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Folgen der Sanktionen: Deutsche Exporte nach Russland brechen ein

Container im Hafen von Sankt Petersburg: Weniger Ausfuhren nach Russland Zur Großansicht
Bloomberg via Getty Images

Container im Hafen von Sankt Petersburg: Weniger Ausfuhren nach Russland

Die Sanktionen der EU gegen Russland schlagen sich in der deutschen Handelsbilanz nieder. Die Ausfuhren in das Land brachen im August um mehr als ein Viertel ein. Im Ranking der Exportkunden rutscht Russland ab.

Wiesbaden - Deutsche Exportfirmen bekommen den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine deutlich zu spüren. Denn die Sanktionen der EU schlagen sich auch auf die Ausfuhren nach Russland nieder. Die Exporte in das Land brachen im August im Vergleich zum Vorjahr um 26,3 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro ein, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit 2009. Die Sanktionen traten ab August in Kraft.

In den ersten acht Monaten wurden Waren im Wert von 20,3 Milliarden nach Russland ausgeführt, das war ein Minus von vier Milliarden (16,6 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr.

Wichtigste Exportgüter für Russland in den ersten acht Monaten dieses Jahres waren Maschinen mit einem Anteil von 22,6 Prozent, gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (19 Prozent) sowie chemischen Erzeugnissen (10 Prozent). Der Exportrückgang fiel bei Fahrzeugen mit 27,3 Prozent am stärksten aus. Bei Maschinen schlägt ein Minus von 17,2 zu Buche, bei Chemieprodukten von 5,9 Prozent.

Auf der Liste der wichtigsten Empfängerländer für Produkte aus Deutschland rutschte Russland binnen eines Jahres von Rang elf auf Rang 13 ab. Wegen der schwachen Konjunktur waren die Ausfuhren nach Russland bereits 2013 um 5,2 Prozent gefallen, nachdem sie in den Jahren zuvor um bis zu knapp 31 Prozent jährlich gestiegen waren.

Die EU und die USA haben ihre Sanktionen gegen Russland wegen des Vorgehens in der Ukraine im Sommer verschärft. Betroffen sind beispielsweise Finanzgeschäfte, Rüstungsgüter und Hochtechnologiegeräte.

Nicht nur die deutschen Exporte nach Russland sind zurückgegangen. Die gesamten Ausfuhren sind im August eingebrochen, wie das Statistikamt bereits vermeldet hatte. Die Exporte sanken im August um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die Unternehmen verkauften im August Waren im Originalwert von 84,1 Milliarden Euro ins Ausland. Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres bedeutet dies ein Minus von 1,0 Prozent. Noch im Juli hatten die deutschen Exporte erstmals die 100-Milliarden-Euro-Marke geknackt.

mmq/dpa/Reuters

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1. Wenn man die Brücken
leser75 29.10.2014
abbricht, darf man sich nicht wundern, dass man seine Ware nun mit kleinen Bötchen transportieren muß.
2. Nicht jammern!
klugscheißer2011 29.10.2014
Nicht jammern! Es war doch alles so gewollt von usnerer tollen Bundesregierung. Es dauert ja nicht mehr lange und dann haben wir das schöne Freihandelsabkommen mit den USA. Dann floriert wenigstens der Übersee-Handel richtig. Und wenn man was schief geht, ein US-Untermehmen Einbußen hat wegen höhrerer Verbraucherstandards hierzulande dann verklagt es den Staat vor einem Schiedsgericht, das aus drei korrupten Anwälten besteht, und wir Steuerzahler übernehmen die Rechnung. Das ist doch allemal besser als mit den bösen Russen Handel zu treiben. Ich freue mich schon auf die Bereicherung meiner Speisekarte mit Gerichten wie "Chlorhähnchen auf Genmais und Quecksilber-Shrimps"
3. Handelsbbilanz(en)
sternfalke77 29.10.2014
So kann man natürlich den auf Dauer volkswirtschaftlich schädigenden Exportüberschuß auch reduzieren. Mann müsste jedoch Zeitgleich die Konjunktur des Binnenmarktes anheizen. Das beinhaltete mehr als nur moderate Lohnerhöhungen. Ist man nun endlich dazu bereit ? DANN hätten die Sanktionen durchaus einen Nutzen für die Arbeitnehmer hierzulande.
4. Das kommt von der US Hörigkeit
redwed11 29.10.2014
Es ist doch kein Wunder, wenn die Exporte nach Russland wegbrechen. Wer in hündischer Ergebenheit diese von den USA vorgegebenen Sanktionen befolgt, muss sich nicht wundern, wenn auch der Export einbricht. Oder haben hier die in alter Manier nach Sanktionen schreienden "Kalten Krieger" gedacht, das Ganze geht ohne wirtschaftliche Nachteile für dieses Land aus? Nur ein Land hat davon keinerlei Nachteile, da deren Handel mit Russland gleich Null ist. Das sind die USA. Wir haben die Nachteile auszubaden für die Weltherrschaftsfantasien der US Regierung und die antirussische Grundhaltung der USA.
5. Surprise, Surprise!
ente_in_filzlatschen 29.10.2014
Das die Exporte nach Russland aufgrund der Sanktionen einbrechen würden, war ja wohl nicht anders zu erwarten. Wer Sanktionen will, muss mit dem Kollateralschaden leben. Wer keine will, muss mit den Entscheidungen nun auch leben. Abgesehen davon hat Russland keinen entscheidenden Einfluss auf das Wirtschaftsergebnis Deutschlands. Also ganz geschmeidig bleiben. Es ist einfach, wie es ist. Notfalls eben beim "nächsten Mal" einfach eine andere Regierung wählen und auf bessere Zeiten hoffen - vielleicht hilft es.
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