Nach Facebook-Skandal Cambridge Analytica muss schließen

Für den Wahlkampf von Donald Trump wertete Cambridge Analytica 2016 millionenfach unrechtmäßig Facebook-Daten aus. Nun hat das Unternehmen laut einem Medienbericht seine Dienste eingestellt.

Alexander Nix, ehemaliger Cambridge Analytica Chef
AFP

Alexander Nix, ehemaliger Cambridge Analytica Chef


Die umstrittene britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica ist insolvent. Das berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf Unternehmensmanager. Auch die britische Dachgesellschaft SCL Group zieht sich aus dem Geschäft zurück, sagte SCL-Gründer Nigel Oakes der Zeitung.

Nachdem herauskam, dass die Firma im sogenannten Facebook-Skandal für das Trump-Wahlkampfteam 2016 Facebookdaten in großen Mengen illegalerweise ausgewertet hatte, brachen dem Unternehmen offenbar die Kunden weg. Noch im März hatte die Firma ihren Vorstandsvorsitzenden Alexander Nix suspendiert und eine unabhängige Prüfung im eigenen Haus eingeleitet. So habe verhindert werden sollen, dass das Unternehmen zukünftig Datenschutzregeln breche. Nun aber habe Cambridge-Analytica auch wegen der steigenden Rechtsgebühren im Facebook-Skandal aufgegeben, berichtet "WSJ" weiter.

Zuvor war ein Video des Senders "Channel-4" veröffentlicht worden, in dem Alexander Nix vor einer versteckten Kamera über dubiose Geschäftsmethoden spricht. Auf die Frage nach der Möglichkeit, negative Informationen über politische Opponenten zu beschaffen, antwortete Nix seine Firma könne "Mädchen zum Haus des Kandidaten schicken". Ukrainerinnen seien "sehr schön, ich finde, das funktioniert sehr gut".

ans/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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sven2016 02.05.2018
1.
Die Firma war für den Wahlkampf in USA gegründet. Der Finanzier setzte Bannon dort als Vorstand ein. Die Arbeit ist erledigt. Für den nächsten Wahlkampf wird eine andere gegründet. Man hat's ja. Und dort kommt wieder Frau Conway zum Zug. Sie kommt genau aus der Branche.
Profdoc1 02.05.2018
2. Mein...
Bedauern hält sich in Grenzen.
gracie 02.05.2018
3. Cambridge Analytica muss schließen....
.....und begrüsst sie recht herzlich unter neuem Namen ein paar Blocks weiter. Selbstverständlich folgt die diskrete Kundenkartei, das aktuelle Angebot wird aktualisiert und erweitert. Wo ein Wille, Unmengen Geld und Beziehungen sind, ist auch ein Weg. Absolute Diskretion garantiert. Mit freundlichen Grüssen Cambridge Analytica
oidahund 02.05.2018
4.
Der langjährige Ex-Kumpel von Trump Bannon war nicht zufällig der Chef bei CA ..... der Job ist getan, die Aufregung kommt zu spät - außer es plaudert jemand aus, wer das Geld zur Verfügung gestellt hat. Dann wird Mueller vielleicht auf den Plan gerufen, wenn er dann noch darf.
gandhiforever 02.05.2018
5. Eingestellt und wird
Nun haben die Datendiebe ihre dienste eingestellt. Dann wird der Verein bald, so wie die Soeldnerfirma Blackwater, unter anderem Namen wieder auftauchen.
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