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Größter Krisencheck der Geschichte: So funktioniert der Banken-Stresstest

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Es ist der größte Bankencheck, den es in Europa je gab: Ein Jahr lang hat die EZB die Bilanzen von 130 Geldinstituten durchkämmt und geprüft, ob sie eine erneute Krise überstehen würden. Welche Finanzkonzerne müssen zittern?

Bankencheck: Die Stresstester Fotos
REUTERS

Der Countdown läuft. Seit Donnerstag, 12 Uhr, trennen sich die europäischen Banken in zwei Lager: In jene, deren Chefs sich entspannt zurücklehnen können, weil die Europäische Zentralbank (EZB) ihnen bescheinigt hat, dass sie den großen Banken-Stresstest souverän bestanden haben. Und jene, die von den Aufsehern weniger gute Nachrichten erhalten haben: Entweder sind sie durchgefallen oder sie haben den Test knapper bestanden als erwartet.

Noch wird in den Bankenzentralen in Frankfurt, Paris oder Athen fleißig gerechnet. Bis Samstagmittag, 12 Uhr, haben die Finanzinstitute Zeit, die Ergebnisse zu prüfen, die die EZB ihnen präsentiert hat. Legen die Banken keinen Einspruch ein, werden die Resultate 24 Stunden später veröffentlicht.

Es ist der bisher größte Bankencheck in Europa. Ein Jahr lang hat die EZB mit Hilfe der nationalen Aufsichtsbehörden und der Beratungsfirma Oliver Wyman die 130 größten Banken in der Eurozone untersucht, darunter 24 deutsche. Wo liegen die größten Risiken für jedes einzelne Institut? Sind die Kredite in den Bilanzen richtig bewertet? Und schließlich der Stresstest: Wie würden die Banken eine neue schwere Wirtschaftskrise überstehen? In dieser letzten Stufe wurden in Zusammenarbeit mit der europäischen Aufsichtsbehörde EBA auch Banken aus Nicht-Euro-Ländern wie Großbritannien oder Dänemark mitgeprüft.

Was soll der Stresstest bringen?

Der Test soll vor allem Vertrauen schaffen, das bisher fehlt. Seit der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 herrscht immer noch Misstrauen in der europäischen Bankenbranche. Zwar haben viele Institute ihr Eigenkapital seitdem gestärkt und sind damit krisenfester geworden. Doch noch immer gibt es Zweifel, ob einige Institute wirklich so gesund sind, wie sie nach außen glauben machen wollen. Das liegt auch daran, dass die Banken bei der Bewertung der Risiken in ihren Bilanzen einen gewissen Spielraum haben - und diesen auch nutzen. So sind die Zahlen, die sie in jedem Quartal vorlegen, kaum vergleichbar.

Die umfassende Prüfung soll nun Transparenz bringen. Sobald die Ergebnisse veröffentlicht sind, so die Hoffnung, können Investoren und Gläubiger sehen, wie es einzelnen Banken wirklich geht. Diejenigen Geldhäuser, bei denen Probleme auftreten, werden zum Nachbessern gezwungen.

Hinzu kommt, dass die EZB Anfang November die einheitliche Aufsicht über die 120 größten europäischen Banken erhält. Da möchte sie gut vorbereitet sein und Probleme am besten gleich schon zu Beginn beheben.

Was genau wurde getestet?

Im Stresstest mussten sich die Banken zwei Szenarien stellen. Im ersten wurde ein eher positiver Wirtschaftsverlauf in den Jahren 2014 bis 2016 angenommen. Die Wirtschaft in Europa wächst, die Arbeitslosigkeit geht leicht zurück, die Preise steigen moderat. Dieses Szenario dürfte kaum einer Bank Probleme bereiten - und falls doch, sollte sie sich ernsthaft Gedanken machen. Denn schon jetzt lässt sich absehen, dass sich die Wirtschaft in Wirklichkeit deutlich schlechter entwickeln wird als in dieser Variante angenommen.

