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Nach guten Quartalszahlen: Facebook-Aktie schießt 20 Prozent nach oben

Einen solchen Quartalsabschluss hatten auch die optimistischsten Analysten nicht erwartet: Facebook konnte dank rasch steigender Nutzerzahlen und guter Werbeeinahmen seinen Gewinn auf 331 Millionen Dollar steigern. Die Aktie legte nachbörslich um 20 Prozent zu.

Facebook-App: Wachstumssektor Mobilfunk Zur Großansicht
REUTERS

Facebook-App: Wachstumssektor Mobilfunk

New York - Facebook versöhnt nach dem holprigen Börsendebüt vor einem Jahr langsam die Anleger: Weil das weltgrößte Soziale Online-Netzwerk im zweiten Quartal mehr Nutzer und Werbekunden gewinnen konnte als von Analysten erwartet, schoss die Facebook Chart zeigen-Aktie nachbörslich um 20 Prozent hoch auf 32 Dollar. Das ist nicht mehr allzu weit entfernt von den 38 Dollar, die das Papier beim Börsengang kostete.

"Wir haben gute Fortschritte dabei gemacht, unsere Nutzerzahl zu vergrößern und die Beteiligung zu steigern", erklärte Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg am Mittwoch am Sitz im kalifornischen Menlo Park. Das Netzwerk hat nun 1,15 Milliarden aktive Nutzer im Monat. Im ersten Geschäftsquartal 2013 hatte Facebook angegeben, dass rund 751 Millionen Nutzer mindestens einmal im Monat über mobile Endgeräte auf das soziale Netzwerk zugreifen, 54 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Entwicklung habe sich in "starken Finanzergebnissen" niedergeschlagen, sagte Zuckerberg. Er hob dabei vor allem das Geschäft auf Smartphones und Tablet-Computern hervor, das lange die Achillesferse des Unternehmens war.

Das Unternehmen erzielt mittlerweile 41 Prozent seiner wichtigen Werbeeinnahmen über mobile Geräte. Vor einem dreiviertel Jahr waren es erst 14 Prozent. Insgesamt konnte Facebook den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 53 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro) ausbauen. Der Gewinn lag unterm Strich bei 331 Millionen Dollar, nachdem vor einem Jahr noch ein Verlust von 157 Millionen Dollar angefallen war.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatzwachstum von 16,7 Prozent auf 1,62 Milliarden Dollar gerechnet. An der Wall Street herrschte schon zuvor Optimismus, da das Unternehmen zuletzt bereits ein Wachstum im mobilen Internet verzeichnet hatte. An der Börse gilt es als besonders wichtig, dass das soziale Netzwerk den Übergang ins mobile Zeitalter schafft.

Wachsende Mobilzugriffe

Die Zahl der Kunden, die täglich mobil auf Facebook zugreifen, ist jedoch deutlich niedriger als die Monatszahl. Jüngere Nutzer greifen auf dem Handy auf eine Vielzahl sozialer Medien zu. Ein Beispiel ist SnapChat, eine App, die es ermöglicht, Freunden Fotos zu senden, die nur eine bestimmte Anzahl an Sekunden sichtbar sind und sich dann selbst zerstören. Solche Konkurrenten haben sehr konkrete Nutzungskontexte, sie erfüllen eine konkrete Funktion qualitativ besser als das Universal-Social-Netzwork Facebook.

Zuckerberg wies allerdings Berichte zurück, Jugendliche zögen sich aus dem Sozialen Netzwerk zurück. "Nach den Daten, die wir haben, ist das nicht wahr", sagte der Firmenchef. "Teenager nutzen Facebook weiterhin sehr intensiv."

Analysten halten die Wettbewerber ebenfalls einstweilen für beherrschbar. "Wir glauben, dass solch konkurrierende Dienste nur einen moderate Wirkung auf Facebook haben", sagte etwa Doug Anmuth, IT-Experte bei der US-Bank Morgan Stanley Chart zeigen. Andere Experten nennen Facebooks Mobilstrategie beeindruckend. Der Umbau des Unternehmens gehe rasch voran, die Aussichten seinen vorerst gut.

Zukunft der Werbung

Eine andere wichtige Frage, die noch zu klären sein wird, ist, ob Facebook auf den kleinen Handy-Displays ebenso viel Geld mit Werbung verdienen kann wie auf den geräumigen Tablet- oder PC-Bildschirmen. Und ob die Nutzer die mobile Werbung annehmen - oder als störend empfinden. Das Unternehmen hatte zuletzt die Bedienfreundlichkeit seiner mobilen Werbeformate erhöht.

Der Ausblick für die kommenden Quartale ist ebenfalls positiv. Analysten erwarten, dass das Netzwerk bald Videowerbung einführen wird. Erst kürzlich hatte die Facebook seine mobile Foto-Community Instagram um eine Videofunktion erweitert. Mobile Videowerbung dürfte bald folgen, sagte Michael Pachter, Analyst bei der Firma Wedbush.

Dasselbe ist für Facebook denkbar. Nach Angaben der Vermarktungsfirma Spruce Media könnte ein Spot je nach Werbekunden bis zu eine Million Dollar kosten. Sofern eine solche Bewegtbild-Offensive die Nutzer nicht vergraulen würde, wäre sie für Facebook eine reichhaltige Erlösquelle.

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ssu/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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1. snapchat
funnyone2007 25.07.2013
na wenn jemand schnell genug ist macht er mit dem Handy einen Screenshot bevor das Bild weg ist. Abgesehen davon, kann man mit diesem Tool Leute belästigen /z.b. sexuell) ohne dass es Beweise gibt.. (ausser eben screenshot)
2. Tja nur leider ist dem so ....
oneck 25.07.2013
"Sofern eine solche Bewegtbild-Offensive die Nutzer nicht vergraulen würde, wäre sie für Facebook eine reichhaltige Erlösquelle" Die Mehrzahl sämtlicher Internetuser der älteren "geeks", welche noch Rams gelötet haben und deren Kinder, die nun auch schon um die 30 sind...... haben m.E. nen Problem mit der kapitalieseirung des ex arpanets ..... :) aber die sind nur chillig über tor (unter selbst compilter unix) bei fb und dat aus jux,leider kommunizieren viel zu wenige, von denen die es könnten über pgp macht cryptoparties leute und bringt den daus dat auf nen Stick..... 42
3. Dank konzertierter Nachfrage durch NSA
Third eye 25.07.2013
gehen alle Verräter-Aktien nach oben.
4. Ich würde zurzeit keine Aktien von Facebook, Google etc. kaufen
wuffulus 25.07.2013
Irgendwann wird sich der DatenSkandal doch mal auswirken.
5. na???
tomsmile 25.07.2013
da hat doch wohl die nsa nachgeholfen...
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