Trotz Gewinnanstieg Facebook stimmt seine Aktionäre auf härtere Zeiten ein

Facebook konnte seinen Gewinn im ersten Quartal dank Werbeeinnahmen erneut kräftig steigern. Das Management warnt nun aber vor einer Verlangsamung des Wachstums.

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Der Internetkonzern Facebook hat im ersten Quartal 2017 rund drei Milliarden Dollar und damit 76 Prozent mehr verdient als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Die Erlöse gehen fast völlig auf Werbeeinnahmen zurück, die das Online-Netzwerk inzwischen zu 85 Prozent mit Reklame auf Smartphones und Tablets erzielt.

Trotz der guten Zahlen stellt Facebook seine Aktionäre aber auf härtere Zeiten ein, weil das Unternehmen den Nutzern nicht unbegrenzt Werbeanzeigen zumuten könne. Manche Investoren haben sich schon seit geraumer Zeit die Frage gestellt, wie lange das Unternehmen in dem Gebiet weiter wachsen kann.

Für den Rest des Jahres 2017 blieb das weltgrößte soziale Netzwerk bei seiner Einschätzung, dass die Werbeerlöse deutlich langsamer zulegen dürften. Finanzchef David Wehner stellte die Investoren zudem auf höhere Ausgaben ein, die das Ergebnis belasten dürften. Mit dem enttäuschenden Ausblick verprellte das US-Unternehmen die Anleger: Im nachbörslichen Handel am Mittwoch fiel die Facebook-Aktie um 2,4 Prozent.

Kontroverse um Videos

Facebook war zuletzt wegen der Verbreitung von Mord-Videos in die Schlagzeilen geraten und will nun mit 3000 weiteren Mitarbeiter gegen Gewalt-Filme vorgehen.

Der Konzernchef begründete die Entscheidung mit den jüngsten verstörenden Videos: Vergangene Woche hatte ein thailändischer Mann auf Facebook ein Live-Video von der Ermordung seines Babys sowie von seinem Suizid veröffentlicht. Eine Woche zuvor war ein US-Bürger, der ein Video von der Ermordung eines Großvaters auf Facebook gepostet hatte, von der Polizei gesucht worden. Der "Facebook-Mörder" nahm sich nach drei Tagen auf der Flucht das Leben.

Kritiker haben Facebook vorgeworfen, zu spät auf im Internet veröffentlichte Gewalt reagiert zu haben. Einige fordern die Abschaltung der Funktion Facebook Live.

hej/Reuters/AFP



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