Interessanter wird es im zweiten, dem sogenannten adversen Szenario. Hier wurde eine wirtschaftlicher Schock simuliert, der auch die Finanzmärkte erfasst: Die Wirtschaftsleistung geht um gut zwei Prozent zurück, Aktien- und Immobilienmärkte brechen ein, die Zinsen steigen und Banken kommen schwieriger an frisches Geld.

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Bankenprüfung: Der Stresstest im Überblick
Um den Stresstest zu bestehen, müssen die Teilnehmer bestimmte Eigenkapitalquoten erfüllen. Dabei geht es um jenes Kapital, das der Bank in Form von Aktienkapital oder einbehaltenen Gewinnen zur Verfügung steht. Dieses Polster wird ins Verhältnis gesetzt zu den Risiken in der Bankbilanz, also vor allem Kredite und Wertpapiere. Wenn Kredite platzen oder Wertpapiere wertlos werden, sinkt die Eigenkapitalquote.

Im ersten Szenario darf die Quote der Institute nicht unter acht Prozent fallen, im Stressszenario liegt die Grenze bei 5,5 Prozent. Dabei wird immer unterstellt, dass die Bilanz der Bank genauso bleibt wie zum Stichtag 31.12.2013. Das ist zwar unrealistisch, ist aber die einzige Möglichkeit, die Daten vergleichbar zu machen.

Was passiert mit den Banken, die durchfallen?

Das kommt darauf an, in welcher Stufe man durchfällt und ob man in den vergangenen Monaten schon etwas unternommen hat. Wer schon in der Bilanzprüfung in der ersten Stufe zu wenig Eigenkapital hat oder das Normalszenario im Stresstest nicht übersteht, dürfte arge Probleme bekommen.

Wenn er sich seit dem Prüfungsstichtag 31.12.2013 nicht schon frisches Eigenkapital besorgt hat, muss er dies nun tun. Zwei Wochen haben die betroffenen Banken Zeit, den Aufsehern entsprechende Pläne vorzulegen. Werden diese genehmigt, müssen die Institute ihre Kapitallücken innerhalb von sechs Monaten füllen.

Dazu können sie entweder neue Aktien ausgeben, anfallende Gewinne einbehalten statt sie an die Aktionäre auszuschütten oder aber riskante Kreditpakete und Wertpapiere verkaufen und so die Anforderungen an das Eigenkapital senken. An frisches Kapital zu kommen, dürfte für diese Gruppe nicht so leicht sein. Wer steckt schon gern Geld in eine Bank, die nach Meinung der Aufseher zu wacklig ist?

Institute, die nur im harten Stressszenario durchfallen, haben es etwas leichter. Falls sie sich das fehlende Kapital nicht schon seit Jahresbeginn besorgt haben, bekommen sie nun neun Monate dafür Zeit. Ihre Chancen, an frisches Geld zu kommen, dürften dabei höher sein als in der anderen Gruppe.

Banken, die es nicht schaffen, die Anforderungen in der vorgegeben Zeit zu erfüllen, müssen damit rechnen, abgewickelt zu werden. Die Kosten tragen die jeweiligen Nationalstaaten.

Welche Banken müssen zittern?

In den vergangenen Tagen blühten bereits die Spekulationen. Einige Banken versuchten der Öffentlichkeit offenbar frühzeitig zu signalisieren, dass es bei ihnen keine Probleme geben werde. Das zeigt, wie groß die Nervosität ist. Genaue Ergebnisse haben die Banken aber erst seit Donnerstag. Bis zum Sonntag sind sie offiziell zum Schweigen verdonnert.

Trotzdem zeichnet sich schon ein Gesamtbild ab: Als wahrscheinlich gilt, dass es vor allem Banken aus Südeuropa erwischen wird. In Italien und Griechenland etwa gelten mehrere Institute als Wackelkandidaten, aber auch eine irische Bank soll es erwischt haben. Zudem dürfte es in Österreich ebenfalls mindestens einen Problemfall geben: Die genossenschaftliche ÖVAG hat bereits Anfang Oktober die eigene Abwicklung angekündigt.

