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Patentstreit beendet: Facebook und Yahoo schmieden strategische Allianz

Facebook und Yahoo haben überraschend ihren Patentstreit beendet und wollen künftig zusammenarbeiten. Das weltweit größte soziale Netzwerk und der angeschlagene Internetkonzern gaben eine strategische Allianz bekannt. Die beiden Firmen hatten sich monatelang gegenseitig mit Klagen überzogen.

Facebook-Managerin Sheryl Sandberg: Neue Allianz mit Yahoo Zur Großansicht
AP

Facebook-Managerin Sheryl Sandberg: Neue Allianz mit Yahoo

Sunnyvale/Menlo Park - Statt sich vor Gericht weiter um die Nutzung von Patenten zu streiten, wollen die US-Internetriesen Facebook und Yahoo künftig enger zusammenarbeiten. Das teilten die Unternehmen am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Allianz umfasst die für beide Seiten überlebenswichtige Werbung und Verbreitung von Inhalten. Die Patente dürfen sie nun gegenseitig nutzen.

"Ich bin zufrieden, dass wir das in einer positiven Art und Weise gelöst haben", sagte Facebook-Managerin Sheryl Sandberg am Freitag. Nutzer und Werbetreibende würden von der Zusammenarbeit der beiden Unternehmen profitieren, erklärte Yahoo-Interimschef Ross Levinsohn.

Yahoo war Mitte März gegen Facebook vor ein kalifornisches Gericht gezogen - kurz vor dem legendären Börsengang des weltweit bekannten Netzwerks. Der Internetpionier warf dem jüngeren Rivalen vor, Ideen abgekupfert zu haben. Facebook reagierte mit einer Gegenklage.

Chefsuche bei Yahoo offenbar zu Ende

Die gütliche Einigung hat mehrere Vorteile: Zum einen bleibt beiden Seiten ein langwieriges und teures Gezerre vor Gericht erspart. Zum anderen erhöhen sie mit der Partnerschaft bei Werbung und Inhalten ihre Schlagkraft. Yahoo leidet unter der Marktmacht des Rivalen Google. Facebook muss nach seinem Börsengang beweisen, dass das soziale Netzwerk ordentlich Geld verdienen kann.

Unabhängig von dem Patentstreit arbeiten beide Unternehmen bereits seit Jahren zusammen. So können Facebook-Nutzer beispielsweise Nachrichten auf der Yahoo-Seite mit ihren Freunden in dem sozialen Netzwerk teilen.

Derweil neigt sich die Chefsuche bei Yahoo offenbar dem Ende zu. Der als Kandidat gehandelte Vorstandsvorsitzende des Videoportals Hulu, Jason Kilar, stieg am Freitag nach Angaben des Unternehmens aus dem Rennen um den Top-Posten aus. Damit stehe nur noch der aktuelle Übergangschef Ross Levinsohn für die Position als dauerhafter Konzernlenker zur Verfügung, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Levinsohn hat seit Mitte Mai Erfahrungen auf dem Chefsessel gesammelt. In den vergangenen vier Jahren hatte Yahoo mehrere Chefs. Die fehlende Kontinuität in der Führung ist einer der Gründe, warum Yahoo der übermächtigen Konkurrenz von Google, Apple und Facebook kaum etwas entgegensetzen kann. Der US-Konzern gilt als richtungslos, seit er 2008 ein Übernahmeangebot von Microsoft ausschlug.

mal/dpa/afp

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Na ja,
kaiser-wilhelm 07.07.2012
Mother Yahoo ist doch der quasi Vorläufer von facebook. Hier konnte man doch schon früher Profile erstellen, Photos erstellen, Freunde suchen und Communities gründen. Das ganze kostenlos, mit e-mail und unbegrenztem Speicher. Und seit 2011 (Das Neue Yahoo) mit Genehmigung der User (verpflichtend beim Umstieg) unter Speicherung aller Texte, aller SMS und MMS und Mitschnitt aller Gespräche auf skype zu welchem Zweck auch immer. facebook ist Yahoo 2.0 und genau so geklaut wie Windows. Fenster aufmachen konnte man schon mit dem Atari 1024stF als die beruflich am PC tätigen Experten noch jeden der eine Maus verwendete belächelt haben. Über die Icons speziell über den Papierkorb (damals eine Mülltonne mit klapperndem Deckel) höhnische Artikel in der Fachpresse. Während damals die gängigen Büro IBM Geräte noch nicht über ein simpel funktionsfähiges Text-Programm verfügten, haben diese Atari User mit dem Programm Signum schon die Krönung in Gebrauch gehabt. Mit Midi-Programmen auf Atari PC wurden Tonstudios betrieben und der damalige 1MB Speicherchip (Motorola?) war ein Novum und war von Atari vorab für ein Jahr gekauft, soweit ich mich erinnere. Eine grafische Benutzer-Oberfläche in Büro-PCs gabs nicht, aber schon im alten Commodore C64, sie nannte sich GEOS oder ähnlich. Ich halte mich mal zurück hier mit meiner Meinung über die Herren Gates & Zuckerberg.
2.
notty 07.07.2012
Zitat von sysopErst klagte der eine, dann der andere: Seit März stritten Facebook und Yahoo erbittert um Patente. Nun wollen beide die Zusammenarbeit verstärken und ausgerechnet im umkämpften Werbemarkt kooperieren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,843102,00.html
Hoffentlich aendert sich bei Yahoo mal etwas an der Mail- Benutzerfreundlichkeit. In der Vergangenheit hat man diese Application stark 'verschlimmbessert'....
3. Was zusammengehört
lighter 07.07.2012
Passt doch hervorragend zusammen. Sandberg ist verheiratet und hat zwei Kinder mit Samuel Goldberg, der lange Jahre Vizepräsident von Yahoo und Generalmanager der Musikabteilung war. Eine jüdische Familie. Mehr Informationen dazu hier: http://www.fourwinds10.net/siterun_data/media/internet/news.php?q=1262024557
4. yahoo & fb
kaiser-wilhelm 07.07.2012
@notty (2.) - Die Yahoo Version welche ich bis 2011 nutzte wurde abgeschaltet. Umstieg auf -Das Neue Yahoo- habe ich wegen der AGB unterlassen. Mir blieb die als das Alte Yahoo Classic gemeldete Version, welche ich nicht kannte. Toll, simpel und übersichtlich. Ich hatte aber auch schon (weil Yahoo Nutzer) tolle Erlebnisse mit facebook, obschon ich da gar nicht drin bin. Das Texte aus Mailverkehr mit entsprechenden Programmen auf spezielle Wörter und Wortgruppen durchforstet werden, das war mir schon vor langer Zeit klar, und nicht etwa erst seitdem das vor kurzem mit arger Verspätung aus dem Medienwald schallte. Auch den Sinn und Zweck des -Gefällt mir- Buttons habe ich erkannt, und von daher noch nie -geliked-
5.
qvoice 07.07.2012
Vielleicht kommt was Gutes 'raus, bei einer solchen Allianz. Wenn man sieht, dass Google langsam überheblich wird (Einstellung von iGoogle trotz vieler Nutzer und fehlender Alternative) tut sich vielleicht Raum auf.
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