Export Deutschland verkauft weniger in die USA

Die Exporte in die USA gehen zurück - dafür handeln deutsche Firmen mehr mit EU-Partnern. Auch das Russland-Geschäft zieht deutlich an.

Containerschiff im Hafen von Hamburg
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Containerschiff im Hafen von Hamburg


Die Bedeutung des europäischen Binnenmarkts für die deutsche Wirtschaft ist enorm - und sie hat im vergangenen Jahr noch weiter zugenommen. Der deutsche Außenhandel mit Ländern der Europäischen Union (EU) ist 2016 gewachsen. Der Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika war hingegen rückläufig.

In EU-Mitgliedstaaten exportierte die Bundesrepublik 2016 laut Statistischem Bundesamt Waren im Wert von 707,7 Milliarden Euro. Das waren rund 2,2 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr (692,5 Milliarden Euro). Etwas schwächer legten auch die Einfuhren nach Deutschland aus EU-Staaten zu. Sie wuchsen um 1,6 Prozent auf 552,2 Milliarden Euro (2015: 543,3 Milliarden Euro).

Wichtigster EU-Handelspartner für die Bundesrepublik war 2016 Frankreich. In das Nachbarland gingen Exporte im Wert von rund 101,3 Milliarden Euro. Dem standen Importe aus Frankreich in Höhe von 65,7 Milliarden Euro gegenüber. Auf Platz zwei steht Großbritannien mit deutschen Exporten im Wert von 86,1 Milliarden Euro und Importen von 35,6 Milliarden Euro. Mit keinem anderen Land hat die Bundesrepublik einen solch hohen Exportüberschuss. Ökonomen warnen daher angesichts des angekündigten EU-Austritts von Großbritannien vor Folgen für die deutsche Wirtschaft.

Die Zahlen unterstreichen insgesamt die Bedeutung der Europäischen Union für Deutschland im weltweiten Handel. Der deutsche Warenaustausch mit den USA war im vergangenen Jahr geschrumpft. Hier standen Exporte im Wert von 106,9 Milliarden Euro sowie Importe von 57,9 Milliarden Euro zu Buche.

Besser als zuletzt entwickelte sich dagegen das Russland-Geschäft deutscher Unternehmen. Nach Angaben der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) ist der Warenverkehr - trotz Sanktionen - in den ersten Monaten dieses Jahres zwischen beiden Ländern um 37 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro gestiegen. Grund sind unter anderem höhere Preise für Energieträger wie Öl und Gas (mehr zum Thema: Das steckt wirklich hinter der deutsch-russischen Flaute).

beb/dpa



insgesamt 22 Beiträge
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gruenertee 05.05.2017
1.
Gehälter erhöhen, Steuern senken, Mittelstand entlasten, Kindern fördern... und dann wir das auch wieder mit dem Binnenmarkt.
Ein_denkender_Querulant 05.05.2017
2. Kein angenehmer Kunde
Das Risiko mit Geschäften in den USA ist viel zu groß. Es herrscht relativ große Willkür, denke ich an Millionen Strafen an Audi, weil der typische Amerikaner nicht in der Lage ist, Gas- und Bremspedal zu unterscheiden. Wenn auf meinem Mixer nicht steht, dass Kontakt zu Haaren lebensgefährlich werden kann, kann es ebenso extrem teuer werden, etc. Es ist schon lange kein Markt mehr mit sinnvollen Strafen, sondern nichts weiter als eine Bereicherungsmaschine für Anwälte und Verbraucher. Seit Stella Liebecks Schadensersatz Prozess sollte jeder Exporteur sehr vorsichtig geworden sein.
Ostseeland 05.05.2017
3. Ich bin soo Stolz!
Wenn ich das richtig gelesen und verstanden habe exportieren wir mehr als das Doppelte als zu importieren und das mit unseren wichtigsten Handelspartnern? Wer findet den Fehler? In einer gesunden Wirtschaft halten sich Exporte und Importe die Waage. Wieviel der Exporterlöse in die EU kommen eigentlich direkt auf das target 2? Also Käufe auf Pump? Ich verstehe die Kritik unserer Handelspartner vollkommen und wenn wir das Ungleichgewicht nicht ändern und unsere Löhne sofort so erhöhen, dass auch andere Produkte aus anderen Ländern eine Chance auf unserem Markt haben. Die Standandarte des Exportweltmeisters vor sich her zu tragen ist sehr sehr kurzsichtig.
dasdondel 05.05.2017
4. Geld ist Betrug
---Zitat--- Hier standen Exporte im Wert von 106,9 Milliarden Euro sowie Importe von 57,9 Milliarden Euro zu Buche. ---Zitatende--- Was bedeutet, das wir um knapp 50Milliarden Euro betrogen wurden. Denn womit bezahlen die Amis ? Die Amis haben keine Waren mit denen sie bezahlen könnten. Sie zahlen mit Dollars, und die werden einfach nur in grossen Mengen "gedruckt", ohne, das ihnen ein Realwert entspricht. Die gängige Ausrede : "wir können mit den Dollars einkaufen" ist eine Lüge - denn wenn wir könnten, täten wir ja und es gäbe kein Handelsungleichgewicht.
Spiegelleserin57 05.05.2017
5. wo ist das Problem?
es gibt noch viele anderre Staaten die gerne unsere Produkte kaufen, auch der Absatz in den asiatischen Ländern geht voran. Wir sind nicht auf den Export in die Staaten angwiesen.
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