727312,00.html
Mein Gott, Kopper, bei der eigenen Bude gehts drunter und drüber und der AR-Chef kriegt nix gebacken, aber auf andere zeigen. Da hätte ich aber eine etwas geschicktere Kommunikationstrategie gerechnet, aber was will man von "Mr. Peanuts" schon erwarten?!?
johndoe2 04.11.2010
3. Hilmar Peinlich
Kopper ist Aufsichtsratchef der HSH. Und ausgerechnet diese Bank soll als einzige ein überzeugendes zukunftsrächtiges Konzept haben? Zufälle gibts ... Ich find' den ach so vornehmen Herrn Kopper nur noch peinlich. Also runner von de Bühn' ...
Riff 04.11.2010
4. Spieglein, Spieglein, an der Wand
---Zitat--- Ex-Deutsche-Bank-Chef Kopper: "Strich drunter und abwickeln"... ---Zitatende--- Hat zufällig jemand notiert, ob K. zufällig vor einem Spiegel stand als er das sagte?
Joerg 04.11.2010
5. ...
Zitat von sysopErst platzt die Fusion mit der BayernLB, jetzt wird sich die WestLB auch noch verbal verdroschen: Ein früherer Chef der Deutschen Bank plädiert dafür, das Institut dichtzumachen. "Niemand braucht die WestLB", sagt Hilmar Kopper. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,727312,00.html
Recht haben sie Herr Kopper, und sie sind schon lange genau so überflüssig.
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