Von den 24 deutschen Banken galten anfangs zwar auch einige als Durchfallerkandidaten: die HSH Nordbank etwa, die IKB oder sogar die Commerzbank. Nach den neuesten Gerüchten zu urteilen, könnten sie am Ende aber doch alle bestanden haben. Oder sich zumindest - wie die Münchener Hypothekenbank - seit Jahresbeginn ausreichend Kapital besorgt haben, um nicht mehr in Probleme zu geraten.

Wird es ein neues Chaos an den Finanzmärkten geben?

Sicher ist: Es wird Bewegung geben. Viele Investoren haben sich vorher schon positioniert und entweder auf einen schlechten oder auf einen guten Ausgang gewettet. Nun müssen diejenigen, die falsch liegen, schnell gegensteuern.

Viele Experten rechnen damit, dass Anleger die Testergebnisse eher als Anlass für Aktienkäufe nehmen werden. Wenn der Großteil der Banken gut durchkommt, könnten diese Institute für Investoren erst mal deutlich attraktiver werden. Durchfallen dürften dagegen eher kleinere oder mittelgroße Institute, deren schlechtes Abschneiden für den Gesamtmarkt nicht so stark ins Gewicht fällt - falls sie überhaupt an der Börse notiert sind.

Doch es kann auch anders kommen: Wenn etwa große Banken den Test zwar bestehen, die EZB ihnen aber einen kleineren Kapitalpuffer bescheinigt, als sie selbst bisher behauptet haben. Dann könnte es mindestens für einzelne Institute noch einmal richtig turbulent werden.

Die interessantesten Fälle unter den deutschen Banken:

DPA

Commerzbank

Commerzbanker sind seit der Finanzkrise Kummer gewohnt. Nicht nur, dass die einst zweitgrößte deutsche Bank 2008 vom Staat gerettet werden musste, sie hat auch bei fast jeder Art von Geschäften die Finger im Spiel, die von der EZB besonders kritisch betrachtet werden: Schiffsdarlehen, Immobilienkredite und Staatsfinanzierung. Doch weil das Management um Martin Blessing viel getan hat, um den großen Berg an Altlasten abzubauen und Zeitbomben in der Bilanz zu entschärfen, hat die Commerzbank offenbar auch im harten Stresstestszenario der EZB bestanden. Weil die Bank die Latte wohl nur knapp übersprungen hat, gilt allerdings als wahrscheinlich, dass Blessing und seine Kollegen nach der Veröffentlichung der Ergebnisse erklären, wie sie die Bank weiter stärken wollen.

DPA

HSH Nordbank

Die Landesbank galt von Beginn an als Problemkind unter den 24 geprüften deutschen Banken. In der Finanzkrise gestrauchelt und 2008 mit Steuergeld der Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet, ringt die HSH mit der EU-Kommission noch immer um ihre Daseinsberechtigung. Die Nordbank darf sich zwar Weltmarktführer nennen, aber in einem Geschäft, das derzeit alles andere als attraktiv ist: Die Schiffsfinanzierung steckt in der Dauerkrise, und solange das so bleibt, sind milliardenschwere HSH-Kredite vom Ausfall bedroht. Die EZB bewertet die Schiffskredite weitaus strenger als bislang die deutsche Aufsicht und hat ein Stressszenario entworfen, das riesige Löcher in die HSH-Bilanz reißt. Zwar haben Hamburg und Schleswig-Holstein die Bank gegen mögliche Verluste von bis zu zehn Milliarden Euro mit einer Garantie abgesichert. Doch für knapp ein Drittel dieser Garantie fehlt die endgültige Genehmigung durch die EU-Kommission. Dieses letzte Drittel wird offenbar gebraucht, um im Stresstest der EZB zu bestehen. Die neuen Aufseher der Zentralbank erkennen zwar die volle Garantie an, werden es am Ende aber wohl dem Wettbewerbskommissar überlassen, den Daumen über die HSH zu heben oder zu senken.

