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Kriminalitätsbekämpfung: EZB-Rat will offenbar 500-Euro-Schein abschaffen

500-Euro-Scheine:  In wenigen Monaten könnte die Entscheidung gefällt werden  Zur Großansicht
REUTERS

500-Euro-Scheine: In wenigen Monaten könnte die Entscheidung gefällt werden

Der Rat der Europäischen Zentralbank hat sich einem Bericht zufolge für die Abschaffung des 500-Euro-Scheins ausgesprochen. Jetzt müssten nur noch die technischen Details geklärt werden.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) will den 500-Euro-Schein abschaffen. Das oberste Beschlussorgan der EZB habe vor Kurzem mit großer Mehrheit eine entsprechende Absichtserklärung getroffen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Notenbankkreise. Diese schriftlich vereinbarte Willensbekundung ist demnach ein deutlicher Fingerzeig darauf, wie eine in wenigen Monaten geplante endgültige Entscheidung ausgehen wird.

Der 25-köpfige Rat hat dem Bericht zufolge zunächst den Banknotenausschuss (Banco) beauftragt, die technischen Details zu klären, wie der 500-Euro-Schein aus dem Verkehr gezogen werden kann. Der Banknotenausschuss solle dies innerhalb von zwei bis drei Monaten klären. Danach treffe der Rat die endgültige Entscheidung. Derzeit sind laut EZB-Statistik mehr als 600 Millionen 500-Euro-Scheine im Wert von gut 300 Milliarden Euro im Umlauf. Etwa ein Viertel liegt nach Schätzungen der EZB im Ausland.

Für eine Abschaffung des 500-Euro-Scheins reicht der Zeitung zufolge eine einfache Mehrheit im EZB-Rat. Diese gilt angesichts des klaren Auftrags an den Banknotenausschuss als sicher. Die Bundesbank und die Notenbanken aus Österreich und Luxemburg sollen gegen die Abschaffung sein. Die EZB wollte sich aktuell zu dem Thema noch nicht äußern. Sie verweist auf eine heutige Anhörung von Notenbankchef Mario Draghi vor dem währungspolitischen Ausschuss des Europaparlaments.

Hintergrund der Pläne ist die Diskussion über eine Einschränkung von Bargeldzahlungen, um Korruption und Geldwäsche aber auch die Terrorfinanzierung zu bekämpfen. Erst kürzlich hatte sich eine Gruppe von SPD-Bundestagsabgeordneten deshalb für die Abschaffung des 500-Euro-Scheins stark gemacht.

nck

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 277 Beiträge
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1. Geld weg, Hirn weg
YoRequerrosATorres 15.02.2016
So ein Humbug! Da bekämpft man aber die Kriminalität ganz ganz dolle!. Und jetzt noch die kleinen Plastiktütchen verbieten und abschaffen und schon kann der freundliche Dealer um die Ecke kein Gras mehr verkaufen. Da bin ich aber dankbar, dass die EZB die Geheimformel gefunden hat.....
2. Weg damit!
YoRequerrosATorres 15.02.2016
Ach ja....noch mehr Kriminalität bekämpft man, wenn man ALLE Scheine abschafft und nur noch Münzen....oder nicht? Sind schon Spßvögel, die Jungs bei der EZB. Und umso saukomischer, wenn die sowas bierernst in einer Pressekonferenz als "Durchbruch" der dummen Menschheit verkaufen....Saugut.
3.
dissidenten 15.02.2016
Da wird die Mafia und der internationale Terrorismus aber schlucken... Ob die sich jemals von diesem Schlag erholen werden?
4. Nur noch die technischen Details, ach so.
tailspin 15.02.2016
Wieso fragt man nicht die Menschen in diesem Lande, was sie wollen? Wieso wird das alles von ungewaehlten Buerokraten in fernen Laendern entschieden? Frueher gabs mal 1000 DM Scheine mit der doppelten Kaufkraft der 500 Euro, weniger Kriminalitaet und keine EU. Mit dieser Historie vor Augen, was sollte man jetzt abschaffen?
5. für mich ok
dasauge17 15.02.2016
hatte noch nie einen 500 Euroschein in der Hand. In Zeiten von registrierten Kassen, die Bargeldeingänge zentral melden ist die Anonymität des Bargeldverkehrs ohnehin fraglich.
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