Hamburg/Frankfurt - Der frühere Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Ernst Uhrlau, ist in die freie Wirtschaft gewechselt. Seit Anfang Februar berät er die Deutschen Bank
freiberuflich bei der Analyse globaler Risiken. Ein Sprecher des Instituts bestätigte damit am Sonntag einen Bericht des SPIEGEL.
Nach Informationen des Magazins ist der neue Job mit Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) abgesprochen und von diesem gebilligt worden.
Der 65-jährige Uhrlau war Ende vorigen Jahres mit Erreichen der Pensionsgrenze als Geheimdienstchef verabschiedet worden. Der Sozialdemokrat amtierte sechs Jahre lang als Präsident des Auslandsnachrichtendienstes, er war auch Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung.
Während Uhrlaus Zeit beim BND, hatte der Nachrichtendienst vertrauliche Daten über mutmaßliche Steuersünder angekauft. Prominentestes Opfer der folgenden Ermittlungen war der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel. Dieser wurde 2009 zu einer Million Euro und zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.
Uhrlau ist nicht der erste hochrangige Politik- und Regierungs-Insider, der für die Deutsche Bank tätig wird. 2006 wurde der frühere Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser "Vice Chairman" der Deutsche Bank Group. Er sollte dem Geldinstitut für finanzpolitische, wirtschaftliche und strategische Fragen zur Verfügung stehen. Zuvor war er zwischen 1999 und 2005 Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen.
heb/dapd/dpa
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