DPA

IKB

Mit der Beinahe-Pleite der Mittelstandsbank aus Düsseldorf kam 2007 die Bankenkrise in Deutschland an. Jetzt, da die EZB mit dem Bilanztest die Krise beenden will, rückt die IKB wieder in den Mittelpunkt. Sie gehört mittlerweile dem amerikanischen Finanzinvestor Lone Star. Der hat zwar viele Altlasten abgebaut und die IKB drastisch abgespeckt. Aber es gelang den Amerikanern nicht, die Bank zu verkaufen, und jetzt hat sie so wenig Kapital auf den Rippen, dass sie im harten Krisenszenario der EZB womöglich durchfallen wird. Anders als die Eigentümer anderer Banken hat Lone Star in den Monaten seit der Ankündigung des Tests keine Anstalten gemacht, die IKB mit frischem Kapital zu wappnen. Ob der Finanzinvestor nach dem Test mehr Geld aufs Spiel setzen möchte, um den Anforderungen der EZB gerecht zu werden, ist nicht bekannt. Falls nicht, könnte die Mittelstandsbank an Ende doch noch zum Abwicklungsfall werden. Bei der Hauptversammlung im September erklärte die Bank lediglich, sie sei für die EZB-Prüfung solide aufgestellt, darüber hinaus will sie sich nicht äußern.

MünchenerHyp

Münchener Hypothekenbank

Der kleine Immobilienfinanzierer hatte zwar die Finanzkrise besser überstanden als ihre großen Konkurrenten - die Hypo Real Estate und die Commerzbank-Tochter Eurohypo. Dennoch zeichnete sich bereits früh im Jahr ab, dass das Kapitalpolster der Münchner Hypothekenbank den neuen Ansprüchen der EZB nicht genügen würde. Die Eigentümer der Genossenschaftsbank haben deshalb im Frühjahr 400 Millionen Euro in die Bank gesteckt. Deshalb dürfte auf der ersten Seite des EZB-Zeugnisses stehen: Durchgefallen, auf Basis der Zahlen zum Stichtag 31.12.2013. Dank vorsorglicher Kapitalerhöhung, so wird der Leser auf der zweiten Seite feststellen, wird die Hypothekenbank dennoch durchgewinkt, sie hat ihre Probleme inzwischen behoben.

DPA

Deutsche Bank

Für eine negative Überraschung könnte womöglich ausgerechnet der Branchenprimus sorgen. Zwar zweifelt niemand daran, dass die Deutsche Bank die EZB-Prüfung bestanden hat. Doch um das sicher auszuschließen, mussten die Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen im Mai noch das Kapital erhöhen. 8,5 Milliarden Euro sammelten sie ein, unter anderem von Scheich Hamad Bin Jassim Bin Jabor al-Thani aus Katar. Größtes Problem der Deutschen Bank sind die enormen Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten, die noch in diesem Jahr auf sieben Milliarden Euro steigen könnten. Auch dieses Thema wird von der EZB berücksichtigt. Bei der Lektüre des Deutsche-Bank-Zeugnisses kommt es also auf das Kleingedruckte an.

