Außenhandel im Juni Deutsche Exporte mit stärkstem Minus seit 2015

Dämpfer für den deutschen Außenhandel: Die Exporte sind im Juni überraschend deutlich gesunken. Experten hatten mit einem Plus gerechnet.

Containerschiff im Hamburger Hafen
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Containerschiff im Hamburger Hafen


Der deutsche Außenhandel hat im Monatsvergleich einen deutlichen Dämpfer verzeichnet. Im Juni seien die Exporte im Vergleich zum Mai saisonbereinigt um 2,8 Prozent gefallen, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Beobachter hatten hingegen einen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich lagen die Exporte allerdings immer noch mit 0,7 Prozent leicht höher als im Juni 2016.

Insgesamt exportierte die Bundesrepublik im Juni 2017 Waren im Wert von 107,2 Milliarden Euro. Im Mai waren es 110,7 Milliarden Euro gewesen. Gleichzeitig enttäuschten auch die Importe. Laut statistischem Bundesamt brachen die Einfuhren im Juni im Vergleich zum Vormonat um 4,5 Prozent auf 84,9 Milliarden Euro ein. Volkswirte hatten auch hier einen leichten Anstieg um 0,2 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich zum Juni des Vorjahrs stiegen die Importe allerdings um 3,6 Prozent.

Unterm Strich ergibt sich für Juni ein Überschuss in der deutschen Handelsbilanz von bereinigt 21,2 Milliarden Euro. Bei der Leistungsbilanz meldete das Bundesamt einen Überschuss von 23,6 Milliarden Euro.

Trotz des schwachen Juni liegt Deutschlands Außenhandel im ersten Halbjahr 2017 insgesamt noch im Plus. Grund sind die guten Monate bis einschließlich Mai. Die Unternehmen lieferten Waren im Gesamtwert von 638,4 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 6,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Deutschland steht wegen der vergleichsweise hohen Überschüsse in der internationalen Kritik. Vor allem US-Präsident Donald Trump hatte scharfe Vorwürfe formuliert.

beb/dpa/Reuters

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insgesamt 24 Beiträge
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crazy_swayze 08.08.2017
1.
Könnte evtl. an den Pfingstferien liegen.
abrigal 08.08.2017
2. Des Kaisers neue Kleider
Experten sahen das wohl eher aus einer verdieselten Sicht . Als Folge der Unantastbarkeit der deutschen Autoindustrie befuerchte ich, dass das der Anfang war . Der Software Abgleich belustigt eher im Ausland , wenn nicht der Diesel auch durch die Glorifizierung der letzten Jahre durch die deutsche Regierung und EU, auf kriminielle Weise so grossen Schaden in der Umwelt und an der Gesundheit der Menschen angerichtet haette.
s-n-a-f-u 08.08.2017
3.
Zitat von crazy_swayzeKönnte evtl. an den Pfingstferien liegen.
Gab's die nicht auch schon im letzten Jahr? Da lag das Plus noch bei 7,7 Prozent.
Jota.Nu 08.08.2017
4. SPON, bitte!
Wirtschaftsleistungen unterjährig zu bewerten ist schwachsinnig! Hier müssen IMMER Periodenvergleiche her. Ein Vergleich von einzelnen aufeinander folgenden Monaten dient nur einer reißerischen Schlagzeile und zeugt vom totalen Unverständnis über konjunkturelle Abläufe des Autors. Bitte hören Sie auf immer nur die an den Haaren herbeigezogenen Negativ-Schlagzeilen zu drücken oder sitzen in der Ferienzeit nur depressive Redakteure in Hamburg rum... Das gilt auch für andere Ressorts... ------- Nun, der Rückgang ist größer als allgemein erwartet, deshalb berichten wir drüber. Den Periodenvergleich haben wir drin. Aber herzlichen Dank für Ihre Einschätzung der unserer Arbeit! MfG Redaktion Forum
crazy_swayze 08.08.2017
5.
Zitat von s-n-a-f-uGab's die nicht auch schon im letzten Jahr? Da lag das Plus noch bei 7,7 Prozent.
Da fiel Pfingsten noch in den Mai. Mit Pfingstmontag und Fronleichnam konnte man dieses Jahr sehr lange Urlaub haben im Juni, ohne viele Urlaubstage zu verbrauchen. Wenn die Belegschaft nicht da ist, kann man auch schlecht Umsatz machen. Natürlich hat auch der Dieselgate einen hohen Anteil am Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings wäre ohne die Urlaubsthematik wohl wieder das Vorjahr erreicht worden, so meine Vermutung.
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