Quartalsbericht Facebook enttäuscht Investoren mit Nutzerzahlen - Aktie stürzt ab

Facebook gewinnt weniger neue Mitglieder hinzu als erwartet. Analysten hatten damit nicht gerechnet - der Börsenwert des Unternehmens sank zeitweise um 128 Milliarden Euro.

Facebook-Logo in Paris
REUTERS

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Facebook hat im zweiten Jahresquartal - nach dem Skandal um Cambridge Analytica und dem Greifen der neuen EU-Datenschutzregeln - die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Das weltgrößte Onlinenetzwerk verfehlte unter anderem die Prognosen bei Umsatz und Nutzerzahlen. Zudem ging in Europa die Zahl der monatlich aktiven Nutzer zurück. Die Aktie reagierte am Mittwoch nachbörslich mit einem Sturz von zeitweise rund 23 Prozent. Der Börsenwert sank dadurch um umgerechnet etwa 128 Milliarden Euro.

Ungeachtet der verfehlten Erwartungen von Analysten ist Facebook aber weiterhin eine Geldmaschine: Der Umsatz im Quartal bis Ende Juni stieg im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 13,23 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten mit 13,36 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn nahm um 31 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar zu.

Die Zahl der Nutzer, die sich mindestens einmal im Monat bei Facebook einloggten, wuchs den Angaben zufolge auf 2,23 Milliarden. Im Juni dieses Jahres nutzten insgesamt 1,47 Milliarden Menschen das Netzwerk täglich, das ist im Jahresvergleich ein Anstieg um elf Prozent. Auf mindestens eine App aus dem Facebook-Konzern - dazu gehören unter anderem auch die Fotoplattform Instagram und der Chatdienst WhatsApp - griffen rund 2,5 Milliarden Nutzer zu, hieß es.

Facebook Chart zeigen selbst hatte zuvor gewarnt, dass die Zahl der monatlich und täglich aktiven Nutzer in Europa im zweiten Quartal voraussichtlich stagnieren oder leicht zurückgehen werde. Auslöser sei die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU, die ab dem 25. Mai befolgt werden muss. Dadurch wird die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Unternehmen, Vereine oder Behörden deutlich strenger geregelt als bisher.

Tatsächlich fiel in Europa die Zahl mindestens einmal im Monat aktiver Nutzer von 377 auf 376 Millionen. Bei den täglich zurückkehrenden Mitgliedern gab es einen Rückgang von 282 auf 279 Millionen. Facebook-Manager gaben keine Prognose dazu ab, wie sich diese Zahlen entwickeln werden. Firmenchef Mark Zuckerberg sagte zugleich, es sei ermutigend, dass die große Mehrheit der Nutzer in Europa der weiteren Datenauswertung für personalisierte Werbung zugestimmt habe

Es war auch das erste komplette Quartal seit Bekanntwerden des Datenskandals um Cambridge Analytica Mitte März. Das Netzwerk war unter massive Kritik geraten, weil Daten von Millionen Nutzern ohne deren Wissen an die Datenanalyse-Firma abgeflossen waren. So sollten Persönlichkeitsprofile von Millionen Menschen entstehen, die Cambridge Analytica zu Geld machen wollte.

aar/dpa/Reuters

insgesamt 27 Beiträge
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frenchie3 26.07.2018
1. Gewinn legt um 31 Prozent zu
und die Aktienfuzzis lassen die Aktie abrutschen?! Wer bisher nicht wußte was Gier ist wird es jetzt wohl verstehen
sir wilfried 26.07.2018
2. Enttäuschend
Ein Plus von 42 % und 5,1 Milliarden Gewinn - das kriegt doch jeder hin. Also Freunde, helft Marc. Postet, was das Zeug hält, klickt Werbung, hört nicht auf die Spielverderber, die auf solch mickrige Erträge auch noch Steuern fordern wollen.
Johannes60 26.07.2018
3.
was mal wieder zeigt, dass der Börsenwert von facebook etc. reine Spekulation ist.
hansistyle2 26.07.2018
4.
zum austausch ist twitter momentan die beliebtere plattform, facebook verdient nur noch durch die werbung und niemand will mehr auf facebook werben. spätestens nachdem tron (tronix) sich durchgesetzt hat ist fb komplett obsolet, die adhs jugend von jetzt (twitter, snapchat) und di cryptonerds von morgen bestimmen nämlich die internetrevolution und die wird früher oder später Justin Sun anführen. Google ist euer Freund.
willgence 26.07.2018
5. Gier
Eine Steigerung um 42% und ein Gewinn(!) von mehr als 5 Mrd. - in einem viertel Jahr!!! UND DAS IST NICHT GENUG??? Nicht zuletzt eine Firma, die noch nicht einmal etwas herstellt! Dieses Gebaren wird die Wirtschaft in den Untergang treiben - NACHDEM es alle Banken erwischt hat und dann uns . . . alle! Gute Nacht!
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