Steuerpraktiken US-Finanzamt verklagt Facebook

Die US-Steuerbehörde verlangt Einsicht in die Buchführung von Facebook, doch der Konzern weigert sich. Jetzt hat das Finanzamt Klage erhoben.

Facebook (Symbolbild)
REUTERS

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Die US-Steuerbehörde IRS hat in San Francisco eine Klage gegen den Internetkonzern Facebook wegen dessen Steuerpraktiken eingereicht. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte.

In der Klage fragt die Behörde nach den Rechten und Vermögenswerten, die der US-Konzern an seine Europazentrale in Dublin transferiert hat. Die IRS hatte demnach die Herausgabe von Dokumenten, darunter aus der Buchführung, verlangt. Dies habe Facebook aber verweigert. Mittels der Klage will die Steuerbehörde nun Einsicht in die Dokumente durchsetzen. Irland gehört zu den EU-Ländern mit den niedrigsten Unternehmensteuersätzen.

Die Steuerbehörde führt in ihrer Klage aus, dass sie sich derzeit mit den Steuererklärungen von Facebook für die am 31. Dezember 2010 geendete Steuerperiode befasse. Ein Teil dieser Untersuchungen konzentriere sich auf die Vereinbarungen, die zwischen der Facebook-Zentrale und der irischen Tochter getroffen worden seien.

Der Konzern ging in einer knappen Stellungnahme nicht näher auf die Klage ein. Das Unternehmen halte sich an die geltenden Gesetze und Regeln der Länder, in denen es tätig ist, erklärte eine Facebook-Sprecherin.

Facebook und auch anderen US-Internetriesen wie Google, Amazon und Apple wird regelmäßig in den USA wie Europa vorgeworfen, ihre Steuerzahlungen mithilfe von Niederlassungen in Niedrigsteuerländern drastisch zu senken.

asa/AFP



insgesamt 41 Beiträge
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mobes 07.07.2016
1. Steuersünder jagen ....
Auch wenn die USA viel falsch machen, das machen sie richtig.
hirseboy 08.07.2016
2. Das passiert in D nicht...
das Finanzamt hat die Hoheit über alles...
poisonnuke 08.07.2016
3. als ob da was passieren würde
erstmal wird Klage erhoben aber sicherlich im weiteren Verlauf läuft es auf einen Vergleich hinaus und irgendwelche Konsequenzen, die weitreichende Folgen für alle Konzerne hätte, wird es danach erst recht nicht geben.
elmond 08.07.2016
4. Alles erlaubt!?
Jeder hat eine soziale Verantwortung. Großkonzernen scheint das aber ziemlich egal zu sein. Milliarden-Gewinnen zum Trotz, die Gier wächst und wird niemals befriedigt werden können! Wir haben immer mehr Verordnungen, Paragraphen und Gesetze. Doch das scheint nicht wirklich zu helfen. "Geben ist seeliger, gen nehmen" - bedeutet nicht, dass man alles verschenken soll, aber es zeigt, dass ein gegenseitiges "Geben" für alle unglaublich viel wertvoller ist, als ein gegenseitiges "wegnehmen".
90-grad 08.07.2016
5. Legale Schlupflöcher
werden von Politikern und Regierungen offengehalten, um ihre besitzenden Freunde zu bedienen. So läuft das Geschäft. Google hat z.B. weltweit in 2013 über 5 Milliarden USD Gewinn gemacht. Mittels z.B. des "Double Irish", erst Irland, dann Bermudas oder ........, aber weltweit nur ca. 174 Mio USD Steuern bezahlt. Das macht einen Steuersatz von ca. 3 Prozent/Jahr. Allein für das "Steuerparadis" Irland ein Verlust von ca. 9,5 %. Davon können Arbeitnehmer nur träumen. Die Schere arm - reich wird weiter bestens bedient.
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