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1. Das wird schon nicht so schlimm werden
tsaag 24.10.2014
denn die EZB ist wie die EU inzwischen zu einem unglaubwürdigen Haufen von Tricksern, Zockern und Spielern verkommen. Das ist ja das Hauptproblem der EU und besonders der Euro-Länder. Die Fakten liegen auf dem Tisch, die Lösungen sind klar aber völlig unpopulär deshalb geht man das Problem auch nicht an, sondern wartet zu. Wenns wieder einmal zu krachen droht flickt man eben mit viel Geld die Stelle, derweil bricht schon die nächste Stelle auf. Das geht so lange bis es richtig kracht, die Suppe löffelt dann der normale Bürger und Steuerzahler, der noch was hat aus, die anderen halten die Hände auf.
2. so funktioniert der richtige Stresstest!
treasurer 24.10.2014
So funktioniert der wirklich richtige Stresstest: man teilt den Banken mit, das sie im Notfall nicht gerettet werden! Wer sich dann nicht in die Hosen scheisst und entspannt bleibt, hat ihn bestanden. Alles andere sind doch Simulationen, die im Ernstfall wieder versagen.
3.
Maya2003 24.10.2014
Und - Oh Wunder ! - es . wird nur kleinere Probleme geben und die EZB wird den Reformeifer der Banken loben und hervorheben wie stabil das ganze System wieder ist. Daß niemand den Glauben verliere :)
4. Schlussendlich ist die Crux der Geschichte doch die, dass
wladimir.andropowitsch 24.10.2014
in sterbenden Kulturen immer die Hybris der Elite in den manigfaltigsten Formen des Spiels ihren Ausdruck gefunden hat. Längst sind die Tage vergangen, als die Besitzenden und Vermögenden in den Gesellschaften noch ihre Rolle als "Faktor Kapital" in den Wirtschaftssystemen praktisch wahr genommen und die Risiken der Waren- und Güterproduktion vertreten haben. Heute ist diese Funktion völlig verloren gegangen und die Mehrheit der Vermögenden und Besitzenden vertreten nur noch das Risiko ihrer Finanzspekulationsspiele, die keinerlei gesellschaftlichen Nutzen haben und schon gar keinen realen Mehrwert schaffen. Die Liquidation dieser Vermögen wird zur Deckung der inzwischen aufgelaufenen Spekulationsverluste erzwungen werden, weil die Zahl dieser Statthalter keinerlei Überlebensmöglichkeit gegen die Zahl der Vermögens- und Besitzlosen mehr ermöglicht. Der Feudalkonzentrationsgrad unserer sterbenden Industriegesellschaftskultur ist dermassen groß, dass der Thermidor des 21. Jahrhunderts immer schneller immer näher kommt. Die Überraschung der heutigen Feudalherrschaftsclique wird ähnlich groß sein, wie 1789, als dem Pöbel das letzte mal die Hutschnur geplatzt war. Bankster als modernisierte Variante nutzlos gewordener Gecken, Laffen, Höflinge und Nassauer der modernen Geldwirtschaftsdiktatur werden ebenso drakonisch beseitigt werden, wie einst die der erbfeudalistischen Feudalherrendiktatur.
5.
Don_Draper 24.10.2014
Zitat von wladimir.andropowitschin sterbenden Kulturen immer die Hybris der Elite in den manigfaltigsten Formen des Spiels ihren Ausdruck gefunden hat. Längst sind die Tage vergangen, als die Besitzenden und Vermögenden in den Gesellschaften noch ihre Rolle als "Faktor Kapital" in den Wirtschaftssystemen praktisch wahr genommen und die Risiken der Waren- und Güterproduktion vertreten haben. Heute ist diese Funktion völlig verloren gegangen und die Mehrheit der Vermögenden und Besitzenden vertreten nur noch das Risiko ihrer Finanzspekulationsspiele, die keinerlei gesellschaftlichen Nutzen haben und schon gar keinen realen Mehrwert schaffen. Die Liquidation dieser Vermögen wird zur Deckung der inzwischen aufgelaufenen Spekulationsverluste erzwungen werden, weil die Zahl dieser Statthalter keinerlei Überlebensmöglichkeit gegen die Zahl der Vermögens- und Besitzlosen mehr ermöglicht. Der Feudalkonzentrationsgrad unserer sterbenden Industriegesellschaftskultur ist dermassen groß, dass der Thermidor des 21. Jahrhunderts immer schneller immer näher kommt. Die Überraschung der heutigen Feudalherrschaftsclique wird ähnlich groß sein, wie 1789, als dem Pöbel das letzte mal die Hutschnur geplatzt war. Bankster als modernisierte Variante nutzlos gewordener Gecken, Laffen, Höflinge und Nassauer der modernen Geldwirtschaftsdiktatur werden ebenso drakonisch beseitigt werden, wie einst die der erbfeudalistischen Feudalherrendiktatur.
Sie haben zwar recht, aber die Bankster würden ihnen sagen, dass am Ende aller Spekulation immer ein Kredit steht, der in die Real-Wirtschaft rein reicht und somit doch einen Nutzen hat. Das stimmt natürlich nicht, weil mit diesem Real-Kredit, siehe die MBS-Krise in den USA, ganz viele Schindliuder getrieben wird, eben Spekulationen, Zinshebel usw.
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