Konkurrenz für Ebay Facebook wird zum Flohmarkt

Anderthalb Milliarden Nutzer hat Facebook weltweit, jetzt will der Konzern sie noch stärker an sich binden. Künftig soll es in dem sozialen Netzwerk einfacher werden, gebrauchte Dinge zu verkaufen - ganz ähnlich wie bei Ebay.

Facebook-Logo: Soziales Netzwerk steigt in den Onlinehandel ein
DPA

Facebook-Logo: Soziales Netzwerk steigt in den Onlinehandel ein


Lesen, chatten, Fotos und Texte teilen: Die Nutzer verbringen viel Zeit in sozialen Netzwerken und Marktführer Facebook will ihnen noch mehr bieten. Die anderthalb Milliarden Nutzer sollen dort auch noch ihre Besitztümer verkaufen oder erwerben - statt zu Ebay oder Amazon zu gehen. Schon jetzt nutzen dem Konzern zufolge jeden Monat mehr als 850 Millionen Menschen die Gruppen-Funktion von Facebook, wie das "Wall Street Journal" ("WSJ") berichtet. Ende vergangenen Jahres führte der Konzern so genannte Verkaufs-Gruppen ein und hat seitdem immer weitere Funktionen hinzugefügt.

Seit Donnerstag verzichtet Facebook dem "WSJ"-Bericht zufolge darauf, die Bildung solcher Gruppen zu genehmigen. Das lässt sich als weiterer Schritt zum Einstieg in den Onlinehandel verstehen. Im August hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es Wege testet, auf denen Unternehmen ihre Produkte über ihre Facebook-Seiten verkaufen können. Und schon im Frühjahr kündigte der Konzern an, er werde es Nutzern ermöglichen, Onlinebestellungen durch die Facebook-Messenger-App zu verfolgen.

Das "WSJ" zitiert einen Analysten mit den Worten, dass Facebook hoffe, dass Nutzer so noch mehr Zeit bei dem Konzern verbringen und Geld dort ausgeben. Einer aktuellen Studie zufolge besuchen zwar beispielsweise mehr als die Hälfte aller US-Internetnutzer täglich ihre Facebook-Seite, aber weniger als fünf Prozent sehen soziale Netzwerke als Möglichkeit, von dort online einzukaufen.

Zwar verdient Facebook mit seinen Verkaufs-Gruppen derzeit kein Geld, weil es weder für das Anbieten noch für die Abwicklung Gebühren verlangt, aber das könnte sich auch ändern. Der Konkurrent Ebay ist allerdings noch deutlich größer: Nach eigenen Angaben stehen bei dem Internet-Auktionshaus weltweit derzeit rund 800 Millionen Produkte zum Verkauf. Dem Zeitungsbericht zufolge wollte Facebook keine Angaben zur Zahl der Angebote oder Verkäufe machen. Nur so viel: Kleidung, Autos, Autoteile und Sportbedarf seien die beliebtesten Kategorien. Immerhin: Facebook hat fast zehn Mal so viele aktive Nutzer wie Ebay, das Ende Juni 157 Millionen registrierte Nutzer meldete.

Facebook hatte schon 2007 eine Marktplatz-Funktion vorgestellt, die sich aber nicht durchsetzen konnte. Ein Problem war: Nutzer konnten nicht nach Standort von Händlern suchen und Verkäufer konnten in dem Netzwerk nur an ihre eigenen Freunde verkaufen. Das hat der Konzern jetzt geändert: mit der Öffnung der Verkaufs-Gruppen für Nutzer, die nicht mit dem Verkäufer bei Facebook befreundet sind.

Auch ein anderes Problem ist schon gelöst: Facebook erlaubt es seinen US-Nutzern seit dieser Woche, sich Zahlungen über die Messenger-App zu schicken, auch wenn sie nicht befreundet sind.

nck



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insgesamt 14 Beiträge
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paulaschwarz 04.09.2015
1. FB den Rücken kehren.
Das einzig richtige was man machen sollte. Kostet nur Zeit und ist für nichts sinnvoll.
humble_opinion 04.09.2015
2. Konkurrenz belebt das Geschäft
Schön, wenn Ebay nennenswerte Konkurrenz bekommt. Vielleicht sorgt der Druck dann dafür, dass sich etwas ändert - Höhe der 'Gebühren' (die ja schlicht Preise sind), die Unverschämtheit, an den Versandkosten ohne jede Leistung noch mitverdienen zu wollen, und vor allem diese Farce namens Käufer-/Verkäuferschutz, die zu Myriaden nutzloser Emails führt und so gut wie nichts bringt. Bin seit 2001 als privater Käufer und Verkäufer dabei. Die ersten Jahre haben Spaß gemacht. Inzwischen bin ich genervt von einem nur noch geldgierigen Konzern, der seine Kunden mit seinem Pseudo-Service abkassiert.
FrankDr 04.09.2015
3.
konkurrenz belebt das Geschäft und ebay ist zu teuer. Momrntan nutze ich die App Shpock noch am öftesten
nolabel 04.09.2015
4. Die Zahl der Nutzer
dürfte ein Bruchteil der 1,5 Mrd. sein, die irgendwann mal ein Fb-Konto angelegt haben. Mann sollte diese von einem Konzern herausposaunten Mondzahlen nicht einfach übernehmen. Warum nicht ein "angeblich" davor setzen?
enforca 04.09.2015
5. Geld von Facebook?
Aha, erst der Anit-Ebay Artikel und einen Tag später Werbung für die Facebook-Alternative... Na so ein "Zufall"...
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