Umzug in den Neubau Die EZB passt in 20.000 Kisten

Erste Kartons werden verladen, Laster rollen durch Frankfurt am Main. Die Europäische Zentralbank startet den Umzug in ihr neues Hauptquartier. Es gibt viel zu schleppen: rund 20.000 Kisten.

DPA

Frankfurt am Main - Was machen viele Menschen, wenn sie richtig viel Geld übrig haben? Richtig. Sie gönnen sich etwas. Eine Reise, neue Technik, ein Auto, vielleicht gar eine Immobilie. Darin gleicht der Ottonormalverbraucher also der hochherrschaftlichen Europäischen Zentralbank (EZB). Denn die finanziert sich jetzt aus ihren Gewinnen ebenfalls ein neues Haus. Und wenn man eine Bank ist, fällt das schon mal ein bisschen größer aus: Die Kosten für den Glaskoloss im Frankfurter Ostend belaufen sich schätzungsweise auf 1,2 Milliarden Euro. Die endgültigen Baukosten sollen aber frühestens Ende nächsten Jahres feststehen.

Jetzt hat der Umzug in den Doppelturm begonnen. Die ersten Kisten werden an diesem Wochenende verladen, bestätigte eine EZB-Sprecherin. Insgesamt müssen in den kommenden Wochen rund 20.000 Kartons aus drei Gebäuden in der Innenstadt in die neue Zentrale gebracht werden.

Der Umzug soll bis Ende November beendet sein. Auch EZB-Präsident Mario Draghi soll in den kommenden Wochen auf seinen neuen Arbeitsplatz im 40. Stock wechseln - eine Etage darüber wird der EZB-Rat tagen, der einmal im Monat über die Geldpolitik im Euroraum entscheidet. Die Eröffnungsfeier soll erst im kommenden Jahr stattfinden.

Der vom Wiener Architektenbüro Coop Himmelb(l)au entworfene Bau bietet Platz für 2900 Mitarbeiter. Das Gebäude ist buchstäblich ein Highlight: Die beiden gläsernen Türme sind 165 und 185 Meter hoch. Integriert in den Bau wurde die denkmalgeschützte ehemalige Großmarkthalle.

Werfen Sie einen Blick in das neue Euro-Hauptquartier: in unserer Fotostrecke.

bos/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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Sibylle1969 01.11.2014
1. Ich wohne keinen Kilometer Luftlinie von der neuen EZB entfernt
...und habe den Baufortschritt in den letzten 2 Jahren hautnah mitbekommen. Das Gebäude prägt jetzt unseren Stadtteil, das Ostend, an vielen Stellen sieht man das Hochhaus über die Dächer ragen. Zudem hat uns der EZB-Neubau eine neue Mainbrücke, die Osthafenbrücke, beschert, was dazu führt, dass ich jetzt in Nullkommanix mit dem Fahrrad auf dem Mainradweg bin und auch der Weg per Fahrrad nach Offenbach viel angenehmer ist als bisher über die Kaiserlei-Brücke, deren Radweg in einem miserablen Zustand ist und zudem keine gute Zufahrt hat. Über die Aufwertung des Ostends als ehemals eher sozial schwacher Stadtteil sind die Meinungen geteilt (Gentrifizierung, steigende Mieten), aber ich finde, dass die positiven Seiten überwiegen.
dernils86 01.11.2014
2. Altbau
Was passiert jetzt eigentlich mit dem alten EZB Bau? Ein weiteres leeres Bürogebäude oder gibt es da schon Nachfolger?
Bundesländer ? 01.11.2014
3. Überflüssige Kisten...
die verbrannt gehören, denn der Euro ist und bleibt eine zu frühe Missgeburt mit fatalen Folgen für Deutschland!!!
zalog70 01.11.2014
4. @dernils86
Weiter EZB. Dort zieht die Bankenaufsicht ein.
MGeee 01.11.2014
5. nur 413.000€ je Schreibtischarbeitsplatz
Wow, dass finde ich richtig günstig! Das Bürozimmer kostet bei aktuellen Baukosten von 1,2 Milliarden bei 2900 Arbeitsplätzen nur 413.793€. Bei durchschnittlich vielleicht 15qm je Schreibtischarbeitsplatz ist das echt günstig, was da mit unser aller Steuergeldern gemacht wurde. Diese Helden in den Regierungen der EU haben sich diesen goldenen Arbeitsplatz wirklich redlich verdient und ich gönne ihnen es vom ganzen Herzen (Achtung: Ironie!).
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