Skandal um Milliardenverluste Ex-Banker der Credit Suisse festgenommen

Einen früheren Händler der Schweizer Bank Credit Suisse holt die Finanzkrise ein: Ermittler nahmen den 39-Jährigen in London wegen Betrugsverdachts fest. Der Mann soll 2007 und 2008 an Milliardenverlusten mit Ramschpapieren beteiligt gewesen sein.

Niederlassung der Credit Suisse in Frankfurt am Main: Ärger für Ex-Händler
dapd

Niederlassung der Credit Suisse in Frankfurt am Main: Ärger für Ex-Händler


London - Im Skandal um milliardenschwere Verluste bei der Credit Suisse gibt es einen weiteren Fahndungserfolg. Ermittler nahmen in London einen ehemals ranghohen Wertpapierhändler der Schweizer Bank fest. Ihm droht die Überstellung in die USA. Dort wird ihm Betrug vorgeworfen. Der Mann soll in die Milliardenverluste der Credit Suisse durch Ramschanleihen in der Zeit zwischen 2007 und 2008 verwickelt sein. Die Festnahme hätten Ermittler seit acht Monaten vorbereitet, hieß es.

Der heute 39-Jährige war zu der Zeit der globale Chef der Credit Suisse Chart zeigen für den Handel mit strukturierten Krediten. 2008 hatte Credit Suisse überraschend einen Verlust von 2,85 Milliarden Dollar bei Ramschanleihen gemeldet und eine Gruppe von Händlern dafür verantwortlich gemacht. Diese hätten vorsätzlich Preismanipulationen vorgenommen, hieß es damals bei Credit Suisse. Die Beschuldigten bewerteten demnach Wertpapiere absichtlich zu hoch.

Die Papiere waren mit US-Hypotheken besichert, deren Wert 2007 in den Keller rauschte. Spekulationen mit solchen Papieren gelten als einer der Auslöser für die größte Finanzkrise seit den dreißiger Jahren.

In dieser Sache hatten sich in den USA bereits im Februar zwei andere frühere Händler der Bank schuldig bekannt. Einer von ihnen hatte erklärt, er habe - wie auch andere Händler - beim Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes Manipulationen vorgenommen.

Als Begründung gab der Mann damals an, er habe einen höheren Bonus kassieren und vor seiner Chefin gut dastehen wollen. Der zweite Beschuldigte erklärte damals, er habe zwar gewusst, dass er falsch handle. Er habe es auf Wunsch seiner Chefs dennoch gemacht. Allein bei diesen beiden Männern soll es um Geschäfte im Wert von einer halben Milliarde Dollar gehen.

Credit Suisse kommt nicht aus den Schlagzeilen

Das Verfahren gegen die früheren Credit-Suisse-Mitarbeiter gilt als einer der größten Erfolge der US-Strafverfolger, da sie Mitarbeitern einer großen Bank eine Beteiligung am Zusammenbruch des US-Hypothekenmarkts nachweisen konnten.

Das Verfahren um die Ramschpapiere richtet sich nicht gegen die Credit Suisse selbst. Doch auch die Bank stand in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen. In den USA nahmen Behörden ein riskantes Finanzprodukt des Instituts unter die Lupe. Auch ist die Credit Suisse in den Steuerstreit zwischen Deutschland und der Schweiz involviert.

mmq/Reuters



insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
psger65 27.09.2012
1. ..und die verantwortlichen Politiker
Vielleicht einmal mit denen beginnen, die diese hirnlosen Kredite aus politischen Gründen gefördert haben. Da diese aber schon trotz Kriegsverbrechen nicht belangt wird, haben sie auch jetzt nichts zu befürchten.
jetlag chinaski 27.09.2012
2. bin mir natürlich nicht 100prozentig sicher,
aber ich glaube im knast sind die jungs ganz gut aufgehoben. können ja dann mit dem geld der korrupten gefängnisschefs spekulieren(siehe shawshank redemption)
alpenkraut 27.09.2012
3.
Zitat von sysopdapdEinen früheren Händler der Schweizer Bank Credit Suisse holt die Finanzkrise ein: Ermittler nahmen den 39-Jährigen in London wegen Betrugsverdachts fest. Der Mann soll 2007 und 2008 an Milliardenverlusten mit Ramschpapieren beteiligt gewesen sein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ex-haendler-der-credit-suisse-wegen-betrugsverdacht-verhaftet-a-858230.html
Das muss hart für die Bank sein... Gott sei Dank gibt es einen Schuldigen.
deus-Lo-vult 27.09.2012
4. ...
Zitat von sysopdapdEinen früheren Händler der Schweizer Bank Credit Suisse holt die Finanzkrise ein: Ermittler nahmen den 39-Jährigen in London wegen Betrugsverdachts fest. Der Mann soll 2007 und 2008 an Milliardenverlusten mit Ramschpapieren beteiligt gewesen sein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ex-haendler-der-credit-suisse-wegen-betrugsverdacht-verhaftet-a-858230.html
Und diesem Banker folgen hoffentlich noch viele andere!
Nörgelkopf 27.09.2012
5. Na, dann baut mal noch ein paar Supergefängnisse,
da müssten doch noch einige Bänker in den Knast. Oben anfangen, der Fisch stinkt vom Kopf her.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.