Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Rex Tillerson: Exxon-Chef wehrt sich gegen Fracking nahe seinem Wohnhaus

Fracking? Ja! Aber bitte nicht vor der eigenen Haustür: Kaum ein Konzern trommelt so sehr für die Gasfördermethode Fracking wie ExxonMobil. Der Enthusiasmus von Konzernchef Rex Tillerson endet jedoch, wenn sein eigenes Anwesen betroffen ist.

ExxonMobil-Chef Tillerson: Sorgt sich um Wert seines Grundstücks Zur Großansicht
AP

ExxonMobil-Chef Tillerson: Sorgt sich um Wert seines Grundstücks

Hamburg - ExxonMobil-Chef Rex Tillerson liebt die ländliche Beschaulichkeit seines Wohnortes Bartonville, etwa 50 Kilometer außerhalb der texanischen Ölmetropole Dallas. Der 61-jährige Tillerson und seine Frau besitzen dort nach Angaben des "Wall Street Journal" eine etwa 33 Hektar große Pferderanch und wohnen auf einem etwa 73.000 Quadratmeter großen Grundstück.

Doch seit einiger Zeit gerät die Idylle in Gefahr. Schon länger suchen Öl- und Gasfirmen - darunter Exxon-Tochter XTO Chart zeigen - nach Rohstoffen in der Gegend und setzen dabei auf die umstrittene Fördermethode Fracking. Dabei werden Wasser, Sand und Chemikalien in den Untergrund gepresst, um die Brennstoffe zu extrahieren. Umweltschützer warnen vor Gefahren für das Grundwasser.

Obwohl ExxonMobil mit diesem Geschäft selbst Milliardenumsätze macht und weltweit für die Fördermethode trommelt, sieht Tillerson das Treiben nahe seinem Hause skeptisch, berichtet die US-Zeitung. Konkret stören sich seine Mitstreiter und er an einem 49 Meter hohen Wasserturm, aus dem die Förderunternehmen vor Ort Nachschub beziehen.

Exxon hat vergleichsweise wenig Freude am Fracking

Die Anwohner fürchten demnach Lärmbelästigung und Gefahren durch Lastwagen, die große Mengen Wasser zu den Fördertürmen bringen. Nach Angaben seines Anwalts sorgt sich Tillerson vor allem um den Wert seines Grundstücks.

Der Exxon-Chef selbst besuchte dem "Wall Street Journal" zufolge eine Stadtratssitzung, um mit anderen Grundstücksbesitzern seinen Unmut kundzutun. Tillerson stellte auf der Sitzung vor allem die Rechte des Wasserversorgers in Frage, den Turm zu bauen und somit Immobilienbesitzern zu schaden.

Der Versorger besteht auf dem Turm. Er sei erforderlich, um den wachsenden Bedarf nach Süßwasser zu decken.

ExxonMobil Chart zeigen ist Ende 2009 groß ins Geschäft mit Schiefergas eingestiegen, das mit der Fracking-Methode gefördert wird. Zu diesem Zweck übernahm Exxon den Konkurrenten XTO Energy für 25 Milliarden Dollar. Da der Gaspreis in der Folge stark einbrach, belastet die Akquisition die Exxon-Bilanz.

nis/mmo

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 107 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Kann man nicht mehr ins Lächerliche ziehen
energyturnaround 26.02.2014
Comedians und Satiriker tun mir echt leid. Wie soll man das noch toppen? Dass der Marlboro CEO seine Firma wegen Gesundheitsschäden, die durchs Rauchen verursacht wurden, verklagt? Man kann das eigentlich nicht mehr ins Lächerliche ziehen, weil es schon sooo tief drin ist. Unglaublich!
2. Chefsache
pförtner 26.02.2014
Zitat von sysopAPFracking? Ja! Aber bitte nicht vor der eigenen Haustür: Kaum ein Konzern trommelt so sehr für die Gasfördermethode Fracking wie Exxon Mobil. Der Enthusiasmus von Konzernchef Rex Tillerson endet jedoch, wenn sein eigenes Anwesen betroffen ist. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/exxon-chef-rex-tillerson-will-kein-fracking-nahe-seinem-wohnhaus-a-955818.html
Na Klar, der kennt sich aus und weiss was ihn erwartet. Er sollte als Vorbild für die Unschädlichkeit von Fracking vorangehen.
3. Wer geglaubt hat,
Kassandro5000 26.02.2014
Tillerson wolle das aus Grundwasserschutzgruenden nicht, sieht sich bitter enttaeuscht. Die hiesigen Energiewende-Stromtrassengegner werden ihn sicher gut verstehen.
4. Mit Verlaub
gog-magog 26.02.2014
Zitat von sysopAPFracking? Ja! Aber bitte nicht vor der eigenen Haustür: Kaum ein Konzern trommelt so sehr für die Gasfördermethode Fracking wie Exxon Mobil. Der Enthusiasmus von Konzernchef Rex Tillerson endet jedoch, wenn sein eigenes Anwesen betroffen ist. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/exxon-chef-rex-tillerson-will-kein-fracking-nahe-seinem-wohnhaus-a-955818.html
was muss man für ein A...loch sein, mit aller Lobbyistenmacht für Fracking einzutreten, die Gefahren herunterzuspielen und dann, wenn es um das eigene Hab und Gut geht, die eigene Machtpolitik zu verraten? Klar ist nur eines: Fracking ist eines der größten Umweltverbrechen in der Geschichte der Menschheit.
5. Fracking ist sicher!
Na Sigoreng 26.02.2014
... nur nicht vor der eigenen Haustür.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: