Frankfurt am Main - Das neue Anleiheprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) zahlt sich für die Krisenländer der Euro-Zone aus. Am Tag nach der Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi, unbegrenzt Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder zu kaufen, entspannte sich die Lage an den Finanzmärkten deutlich.
In Spanien, Italien und Portugal gingen die Risikoprämien zurück, die die Länder für ihre Staatsanleihen zahlen müssen. In Spanien und Italien liegen die Zinsaufschläge, die private Investoren im Vergleich zu deutschen Anleihen von den Ländern verlangen, mittlerweile so tief wie seit fast einem halben Jahr nicht mehr. In Portugal erreichten sie sogar den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr.
Ein Beispiel: Am Freitag sank etwa die Rendite für spanische Staatspapiere mit zwei Jahren Laufzeit auf 2,58 Prozent. Zum Vergleich: Im Juli - kurz bevor EZB-Chef Mario Draghi erste Hinweise auf einen großen Eingriff der EZB gab - hatte sie mit rund 6,5 Prozent rund zweieinhalb mal so hoch gelegen. Auch bei Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten gibt es deutliche Entspannung: In Spanien sank die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen auf 5,66 Prozent. Im Juli hatte sie bei bis zu 7,5 Prozent gelegen.
Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung bei zehnjährigen Staatstiteln Portugals: Lag deren Rendite im Juli noch bei rund 11 Prozent, ist sie mittlerweile auf 8,2 Prozent gefallen. Die Preise für Portugals Staatstitel beziehen sich auf den Handel, den Investoren mit den Titeln untereinander betreiben - den sogenannten Sekundärmarkt. Direkt kann sich Portugal derzeit nur für wenige Wochen Geld leihen. Die Staatsfinanzierung wird durch Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF gedeckt.
Gute Stimmung an den Börsen
Italiens Regierungschef Mario Monti bewertet den EZB-Plan zum unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen positiv und gab sich optimistisch, dass die Zentralbank die angekündigten Hilfen im Falle Italiens vielleicht gar nicht einsetzen muss. "Wenn Italien sich weiterhin mit einem Bewusstsein für Disziplin und Reform bewegt, könnten diese Hilfen nicht notwendig werden", zitieren die italienischen Medien am Freitag Äußerungen Montis.
An den Börsen hält die gute Stimmung an. Nach deutlichen Gewinnen am Donnerstag legte der Dax
am Freitag weiter zu und stieg zeitweise über die Marke von 7200 Punkten - erstmals seit Anfang August 2011.
mmq/ssu/dpa-AFX
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