New York - Er nutzte die erstbeste Gelegenheit, um große Teile an Facebook abzustoßen: Mit dem deutschstämmigen Peter Thiel hat sich ein Investor der ersten Stunde von einem riesigen Paket seiner Anteile am sozialen Netzwerk getrennt - unmittelbar nach Ablauf der Haltefrist. Thiel hat in der vergangenen Woche insgesamt 20,06 Millionen Anteilsscheine verkauft, geht aus einer am Montagabend veröffentlichten Börsenmitteilung hervor.
Pikant daran: Die Haltefrist für Alteigentümer und Mitarbeiter war am Donnerstag abgelaufen. Sie durften von da an rund 271 Millionen Anteilsscheine abstoßen, was der Aktie neue Verluste bescherte. Der Kurs des Internetgiganten rutschte zeitweise sieben Prozent ins Minus. Teils kostete das Papier weniger als halb so viel wie beim Börsengang im Mai mit 38 Dollar.
Auch Thiel bekam für seine Papiere nur noch zwischen 19,27 und 20,69 Dollar oder insgesamt rund 400 Millionen Dollar. Trotzdem hat sich das Facebook-Investment für den Milliardär als weitere Goldgrube erwiesen. Im Jahr 2004, als das soziale Netzwerk noch ganz am Anfang stand, hatte Thiel vergleichsweise magere 500.000 Dollar in das Unternehmen gesteckt und dafür einen Anteil von rund zehn Prozent bekommen. PayPal-Gründer Thiel sitzt auch im Verwaltungsrat von Facebook, dem höchsten Firmengremium.
Neben Thiel gehört auch der Risikokapitalgeber Accel Partners zu den ganz frühen Unterstützern des von Mark Zuckerberg gegründeten Netzwerkes. Laut einer anderen Pflichtmitteilung teilte Accel am Donnerstag 57,8 Millionen Facebook-Aktien den Partnern seiner diversen Fonds zu. Diese können die Scheine nun verkaufen oder in ihren Portfolios behalten.
Viele Anleger zweifeln am Geschäftsmodell von Facebook. Immer mehr Nutzer greifen mit ihren Smartphones auf Facebook zu. Von den 955 Millionen Nutzern kommunizieren inzwischen 543 Millionen mobil mit ihren Freunden und Bekannten auf Facebook. Auf den kleinen Bildschirmen lässt sich aber kaum Werbung unterbringen. Anzeigen sind die Haupteinnahmequelle von Facebook, durch die Verlagerung der Abrufe ins mobile Internet verlangsamt sich das Wachstum. Neue Einnahmequellen im mobilen Web müssen sich aber erst noch entwickeln. Auch andere jüngste Börsenstars wie Groupon oder Zynga haben zuletzt deutlich an Wert verloren.
yes/dpa/Reuters
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