Skandal um HGAA-Kauf Ex-Vorständen der BayernLB droht Prozess

Es scheint ernst zu werden für die Ex-Manager der BayernLB. Nach SPIEGEL-Informationen ist ein Prozess wegen Untreue wahrscheinlicher geworden. Die Staatsanwaltschaft wirft den Vorständen vor, die österreichische Hypo Group Alpe Adria überteuert gekauft zu haben.

Zentrale der BayernLB: Zulassung der Anklage wahrscheinlich
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Zentrale der BayernLB: Zulassung der Anklage wahrscheinlich


München - Im Milliardenskandal um den Kauf der Kärntner Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die BayernLB kommt es demnächst wohl doch noch zu einem Strafprozess. Die Staatsanwaltschaft wirft Ex-Bankchef Werner Schmidt und sieben früheren Vorständen in ihrer Anklageschrift unter anderem Untreue vor, weil sie 2007 Anteile an dem maroden Institut überteuert gekauft haben sollen. Die Ex-Manager bestreiten die Vorwürfe.

Lange sah es so aus, als ginge in der Sache nichts voran. Nun spitzt sich die Lage für die acht Beschuldigten zu. Das ergibt sich aus einem Entscheid des Münchner Oberlandesgerichts (OLG) vom 19. Oktober in einem anderen Verfahren. Auslöser war ein Haftprüfungsantrag, den die Anwälte des unter anderem wegen Bestechlichkeit und Untreue verurteilten Ex-BayernLB-Vorstands Gerhard Gribkowsky im September gestellt hatten. Auch er gehört zu den Beschuldigten im HGAA-Komplex.

Der Antrag wurde abgelehnt - mit Verweis auf das anhängige Strafverfahren zum Erwerb der Kärntner Bank im Mai 2007 und auf angebliche Fluchtgefahr. Nach Einsicht in die Unterlagen zu dem HGAA-Verfahren kommen die OLG-Juristen zu dem Schluss, dass "die Zulassung" der bereits im Mai 2011 erhobenen Anklage wegen Untreue "wahrscheinlich" sei. Das gehe aus einem von der zuständigen Kammer eingeholten Gutachten hervor. Dieses Dokument stütze "die der Anklage zugrunde liegende Annahme eines überteuerten Ankaufs der HGAA-Anteile".

dde

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