Peter Thiel gilt als einer der besten Finanzmanager der Welt. Der Mitgründer des Online-Bezahldienstes PayPal verwaltet Milliarden in seinem Clarium-Fonds. 2004 investierte er eine halbe Million Dollar in Facebook, sicherte sich damit an dem sozialen Netzwerk sieben Prozent, die heute Milliarden wert sind. Der heute 43 Jahre alte gebürtige Deutsche hält unverwandt an Investitionen in Hightech fest und glaubt nicht an eine neue Finanzblase.
"Es gibt keine Blase, nicht bei Facebook, nicht bei LinkedIn und bei keinem der anderen bekannten Unternehmen", so Thiel im SPIEGEL. Thiel glaubt, dass stattdessen sogar noch mehr investiert werden müsse: "Wir müssen mehr in Technologie investieren, weit mehr Ressourcen aufbringen, das Gaspedal tiefer durchtreten, wenn wir in diesem Jahrhundert vorankommen wollen." Die Angst vor einer neuen Blase sei vor allem psychologisch zu begründen: "Wir haben immer noch einen enormen Kater von den neunziger Jahren."
Thiel sieht nicht "den Wahnsinn von früher" wiederkehren, sondern im Gegenteil eine "kulturelle Transformation". Bis zur Finanzkrise sei die Wall Street das ökonomische Rückgrat der USA und damit der Welt gewesen, "dort, wo man als junger, talentierter Mensch hingeht, um etwas aus sich zu machen". Doch damit sei es nun vorbei: "Es gibt das Verständnis, dass der Finanzwahnsinn nicht unsere Zukunft sein kann", dass "die Prioritäten neu gesetzt wurden". Das Silicon Valley sei nun an der Spitze gelandet, als einziger Ort, "der noch Wachstum und Fortschritt verspricht".
mak
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