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Möglicher Kampf gegen Deflation: Draghi könnte sich Kauf von Kreditpaketen vorstellen

Draghi in Davos: Skeptisch gegenüber Staatsanleihekäufen im großen Stil Zur Großansicht
AFP

Draghi in Davos: Skeptisch gegenüber Staatsanleihekäufen im großen Stil

Mario Draghi nennt erstmals Maßnahmen im Kampf gegen eine mögliche Deflation. Der EZB-Chef ist laut "Financial Times" im Notfall bereit für den Ankauf von verbrieften Kreditpaketen. Staatsanleihenkäufe nach dem Vorbild der USA lehnt er dagegen ab.

London - Die Inflationsraten in der Euro-Zone gehen zurück, Ökonomen fürchten bereits eine Deflation. Nun hat Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) signalisiert, was er im Notfall unternehmen würde. Laut einem Zeitungsbericht wäre er bereit, verbriefte Kreditpakete zu kaufen. Bei einer Diskussionsrunde auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos habe Draghi diese Möglichkeit hervorgehoben, berichtet die "Financial Times".

Der EZB-Präsident zeigte sich demnach skeptisch gegenüber Staatsanleihekäufen im großen Stil, wie sie die Notenbanken Japans, Großbritanniens und der USA betreiben. "Es gibt keinen Grund, etwas auf diesem Feld zu tun", soll Draghi gesagt haben.

Stattdessen habe er mit Blick auf die Lage in der Euro-Zone die Vorteile von Wertpapierkäufen aus dem privaten Sektor betont. "Momentan ist die Verbriefung mehr oder weniger tot", zitiert die "Financial Times" Draghi. Die EZB könnte den Markt durch gezielte Ankäufe wieder in Gang bringen und so neue Spielräume zur Kreditvergabe schaffen.

Die Bündelung von Verbraucher- und Unternehmenskrediten zwecks Weiterverkauf in Form von Wertpapieren ist allerdings sehr umstritten. Die exzessive Nutzung dieser Praxis hatte in der Vergangenheit eine Kreditblase am US-Häusermarkt hervorgerufen, die 2007 platzte und das Weltfinanzsystem an den Abgrund brachte.

yes/dpa-AFX

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Querdenker sagt:
reinertiroch 27.01.2014
faule kredite kaufen, marode Staatsanleihen auf 100% wert setzen und zack, haben alle Banken den fürchterlichen Stresstest bestanden, gell?
2.
Wololooo 27.01.2014
Zitat von sysopAFPMario Draghi nennt erstmals Maßnahmen im Kampf gegen eine mögliche Deflation. Der EZB-Chef ist laut "Financial Times" im Notfall bereit für den Ankauf von verbrieften Kreditpaketen. Staatsanleihenkäufe nach dem Vorbild der USA lehnt er dagegen ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ezb-gegen-deflation-draghi-bereit-fuer-ankauf-von-kreditpaketen-a-945679.html
Das ganze Bankensystem sollte abgeschafft werden und in die Hände des Staats gelegt werden. Privatwirtschaftlichen (und damit gewinnorientierten) Unternehmen sollte man nicht an das Rückenmark der Weltwirtschaft heranlassen.
3. Versorgung der Ex-Kollegen mit Kapital und Bonus...
michi_ 27.01.2014
Draghi, eine Tragödie für den Deutschen Steuerzahler, versorgt seine Ex Bank, Goldman Sachs und andere mit Kapital und somit hohen Boni! Gratuliere... den Bock zum Gärtner gemacht!
4. Grundsolide
Absurdistan-Veteran 27.01.2014
Sehr praktisch für die Banken, da solche toxischen Papiere niemand mehr haben will. Wenn die alle bei der EZB abgeladen sind, können sie dann heruntergerated werden. Bad Bank EZB - grundsolide ...
5. Kampf? Seit wann müssen Bankster kämpfen?
skaiser5 27.01.2014
Zitat von sysopAFPMario Draghi nennt erstmals Maßnahmen im Kampf gegen eine mögliche Deflation. Der EZB-Chef ist laut "Financial Times" im Notfall bereit für den Ankauf von verbrieften Kreditpaketen. Staatsanleihenkäufe nach dem Vorbild der USA lehnt er dagegen ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ezb-gegen-deflation-draghi-bereit-fuer-ankauf-von-kreditpaketen-a-945679.html
Mit wessen Geld will Draghi kaufen? Mit meinem, liebe Große Koalition, bitte nicht! Mit unseren deutschen Abgaben? Bitte nicht! Besichert durch deutsche Leistungen? Bitte nicht! Alle anderen EU-Nettozahlen haben sicher auch keine Lust, sich weiter bestehlen zu lassen. Was bleibt dem Habenichts Draghi dann noch? Entweder - er tritt zurück. Das ware m.E.. das Beste, Oder - er versucht weiter zu stehlen und umzuverteilen: Von den einfachen Bürgern hin zu Banken, Finanzinvestoren, Bankstern eben...
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Wie Notenbanken funktionieren
Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?
Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.
Können sie pleitegehen?
Technisch nein. Die EZB hat im Euro-Raum das Monopol über das Zentralbankgeld und kann unabhängig darüber entscheiden, wann sie wie viel Geld in Umlauf bringt.
Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?
Generell leihen sich Geldinstitute auf dem Geldmarkt untereinander oder bei der EZB oder Fed Geld aus und zahlen dafür Zinsen - so wie ein Bankkunde bei einer Bank einen Kredit bekommt und diesen abträgt. Für die Geschäftsbanken ist es wichtig, dass sie über flüssiges Geld (Liquidität) verfügen, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Verbraucher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und eventueller noch unbekannter Risiken bei einzelnen Häusern sind die Banken jedoch misstrauischer geworden und nicht mehr im üblichen Maße bereit, sich gegenseitig Geld auszuleihen. In so einem Fall können die Notenbanken eine Finanzspritze geben, um einen Geldengpass (Kreditklemme) zu verhindern. Vorrangiges Ziel der Notenbanken sind stabile Preise. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich.


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