Börsengang Morgan Stanley will offenbar Facebook-Anleger entschädigen

Nach dem Facebook-Debakel bemüht sich Morgan Stanley um Schadensbegrenzung: Die US-Großbank prüft offenbar, Kleinanleger zu entschädigen, die zu viel für die Aktie des Online-Netzwerks gezahlt haben. Inzwischen hat sich auch der mächtige Bankenausschuss eingeschaltet.

Börsenticker an Morgan-Stanley-Zentrale in New York: Höhe der Entschädigung noch unklar
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Börsenticker an Morgan-Stanley-Zentrale in New York: Höhe der Entschädigung noch unklar


New York - Kleine Hoffnung für enttäuschte Facebook-Investoren: Die US-Bank Morgan Stanley prüft nach dem verpatzten Börsengang des Internetunternehmens offenbar die Entschädigung einiger Investoren. Privatkunden, die beim Kauf der Aktien zu viel bezahlt haben, sollen eine Kompensation erhalten, berichteten Insider am Donnerstagabend. Um welche Größenordnung es sich bei den Zahlungen handeln könnte, war zunächst nicht bekannt.

Morgan Stanley war beim Facebook-Börsengang die federführende Bank. Nach einer technischen Panne beim Verkaufsstart am Freitag gibt es inzwischen auch mehrere Klagen von Anlegern, die Morgan Stanley Chart zeigen vorwerfen, die eigenen gesenkten Umsatzprognosen für das soziale Netzwerk nur einem kleinen Kundenkreis unterbreitet zu haben. Einige Großinvestoren, so berichten es US-Medien, stornierten daraufhin ihre Kaufaufträge, während Kleinanleger und weniger gut vernetzte institutionelle Investoren zuschlugen und nun herbe Verluste hinnehmen müssen.

Die Facebook-Aktie hatte zwar am vierten und fünften Handelstag ihren freien Fall gestoppt. Mit rund 33 Dollar liegt das Papier aber immer noch weit unter dem Ausgabepreis von 38 Dollar. Der Gesamtwert von Facebook schrumpfte binnen einer knappen Woche von mehr als 104 Milliarden auf unter 90 Milliarden Dollar zusammen.

Das weltgrößte Online-Netzwerk sieht sich daher nicht nur mit den Klagen konfrontiert. Die Aufsichtsbehörden wie die SEC schauen sich die Vorgänge nun an, auch einzelne Finanzmarkt-Regulierer in den US-Bundesstaaten haben sich eingeschaltet. Der mächtige US-Bankenausschuss will sogar über eine Anhörung dazu entscheiden. Dann könnte es auch sein, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerberg persönlich vor dem Ausschuss erscheinen muss, um Rede und Antwort zu stehen. "Es gibt einiges, was wir über diesen Börsengang nicht wissen", sagte Senator Sherrod Brown, der Mitglied des Ausschusses ist.

yes/dapd

insgesamt 2 Beiträge
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Fritze_1955 25.05.2012
1.
Wer in diese Blase investierte ist selber schuld, Es war abzusehen, dass zuviel für eine Company bezahlt werden musste, die nur geistiges Eigentum besitzt. Das wird sich zu einer riesigen Geldvernichtungsmaschine entwickeln.
ex_Kamikaze 25.05.2012
2. Entschädigung? Wofür?
Es war doch von vornherein klar das es sich um ein hochspekulatives Papier handelt mit wenig Substanz. Eine Firma die eine Dienstlestung erzeugt die nicht lebensnotwendig ist, sich von Werbung finanziert und gegen etliche Datenschutzgesetzte verstößt und darüberhinaus praktisch keine Anlagewerte besitzt. Umsatzzahlen und Gewinne waren ebenso verfügbar, jeder der die Faustregeln der Börse kennt wußte also was gespielt werden würde und wie die Marktkapitalisierung bestenfalls aussehen dürfte. Natürlich haben Zuckerberg und die Bank sich bereichert: es war aber niemand gezwungen dieses Schrottpapier zu kaufen und es gibt kein Gesetz mit einem Recht auf Gewinn durch Spekulation. Und es ist niemand befreit von der Eigenverantwortung sich selbst seriös zu informieren und die Träumerei zu lassen.
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