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Facebook-Freundschaft: Ikea wirft Mitarbeiter mit NPD-Kontakt raus

Er war bei Facebook mit NPD-Funktionären befreundet, soll rechtsextreme Aussagen gepostet haben: Ikea hat sich von einem führenden Mitarbeiter aus der Personalabteilung getrennt. Dessen Einstellungen seien "in keiner Weise mit unseren Werten vereinbar", teilte das Möbelhaus mit.

Ikea in Wallau: "Arbeitsrechtlich nicht so einfach" Zur Großansicht
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Ikea in Wallau: "Arbeitsrechtlich nicht so einfach"

Hofheim-Wallau - Es soll erst gar kein falscher Eindruck entstehen: Die Möbelhauskette Ikea wirft einen Angestellten raus, der Kontakte zu rechtsextremen Kreisen haben soll. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, einen Hinweis bekommen zu haben, dass ein Mitarbeiter in führender Funktion bei Facebook "Meinungen und Einstellungen geäußert hat, die mit unseren Werten in keiner Weise vereinbar sind".

Zuvor hatte bereits der "Wiesbadener Kurier" berichtet, eine Ikea-Führungskraft aus dem Personalbereich sei bei dem sozialen Netzwerk mit NPD-Führungskräften und dem rechtsextremen Liedermacher Frank Rennicke befreundet. Die Zeitung beruft sich auf Informationen des "Recherchebüros Berlin", einer Antifa-Organisation.

Der Fall hat auf den ersten Blick zwar nicht direkt etwas mit der Terrorzelle Zwickau zu tun, die derzeit Politik und Öffentlichkeit beschäftigt. Doch die gesteigerte Aufmerksamkeit für die Probleme Deutschlands mit Rechtsextremisten dürfte auch für diese Aufdeckung entscheidend gewesen sein.

Wie Ikea sich von dem Mitarbeiter trennen will, ist unterdessen unklar. "Arbeitsrechtlich ist das nicht so einfach, weil die NPD nicht verboten ist", sagte eine Ikea-Sprecherin.

Aber man akzeptiere auf keinen Fall, dass die Werte des Unternehmens missachtet würden. Ikea stehe für Respekt und Offenheit gegenüber Mitarbeitern und Kunden. "Deshalb haben wir nach eingehender Prüfung im vorliegenden Fall Konsequenzen gezogen und werden mit dem betroffenen Mitarbeiter nicht weiter zusammenarbeiten."

cte/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 146 Beiträge
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1. .
Oberleerer 22.11.2011
Ist das nicht ein klarer Rechtsbruch gg. unsere Verfassung bzw. unser Grundgesetz? Ist ein Bruch dieser Regeln irgendwie strafbewährt? Muß IKEA jetzt Strafe zahlen, an den ehemaligen Mitarbeiter oder gibt es bei Verstoß gg. das Grundgesetzt zwangsweise eine Haftstrafe von mind. 2 Jahren? Oder ist das GG nur so eine Empfehlungssammlung?
2. tolles Instrument
BaywatchamStrandvonMalibu 22.11.2011
Zitat von sysopEr war bei Facebook mit NPD-Funktionären befreundet, soll rechtsextreme Aussagen gepostet haben: Ikea hat sich von einem führenden Mitarbeiter aus der Personalabteilung getrennt. Dessen*Einstellungen seien "in keiner Weise mit unseren Werten vereinbar", teilte das Möbelhaus mit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799321,00.html
Ja, willkommen in der schönen neuen Welt. Facebook ist doch wirklich ein tolles Instrument. Dann können wir ja bald auch alle rauswerfen, die sich die TV-Shows am Mittag ansehen, die sind schließlich auch sehr primitiv. Oder direkt diejenigen, die zu oft vorm Supermarkt rumhängen und offensichtlich ein Problem mit dem Alkohol haben. Ist doch nett, wenn sich nun jedes Unternehmen als Retter der Nation aufspielen kann und dafür noch gelobt wird. Besser gehts doch nicht. Wäre ja auch noch schöner, wenn ein Deutscher machen kann, was er will, z.B. eine Partei anklicken, die nicht verfassungswidrig ist. Wo kämen wir dahin, wenn man Meinungsfreiheit leben würde?
3. Hurra, Hurra, Hurra
lonestar67 22.11.2011
Zitat von sysopEr war bei Facebook mit NPD-Funktionären befreundet, soll rechtsextreme Aussagen gepostet haben: Ikea hat sich von einem führenden Mitarbeiter aus der Personalabteilung getrennt. Dessen*Einstellungen seien "in keiner Weise mit unseren Werten vereinbar", teilte das Möbelhaus mit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799321,00.html
in vorauseilendem Gehorsam wird alles eliminiert was auch nur ansatzweise mit dem rechten Rand zu tun haben könnte. Bravo, ein echter Sieg der Demokratie und der Meinungsfreiheit. Die Frage, mit welchem Recht Ikea dem Mitarbeiter hinterherschnüffelt und welche politische Gesinnung Mitarbeiter in Zukunft zu haben haben, wollen wir hier nicht weiter diskutieren. Wio gehobelt wird fallen halt Späne. Und morgen wird sich kollektiv betroffen in allgemeiner Gutmenschensülze gesuhlt. Ich geh kotzen.
4. Gesinnungspolizei
t.o`malley 22.11.2011
Zitat von sysopEr war bei Facebook mit NPD-Funktionären befreundet, soll rechtsextreme Aussagen gepostet haben: Ikea hat sich von einem führenden Mitarbeiter aus der Personalabteilung getrennt. Dessen*Einstellungen seien "in keiner Weise mit unseren Werten vereinbar", teilte das Möbelhaus mit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799321,00.html
Wow, da hat sich IKEA jetzt aber intern eine eifrige Gesinnungspolizei aufgestellt, wie? Zwar gehe ich mit der NPD weder konform, noch wähle ich sie - gleichwohl ist das Meinungsdiktat des Hauses IKEA mit dem deutschen Verständnis von Rechtsstaatlichkeit unvereinbar. Solange die NPD eine in Deutschland zugelassene Partei ist, kann niemand (und sei er ein noch so eifriger Verfechter seiner Ideologie) jemanden ob seiner Mitgliedschaft in dieser Partei aus dem Angestelltenverhältnis entfernen. Wenn diesen verrückten Gesinnungswächtren nicht Paroli geboten wird, werden Einstellungen hinkünftig nach Parteibuch durchgeführt. Bei Krause darf nur arbeiten, wer in der SPD ist. Bei Schulze muss die CDU-Zugehötigkeit für die letzten fünf Generationen nachgewiesen sein, usw. usw. Das ist eine ziemlich kranke Welt, die IKEA da offensichtlich vorschwebt.
5. Begrüßenswert
Dirty Diana 22.11.2011
Zitat von sysopEr war bei Facebook mit NPD-Funktionären befreundet, soll rechtsextreme Aussagen gepostet haben: Ikea hat sich von einem führenden Mitarbeiter aus der Personalabteilung getrennt. Dessen*Einstellungen seien "in keiner Weise mit unseren Werten vereinbar", teilte das Möbelhaus mit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799321,00.html
Begrüßenswert. Spricht für IKEA. Nur: Die Einstellung wird wahrscheinlich nicht "in keiner Weise mit den Werten des zuständigen Amtsgerichts" vereinbar sein. Deswegen wird diese Kündigung unter Garantie für Unwirksam erklärt werden.
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