Datenskandal Facebook-Aktie stürzt ab

Deutschland kündigt eine strengere Regulierung an, die US-Handelsbehörde ermittelt: Für Facebook hat der Datenskandal unangenehme Folgen. Das bekommen die Aktionäre zu spüren.

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Der in der letzten Woche bekannt gewordene Datenskandal kommt die Anleger von Facebook immer teurer zu stehen: Am Montag fiel der Kurs des Online-Netzwerks im Handelsverlauf um rund 6,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit Sommer vergangenen Jahres.

Grund waren offenbar schlechte Nachrichten von regulatorischer Seite. Die US-Handelsbehörde FTC bestätigte, dass sie Ermittlungen gegen den US-Konzern eingeleitet hat. Auch Bundesjustizministerin Katarina Barley kündigte eine strengere Regulierung sozialer Netzwerke an.

Vor gut einer Woche war bekannt geworden, dass sich die britische Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen verschafft hatte. Mithilfe dieser Daten sollen US-Wähler im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 zugunsten von Donald Trump gezielt beeinflusst worden sein. (Lesen Sie alle Hintergründe zu dem Fall im aktuellen SPIEGEL.)

Anleger verlieren 36 Dollar je Anteil

Mark Zuckerberg hatte zunächst tagelang zu den Vorwürfen geschwiegen und sich dann auf öffentlichen Druck hin schuldbewusst gezeigt. Für Facebooks Geschäftsmodell, mit Nutzerdaten Geld zu generieren, kündigte er jedoch keine Änderung an.

Das Minus der Facebook-Aktie fällt umso stärker ins Gewicht, als sich der US-Aktienmarkt insgesamt am Montag sehr positiv entwickelte. Der Dow-Jones-Index schloss 2,8 Prozent im Plus bei 24.202 Punkten.

Facebook-Anleger hingegen müssen inzwischen binnen einer Handelswoche einen Verlust von bis zu 36 Dollar je Anteil verkraften. Der Börsenwert der A-Aktien schmolz um 86 Milliarden Dollar auf 357 Milliarden Dollar zusammen. Erst kurz vor Handelsschluss am Montagabend dreht die Facebook-Aktie wieder ins Plus.

Facebook-Papiere befänden sich nun im Bärenmarkt, kommentierte Analyst Jasper Lawler von der London Capital Group. Auf einem Bärenmarkt geht es - anders als auf dem Bullenmarkt - abwärts.

ans/dpa-AFX



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Seite 1
BoMo_UAE 26.03.2018
1. Raus!
Die Facebook-Anleger sollten das tun, was ich vor Kurzem gemacht habe: Raus aus Facebook!
1904.pro 26.03.2018
2.
Zitat von BoMo_UAEDie Facebook-Anleger sollten das tun, was ich vor Kurzem gemacht habe: Raus aus Facebook!
Wenn man sich die Umsätze von heute anguckt, dann sind wohl einige der Meinung gewesen, dass sie "günstig" nachgekauft haben. Mein Gefühl sagt mir, dass sie recht haben.
just_thinkin 26.03.2018
3. Aktionäre werden Druck machen.
Während Zuckerberg an seinem sehr profitablen Geschäftsmodell festhalten will, werden vor allem Grossaktionäre grossen Druck auf ihn ausüben. Hätte er seine Firma in privater Hand behalten, dann könnte er weiterhin Schalten und verwalten sie es ihm beliebt. Als Aktiengesellschaft ist der Spielraum jedoch sehr viel geringer, vorallem in den USA. Die Volitalität der Aktienpreise ist im Tech Sektor zudem besonders hoch da diese Firmen zu 100 % auf das Vertrauen der User angewiesen sind. Es gibt quasi keine "Produkte" die ein Konsument weiterhin kaufen und benutzen kann. Eine Waschmaschine oder ein Auto kann in der Herstellung schnell verbessert werden. Geheime Algorithmen kann ein Verbraucher weiterhin nicht überprüfen oder Mal probefahren. Tja, Mark, da kommt was auf dich zu. Anzeigen in grossen Zeitungen werden deine Aktionäre und User nicht überzeugen werden.
cabeza_cuadrada 27.03.2018
4. Damit sie günstig wieder einsteigen können? :-)
Zitat von BoMo_UAEDie Facebook-Anleger sollten das tun, was ich vor Kurzem gemacht habe: Raus aus Facebook!
Auf Panikmache reagiere ich nie was die Börse angeht. Bisher bin ich damit ganz gut gefahren. Mittel bis Langfristig erwarte ich bei Facebook wieder einen Anstieg. Und heute sieht es ja schon wieder ganz gut aus.
MartinS. 27.03.2018
5. ...
Zitat von BoMo_UAEDie Facebook-Anleger sollten das tun, was ich vor Kurzem gemacht habe: Raus aus Facebook!
Das ist durchaus eine Anlagestrategie.... ob das unbedingt die ratsamste sein mag - da maße ich mir keine Beurteilung an. So ganz unstrittig ist sone Idee ja nicht. Bei hohen Verlusten zu verkaufen und die Verluste zu realisieren.... naja
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