Nach EZB-Entscheid Dax beflügelt, Euro stürzt auf Elf-Jahres-Tief

Die Entscheidung der EZB, in großem Stil Anleihen zu kaufen, zeigt Wirkung: Während Experten in Deutschland Kritik üben, gehen Investoren an den Aktienmärkten auf Einkaufstour. Der Euro hingegen verliert drastisch an Wert.

Dax-Kurve am Tag der EZB-Entscheidung: Historischer Höchststand
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Dax-Kurve am Tag der EZB-Entscheidung: Historischer Höchststand


Frankfurt am Main - Der Euro ist am Donnerstag stark unter Druck geraten. Nachdem die Europäische Zentralbank bekannt gegeben hatte, Anleihen im Wert von gut 1,1 Billionen Euro zu kaufen, fiel die Gemeinschaftswährung um etwa zwei Cent auf bis zu 1,1404 Dollar Chart zeigen. Das ist der tiefste Stand seit November 2003. Die EZB hatte den Referenzkurs vor ihrer Entscheidung auf 1,1618 Dollar festgesetzt.

In einem historischen Schritt stemmt sich die EZB mit aller Macht gegen die Wachstums- und Inflationsschwäche im Euroraum. Dazu will sie Wertpapiere - vor allem Staatsanleihen - im Wert von 60 Milliarden Euro pro Monat kaufen. Die Käufe sollen bis mindestens September 2016 vorgenommen werden. Damit ergibt sich eine Gesamtsumme von gut 1,1 Billionen Euro. Die Geldschwemme - im Fachjargon "quantitative Lockerung" oder "QE" genannt - soll die schwache Konjunktur und die ungewöhnlich niedrige Inflation anschieben.

Zum britischen Pfund legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,76440 fest. Der Schweizer Franken ist nun etwas mehr wert als die Gemeinschaftswährung: Für einen Euro bekommt man 0,9943 Schweizer Franken Chart zeigen. Die Feinunze Gold Chart zeigen kostete bei Handelsschluss in London 1295,75 Dollar, ein Kilogramm Gold 35.030 Euro.

Die Preise für Aktien hat die angekündigte Geldflut dagegen stark in die Höhe getrieben. Der Deutsche Leitindex Dax Chart zeigen kletterte am Donnerstag erstmals über 10.400 Punkte - und ging mit 10.435,62 Punkten auf einem historischen Schlusshoch aus dem Handel. Die Hoffnungen auf eine Belebung der Wirtschaft treibe die Börsen auf neue Rekorde, begründete ein Händler die steigenden Aktienkurse.

Die US-Börsen haben am Donnerstag nach einem verhaltenen Start positiv auf das milliardenschwere Anleihekaufprogramm reagiert. Die wichtigsten Aktienindizes hatten zwar anfängliche Gewinne eingebüßt und waren ins Minus gedreht, erholten sich aber dann wieder. Die Anleger fragten sich derzeit, ob die Maßnahmen der Währungshüter im Kampf gegen eine erneute Krise im Euroraum ausreichten, sagten Händler.

mik/dpa

insgesamt 46 Beiträge
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MütterchenMüh 22.01.2015
1. Euro sinkt damit auch die Wettbewerbsfähigkeit
Der Euro verliert drastisch an Wert. Rohstoffimporte werden sich verteuern. De ist ein rohstoffarmes Land. Damit verteuern sich die deutsche Produktion und die Erlöse sinken durch den wertlosen Euro. So wird das kaum etwas mit dem Wirtschaftswachstum werden!
Inselbewohner, 22.01.2015
2. Frage!
Geht es mit dem € jetzt tatsächlich bergab? Falls Herr Dragi noch etwas über hat, ich könnte eine kleine Finanzspritze gebrauchen, müssen keine Muillionen sein so 100 000€? Gruß HP
skurilla 22.01.2015
3. Die Wirtschaft beleben
Die Wirtschaft beleben können nur Käufer, wenn sie Geld haben. Nach den letzten Vermögensverteilungsberichten haben die, die es ausgeben würden, keins, und die, die es haben, geben es nicht aus. Warum gibit man dann nicht gleich das Geld, denjenigen die s nicht haben, es aber ausgeben, sondern denjenigen die sowieso genug haben, und das zusätzliche erst recht nicht ausgeben? Künstlich gemachte Menschenkacke, nichts reales...
marthaimschnee 22.01.2015
4.
Die Hoffnung auf eine Belebung der Wirtschaft? Daß ich nicht lache! Die Hoffnung auf noch mehr Spielgeld, um damit die Preise hochzutreiben, trifft es wohl eher.
kuddemuddel 22.01.2015
5. Harakiri-Monopoly
Es ist doch massig Geld im Markt. Wir brauchen kein neues, mit dem nur die Spekulanten ihr Unwesen treiben. Es müssen Strukturreformen her. Fakt ist, egal, wie es ausgeht, der normale Bürger ist auf jeden Fall der Verlierer. Gewinnen und darauf zielen die Maßnahmen sind nur die Geldsäcke.
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