"Wal von London": Ex-JP-Morgan-Händler soll ungeschoren davonkommen

Er hat seinem Arbeitgeber einen Milliardenverlust eingebrockt - dennoch muss ein ehemaliger Händler der US-Großbank JP Morgan offenbar nicht vor Gericht. Laut "Wall Street Journal" steht der als "Wal von London" bekannt gewordene Mann nicht mehr im Fokus der Ermittler.

JP-Morgan-Zentrale in New York: Riskante Wetten Zur Großansicht
REUTERS

JP-Morgan-Zentrale in New York: Riskante Wetten

Washington - Der ehemalige JP-Morgan-Händler Bruno Iksil kommt wohl ungeschoren davon. Laut "Wall Street Journal Deutschland" wird sich der als "Wal von London" bekannt gewordene Händler wohl nicht vor Gericht verantworten müssen. Seine riskanten Wetten hatten der US-Großbank einen Milliardenverlust beschert. Die Nachrichtenseite beruft sich auf mehrere namentlich nicht genannte Personen, die mit den Vorgängen vertraut seien.

Demnach ermittle das US-Justizministerium, ob die in den Skandal verwickelten Händler ihre Positionen wissentlich falsch bewertet haben, um das Ausmaß der Verluste zu verschleiern. Iksil stehe aber nicht mehr im Zentrum der Ermittlungen.

Fehlgeleitete Wetten auf Derivate haben JP Morgan 2012 einen Verlust von mehr als sechs Milliarden Dollar eingebrockt. Iksil soll für das Geldhaus große Mengen versicherungsähnlicher Produkte wie Kreditausfallversicherungen (CDS) gekauft und weiterverkauft haben. Laut "Wall Street Journal" im falschen Moment: Er spekulierte offenbar auf sinkende Preise, dann gingen sie nach oben.

Er soll aber später versucht haben, seine Chefs zu warnen: So habe er die aufgebauten Positionen in einem Gespräch als "mehr und mehr monströs" bezeichnet, zitiert WSJ.de aus einem Untersuchungsbericht des US-Senats. In einer E-Mail an seinen damaligen Chef habe er das Ausmaß der Geschäfte als "beängstigend" beschrieben.

cte

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Tya...
susuki 09.08.2013
Wäre der Markt nach unten gegangen, wäre er als Finanzgenie in die Geschichte eingegangen. Aber was sollte an dämlichen Zocken illegal sein?
2.
renee gelduin 09.08.2013
1 Jahr später: Und heute?: ...
3. JPMorgan...
nichtsoschnell 10.08.2013
...ist in eine immer länger werdende Liste von Skandalen verstrickt, siehe z. Bsp. Matt Taibbi: Chase to Pay Another Massive Settlement | Matt Taibbi | Rolling Stone (http://www.rollingstone.com/politics/blogs/taibblog/chase-once-considered-the-good-bank-is-about-to-pay-another-massive-settlement-20130718?utm_source=dailynewsletter&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter) - aber wie so oft bei den Bankstern kommen die grossen Fische davon.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema JP Morgan Chase
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 3 Kommentare