Hamburg - Kleinanleger verlieren Geld, große Banken kassieren ab: Banken um Konsortialführer Morgan Stanley haben am Kursrutsch der Facebook-Aktie verdient. Allein Morgan Stanley hat nach Informationen des manager magazin wohl mehr als 50 Millionen Euro Gewinn dabei gemacht, Aktien nach dem Kursabsturz billig zurückzukaufen.
Dem Brokerhaus kam in den ersten 30 Tagen nach dem Facebook-Debüt am 18. Mai die Aufgabe zu, Aktien vom Markt zu kaufen, falls der Kurs unter den Ausgabepreis von 38 Dollar fallen sollte. Weil tatsächlich die Notiz stark eingebrochen ist, hat die Bank höchstwahrscheinlich alle 63 Millionen Zusatzaktien wieder zurückerworben. Das manager magazin berichtet darüber in der neuen Ausgabe, die am Freitag erscheint.
Das war besonders lohnend von der zweiten Woche an, als der Kurs mehr als zehn Dollar unter den Ausgabepreis sank. "Nach dem Ende der ersten vollen Handelswoche am 25. Mai hatte Morgan Stanley wahrscheinlich maximal zwei Drittel des Greenshoe zurückgekauft", sagt Roland Rausch, der von 2003 bis 2007 Morgan Stanleys Team für Technologie-Börsengänge in New York leitete.
Um die dann noch im Markt verbliebenen mehr als 20 Millionen Aktien zu erwerben, hatte die Bank bis Mitte Juni Zeit. Bei einem zwischenzeitlich auf 28 Dollar gesunkenen Börsenkurs errechnet sich ein Zusatzgewinn von mehr als 200 Millionen Dollar für das Konsortium.
Als leitender Konsortialführer bekam Morgan Stanley 38,5 Prozent des Gewinns aus der Rückholaktion, fast doppelt so viel wie der zweitgrößte Profiteur, J.P.Morgan. Facebook
selbst erhielt davon keinen Cent.
ssu
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