Rekordtief EZB hält an Minizins fest

Die Europäische Zentralbank hat entschieden: Der Leitzins in der Euro-Zone bleibt auf seinem Rekordtief von 0,25 Prozent. Auch die Bank of England behält ihren geldpolitischen Kurs bei.

Eurotower in Frankfurt: Hier entscheidet der EZB-Rat über den Zins
REUTERS

Eurotower in Frankfurt: Hier entscheidet der EZB-Rat über den Zins


Hamburg - Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins auf 0,25 Prozent. Auch der Einlagensatz, zu dem Banken kurzfristig Geld bei der Notenbank parken können, liegt weiterhin bei 0,00 Prozent, wie die EZB am Donnerstag nach ihrer zweitägigen Ratssitzung in Frankfurt mitteilte.

Im November hatte die EZB den Leitzins auf ein historisch niedriges Niveau gedrückt: Seitdem müssen die Finanzinstitute lediglich die nach wie vor geltenden 0,25 Prozent zahlen, wenn sie sich Geld bei der Zentralbank leihen. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 lag der Satz bei mehr als vier Prozent.

Die Zentralbank will mit den niedrigen Zinsen die kriselnde Wirtschaft in der Euro-Zone antreiben. An dem Zinssatz orientieren sich auch die Zinsen für Kreditnehmer und Sparer. Das Problem ist nur, dass all die Niedrigzinsen bisher kaum etwas genutzt haben. Noch immer ist die Entwicklung der Kreditvergabe an die Wirtschaft in der Euro-Zone insgesamt rückläufig. Um gegen den Negativtrend anzukämpfen, sind mittelfristig neben einer weiteren Zinssenkung auf null Prozent auch neue, drastischere Maßnahmen im Gespräch.

Bank of England bleibt bei ihrem Kurs

Die britische Notenbank hat ihren aggressiven geldpolitischen Kurs trotz des starken Wirtschaftswachstums nicht verändert. Wie die Bank of England am Donnerstag in London nach ihrer Zinssitzung mitteilte, bleibt der Leitzins in Großbritannien ebenfalls auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. Dort liegt er seit mittlerweile knapp fünf Jahren. Auch das Wertpapierkaufprogramm, dessen Volumen von 375 Milliarden Pfund seit über einem Jahr ausgeschöpft ist, wurde nicht angetastet.

yes/Reuters/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
!!!Fovea!!! 09.01.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSDie Europäische Zentralbank hat entschieden. Der Leitzins in der Euro-Zone bleibt auf seinem Rekordtief von 0,25 Prozent. Ob EZB-Präsident Mario Draghi andere Maßnahmen plant, ist noch offen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ezb-leitzins-bleibt-auf-rekordtief-von-0-25-prozent-a-942635.html
...und die Zwangsenteignung des Sparers geht weiter. Nur so kann man die Enteignung des Sparers umgehen, wenn man sich nicht unbeliebt machen will, wie bei den Zyprern, denen man kein Geld mehr auszahlte und die Konten einfror.
vorsicht 09.01.2014
2.
Da hat man einigermassen für das Alter vorgesorgt und wenn man das Geld in ein paar Jahren benötigt, um im Krankheitsfall etwas gewabnet zu sein, ist das Geld nichts mehr wert. Die wirklich Reichen, denen das Geld aus den Ohren quillt müssen sich darum nicht scheren. Sie spenden dann für Suppenküchen, die sie anschließend von der Steuer absetzen können und finden sich dafür noch großartig. Vielen herzlichen Dank
wibo2 09.01.2014
3. Die Banker haben unsere Altervorsorge verfrühstückt ... *OMG* ...
Zitat von vorsichtDa hat man einigermassen für das Alter vorgesorgt und wenn man das Geld in ein paar Jahren benötigt, um im Krankheitsfall etwas gewabnet zu sein, ist das Geld nichts mehr wert. Die wirklich Reichen, denen das Geld aus den Ohren quillt müssen sich darum nicht scheren. Sie spenden dann für Suppenküchen, die sie anschließend von der Steuer absetzen können und finden sich dafür noch großartig. Vielen herzlichen Dank
Die Frage, wie es den Arbeitnehmern von heute gelingen kann, im Alter ein angemessenes Einkommen und einen vernünftigen Lebensstandard zu erzielen, ist offen. Wird diese Frage nicht umfassend beantwortet, könnte sich für künftige Rentenempfänger eine große Versorgungslücke auftun. Dann kann Altersarmut drohen. Leider erben diejenigen am wenigsten, die es dringend bräuchten, um ihre fehlende Altersvorsorge auszugleichen. Wenn die Babyboomer, die 1955 bis 1969 Geborenen merken, wie die Banker ihre Ersparnisse für die Altersvorsorge im Finanz-Casino verspielten, dann weiß ich nicht, was geschehen wird. Ein bitteres Erwachen droht. Und was dann?
Progressor 09.01.2014
4. Sparen und Investitionen
Wenn in einer Volkswirtschaft gespart wird, dann bedeutet das Konsumverzicht. Sollte das angelegte Geld nicht auf der anderen Seite als Kredit herausgelegt werden können, dann geht's ab in die Rezession. Eine Abwärtsspirale beginnt. Dafür gibt es ja den Zinssatz, der den Ausgleich zwischen Sparen und Investieren bewerkstelligen soll. Hohe Sparquote plus niedrige Kreditnachfrage ergibt einen entsprechend niedrigeren Zins. Das ist normal, gut und richtig so und auch alternativlos (um mal das schlimme Wort zu gebrauchen). Nun ist es aber im Euroland so, dass viel zu viel gespart wird und auf der Gegenseite der Staat gemäß der Austeritätspolitik nicht nur keine neuen Schulden mehr aufnehmen, sondern sogar noch abbauen soll. In diesem Fall müssten die privaten Haushalte und/oder die Unternehmen einspringen. Die privaten Haushalte wollen aber nicht, zum Teil können sie auch schon gar nicht mehr. In dieser Situation investieren die Unternehmen auch nicht, für was auch, der zu erwartende (geringe) Konsum erfordert dies nicht. In einer solchen Situation ist der Zins im freien Fall. Er müsste eigentlich schon negativ werden, was aber technisch nicht machbar ist. Wir halten mal als erstes fest: Die propagierte eigenverantwortliche kapitalgedeckte Altersvorsorge ist schneller als alle anderen neoliberalen Vorstellungen gescheitert. Das ist aber nur der Anfang.
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