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25. Mai 2012, 07:21 Uhr

Börsengang

Morgan Stanley will offenbar Facebook-Anleger entschädigen

Nach dem Facebook-Debakel bemüht sich Morgan Stanley um Schadensbegrenzung: Die US-Großbank prüft offenbar, Kleinanleger zu entschädigen, die zu viel für die Aktie des Online-Netzwerks gezahlt haben. Inzwischen hat sich auch der mächtige Bankenausschuss eingeschaltet.

New York - Kleine Hoffnung für enttäuschte Facebook-Investoren: Die US-Bank Morgan Stanley prüft nach dem verpatzten Börsengang des Internetunternehmens offenbar die Entschädigung einiger Investoren. Privatkunden, die beim Kauf der Aktien zu viel bezahlt haben, sollen eine Kompensation erhalten, berichteten Insider am Donnerstagabend. Um welche Größenordnung es sich bei den Zahlungen handeln könnte, war zunächst nicht bekannt.

Morgan Stanley war beim Facebook-Börsengang die federführende Bank. Nach einer technischen Panne beim Verkaufsstart am Freitag gibt es inzwischen auch mehrere Klagen von Anlegern, die Morgan Stanley vorwerfen, die eigenen gesenkten Umsatzprognosen für das soziale Netzwerk nur einem kleinen Kundenkreis unterbreitet zu haben. Einige Großinvestoren, so berichten es US-Medien, stornierten daraufhin ihre Kaufaufträge, während Kleinanleger und weniger gut vernetzte institutionelle Investoren zuschlugen und nun herbe Verluste hinnehmen müssen.

Die Facebook-Aktie hatte zwar am vierten und fünften Handelstag ihren freien Fall gestoppt. Mit rund 33 Dollar liegt das Papier aber immer noch weit unter dem Ausgabepreis von 38 Dollar. Der Gesamtwert von Facebook schrumpfte binnen einer knappen Woche von mehr als 104 Milliarden auf unter 90 Milliarden Dollar zusammen.

Das weltgrößte Online-Netzwerk sieht sich daher nicht nur mit den Klagen konfrontiert. Die Aufsichtsbehörden wie die SEC schauen sich die Vorgänge nun an, auch einzelne Finanzmarkt-Regulierer in den US-Bundesstaaten haben sich eingeschaltet. Der mächtige US-Bankenausschuss will sogar über eine Anhörung dazu entscheiden. Dann könnte es auch sein, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerberg persönlich vor dem Ausschuss erscheinen muss, um Rede und Antwort zu stehen. "Es gibt einiges, was wir über diesen Börsengang nicht wissen", sagte Senator Sherrod Brown, der Mitglied des Ausschusses ist.

yes/dapd

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