Lukrative Mobil-Werbung Facebook verdoppelt fast seinen Gewinn

Prognosen übertroffen: Facebook hat seine Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr dank der Werbeeinnahmen im Mobilgeschäft fast verdoppelt. Auch die Nutzerzahlen stiegen. Die Aktie rutschte dennoch ab.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Archiv): Das soziale Netzwerk profitiert von Werbeeinnahmen im Mobilgeschäft
REUTERS

Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Archiv): Das soziale Netzwerk profitiert von Werbeeinnahmen im Mobilgeschäft


Menlo Park - Facebook hat seinen Gewinn im dritten Quartal fast verdoppelt: Der Nettogewinn lag bei 806 Millionen Dollar (633 Millionen Euro) und damit 90 Prozent über dem Gewinn des Vorjahresquartals. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Das soziale Netzwerk profitiert stark von den begehrten Werbeeinnahmen im Mobilgeschäft. Sie stiegen um 64 Prozent auf 2,96 Milliarden Dollar, bei mobilen Apps betrug das Plus sogar 66 Prozent.

Internetgiganten wie Facebook Chart zeigen, Google oder Yahoo verdienen in erster Linie durch Werbung. Doch nur dem sozialen Netzwerk gelingt es bislang, im immer wichtiger werdenden mobilen Markt durchzustarten.

Auch bei den Nutzerzahlen konnte Facebook weiter zulegen. 1,35 Milliarden Menschen waren im September in dem sozialen Netzwerk unterwegs. Drei Monate vorher lag die Zahl bei 1,32 Milliarden. Im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 14 Prozent. 64 Prozent der Nutzer schauten täglich vorbei, ein Plus von 1,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal.

Im besonders begehrten mobilen Markt wuchs die Nutzerzahl von 1,07 auf 1,12 Milliarden. Der Umsatz legte zum Vorjahr um 59 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar zu. Die Prognosen der Analysten konnten übertroffen werden.

"Das war ein gutes Quartal mit starken Ergebnissen", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. An der Börse herrschte dennoch keine Euphorie. Finanzchef David Wehner kündigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten an, dass die Kosten und Ausgaben im kommenden Jahr um 55 bis 75 Prozent steigen könnten. Daraufhin fiel die Facebook-Aktie nachbörslich um zehn Prozent. Allerdings hat der Kurs seit Jahresbeginn bereits um fast 50 Prozent angezogen.

sun/dpa/AFP/AP



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insgesamt 5 Beiträge
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Untertainer 28.10.2014
1. Echt witzig
Tja, obwohl die einschlägige Journaille immer vor Facebook warnt: Die User zeigen sich resistent...
cuxi 28.10.2014
2. Schöne Zahlen, unschöne Zukunft
Die Nutzerzahlen stiegen innerhalb eines Jahres um 16%, die Werbeeinnahmen im mobilen Markt um 65%, während der gesamte Gewinn um gleich 90% zunahm. Die Zahlen belegen eigentlich nur, dass mehr Anzeigen zu höheren Preisen in den Newsfeed reingequetscht werden, weshalb sich immer weniger Leute über den Facebook-Newsfeed austauschen. Damit die Nutzer trotzdem bleiben, gibt es jetzt eine extra (werbefreie) Message-App und die Höhepunkte von "Freunden": Heirat, Baby, Hochschulabschluss und schöne (Halb-)Nacktselfies im Newsfeed. Was sich mit der Zeit auch ablutscht. Was letztlich bleibt: Der Newsfeed ist für Anzeigen, den immer weniger Nutzer lesen, weshalb die Anzeigen eigentlich nur noch bei den Leuten erscheinen, die selbst Anzeigen schalten. Ein nachhaltiges Geschäftsmodell sieht anders aus.
zinobln 29.10.2014
3. schon klar...
weil der zuckerberg keinerlei skrupel kennt. egal ob gottesfachisten, hooligans und neonazis (alles vollpfosten), ihren mist über fb verbreiten...und andere vollpfosten auch mit hilfe von fb rekrutieren, oder müller, meier, schulze ihren unsinn in die welt blubbern...hauptsache viele klicks und hauptsache die börse stimmt. verantwortung als betreiber wird nicht übernommen. verblödet eine ganze generation? p.s. ich bin computerexperte und lebe auch ohne fb.
zila 29.10.2014
4. Trend zum Zweitprofil?
Nachdem man sich ja teilweise bei Apps (nur) mit FB anmelden kann/ muss geht der Trend sicher auch zu mehr Fakes. Dazu kommt der Market fuer Follower, die man kaufen kann, oder Spieler mit mehreren Profilen. Ob Bots oder chinesische Billigloehner, FB hat vielleicht 1.3Mrd. Profile, aber sicher weniger Nutzer.
SpitzensteuersatzZahler 29.10.2014
5.
Zitat von zinoblnweil der zuckerberg keinerlei skrupel kennt. egal ob gottesfachisten, hooligans und neonazis (alles vollpfosten), ihren mist über fb verbreiten...und andere vollpfosten auch mit hilfe von fb rekrutieren, oder müller, meier, schulze ihren unsinn in die welt blubbern...hauptsache viele klicks und hauptsache die börse stimmt. verantwortung als betreiber wird nicht übernommen. verblödet eine ganze generation? p.s. ich bin computerexperte und lebe auch ohne fb.
Scheinbar leben Sie ja auch ohne Hochstelltaste. Zensur ist immer so eine Sache. Sieht ja auf den ersten Blick vernünftig aus, öffnet aber Tür und Tor für Willkür. Nach wessen Wertevorstellungen soll zensiert werden? Legales, was aber irgendwie anrüchig ist? Ich finde es schon schlimm genug, dass die gesamte Presse überwiegend einer politischen Strömung (so links der Mitte bis links von links) angehört und die Meinung beeinflusst. Muss ich nicht überall so haben. Außerdem kommt eine starke Demokratie mit sowas zurecht. Probleme totschweigen hat noch nie funktioniert.
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