Interview des Facebook-Chefs Zuckerberg geht von Jahren aus, bis Datenprobleme gelöst sind

"Wir werden uns aus diesem Loch herausgraben": Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich erneut zum Datenskandal seiner Firma geäußert. Auch für die Kritik von Apple-Chef Tim Cook findet Zuckerberg klare Worte.

Mark Zuckerberg
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Mark Zuckerberg


Facebook wird nach den Worten von Unternehmenschef Mark Zuckerberg "einige Jahre" brauchen, um seine Probleme mit dem Schutz von Nutzerdaten zu beheben. Er wünschte, er könnte alle diese Probleme in drei oder sechs Monaten lösen, doch sei eine "längere Zeitspanne" nötig, sagte Zuckerberg in einem am Montag veröffentlichten Interview des US-Nachrichtenportals "Vox". Facebook werde sich aus "diesem Loch herausgraben", doch werde dies einige Jahre dauern.

Der Internetkonzern steht durch den Skandal um die mutmaßliche Abschöpfung der Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern durch die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica unter massivem Druck. Die Daten sollen für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgewertet und genutzt worden sein. Behörden in den USA wie in Großbritannien haben Ermittlungen eingeleitet.

Zuckerberg sagte in dem "Vox"-Interview, die Probleme von Facebook seien unter anderem dadurch entstanden, dass sein Unternehmen zu idealistisch gewesen sei und sich zu sehr auf die positiven Aspekte der Vernetzung von Menschen konzentriert habe. Facebook habe sich dabei nicht genügend "um einige der negativen Gebrauchsweisen" der von dem Netzwerk zur Verfügung gestellten Instrumente gekümmert.

Zuckerberg kontert Kritik von Tim Cook

Auch konterte Zuckerberg die Seitenhiebe des Apple-Chefs Tim Cook und widersprach, dass es Apple mit seinen Kunden besser meine als Facebook mit seinen Nutzern. Cook mache es sich "extrem leicht", wenn er argumentiere, Facebook liege nichts an seinen Mitgliedern, nur weil sie nichts bezahlten. "Das klingt lächerlich für mich," sagte Zuckerberg.

Zuvor hatte sich Apple-Chef Tim Cook kritisch über Facebook geäußert. Auf die Frage, was er tun würde, wenn er jetzt in Mark Zuckerbergs Schuhen stecken würde, antwortete er: "Ich wäre nicht in dieser Situation". Denn Apple würde nicht die Daten seiner Kunden auswerten. Apple könne "eine Tonne Geld" machen, habe sich aber dagegen entschieden.

Als Reaktion auf den Skandal hatte Facebook bereits in den vergangenen Tagen eine Reihe von Änderungen in dem Onlinenetzwerk angekündigt. Durch eine Neugestaltung der Facebook-Seiten sollen die Nutzer nach Angaben des Unternehmens leichteren Zugang zu Einstellungen und Funktionen erhalten, mit denen sie die Sicherheit ihrer Profile erhöhen können.

hej/AFP



insgesamt 82 Beiträge
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Hagbard_Celine235 02.04.2018
1. Was für ein Quark
Facebook ist ein Werbenetzwerken, dass vom Verkauf der gratis von seinen Mitgliedern produzierte Daten an seine Kunden lebt Die einzigen „positiven Effekte der Vernetzung“ sind jene, die veräusserbare Daten generieren. Alles andere ist Marketing-Mist. Apples Geschäftsmodell ist ein anderes.
charleshenry 02.04.2018
2. Jahre??
Will er überhaupt es lösen? Jahre ist doch wohl ein Witz? Oder besagt Jahre das Facebook komplett verseucht ist und komplett neu aufgebaut werden muss? Aber es besagt auch was anderes, dass den Entwicklern und Betreibern von Facebook die Nutzer scheiß egal waren. Wichtig war offenbar nur Geld zu machen.
oldeisi 02.04.2018
3. EU muss halt
eine bestimmte Zeitspanne vorgeben, so max. 2 Monate, ab dem Zeitpunkt muss das Geld kosten: z. Bsp. 20 Mio. ?/Tag. Ja, dann kann er sich ein paar Jahre raus graben. Ist nach weiteren zwei Monaten immer noch nichts passiert: verdoppeln...., usw..
XDB 02.04.2018
4. Apple vs. Birnen ( Facebook )
Nun, Apple hat den Vorteil, dass es "echte" Produkte vertreibt, also Datenhehlerei nicht nötig hat ( ob es doch hier oder da passiert, das sei dahingestellt ). Facebook hat keinerlei Produkt, es lebt alleine von der Menge der Nutzer und deren Bereitschaft ( oder ggf. Unkenntnis / Naivität ... ), ihre Daten bei Facebook auf den Servern zu hinterlegen. Die Auswertung dieser Daten zu diversen Zwecken ( Werbung ist nur eine davon ) ist schließlich die Basis des "Geschäftsmodells" von Facebook.
modman 02.04.2018
5. Unfassbare Naivität
Ich glaube MZ. Gerade weil er so naiv war die letzten Jahre und alle Hinweise und Erkenntnisse hinsichtlich des Datenmissbrauchs bei Facebook ignoriert hat, sollte er als CEO zurück treten. Jemand, der sich mit Micro Targeting Firmen wie Cambridge Analytica umgibt, hat den Bezug zur Realität verloren.
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