Hohe Nachfrage: Facebook verteuert Aktien vor Börsengang deutlich

Der Börsengang von Facebook wird für Anleger offenbar teurer als zunächst angekündigt. Mehrere Nachrichtenagenturen berichten, das Unternehmen habe den Höchstpreis für seine Aktien auf 38 Dollar erhöht. Das soziale Netzwerk könnte nun einen Börsenwert von bis zu 104 Milliarden Dollar erreichen.

Facebook: Aktienhöchstpreis steigt auf 34 bis zu 38 Dollar Zur Großansicht
AFP

Facebook: Aktienhöchstpreis steigt auf 34 bis zu 38 Dollar

New York/San Francisco - Nun knackt Facebook offenbar doch noch die Marke von 100 Milliarden Dollar. Wie mehrere Nachrichtenagenturen und Zeitungen berichten, hat das Unternehmen die Preisspanne für den Ende der Woche erwarteten Börsengang angehoben. Statt 28 bis 35 Dollar pro Aktie sollen die Anleger nun 34 bis 38 Dollar pro Anteilsschein zahlen. Grund sei die hohe Nachfrage nach den Aktien.

Damit wäre der Internetkonzern zwischen 93 und 104 Milliarden Dollar wert - mehr als die beiden Computergiganten Hewlett-Packard und Dell zusammen. Ein Facebook-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu den Berichten äußern.

Investoren reißen sich um die Papiere des weltgrößten sozialen Netzwerks mit mehr als 900 Millionen aktiven Nutzern. Der Börsengang sei bereits überzeichnet, sagte eine mit der Sache vertraute Person, die Nachfrage nach Aktien übersteige also das Angebot. Deswegen würden die Banken, die den Börsengang begleiten, ihre Bücher bereits am Dienstag schließen und keine neuen Kaufaufträge mehr annehmen - zwei Tage früher als ursprünglich geplant.

Trotz des Rummels um Facebook gibt es weiterhin Zweifel daran, ob das Unternehmen so viel Geld Wert ist. Im vergangenen Jahr machte Facebook gerade einmal 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und eine Milliarde Dollar Gewinn. Zum Vergleich: Der deutsche Autobauer Daimler wird an der Börse mit rund 52 Milliarden Dollar etwa halb so teuer bewertet wie Facebook. Dabei machte das Unternehmen 2011 umgerechnet rund 170 Milliarden Dollar Umsatz - rund 46-mal so viel wie Facebook.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte vergangene Woche berichtet, gerade professionelle Anleger würden sich deshalb beim Börsengang zurückhalten. Die Nachfrage komme vor allem von privaten Kleinanlegern.

Kurz zuvor hatte Facebook eine Schwäche seines bisherigen Geschäftsmodells eingeräumt: Die vielen Nutzer, die von Smartphones und Tablet-Computern auf das weltgrößte Online-Netzwerk zugreifen, bringen vergleichsweise wenig Umsatz. Dabei nutzen inzwischen 488 Millionen der insgesamt 901 Millionen Mitglieder Facebook von mobilen Geräten aus.

Mitgründer Saverin gibt seine US-Staatsbürgerschaft auf

Facebook kämpft vor allem mit Google um die wertvolle Zeit der Internetnutzer. Je mehr Stunden die Nutzer auf den Seiten der beiden Konzerne verbringen und je mehr Daten sie von sich preisgeben, desto mehr Geld können die Unternehmen von ihren Werbekunden verlangen.

Auch in der Bevölkerung wird der Facebook-Börsengang teilweise kritisch betrachtet. Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Fernsehsenders CNBC ist mehr als die Hälfte der Amerikaner der Meinung, der Preis für die Facebook-Aktien sei zu hoch. Ein ähnlich großer Anteil der Befragten gab an, Facebook sei nur eine Modeerscheinung, die auch wieder verschwinde.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Managerkollegen dürfte das nur bedingt Sorgen bereiten. Sie verdienen kräftig im Börsengang. Mitgründer Eduardo Saverin scheut offenbar auch keine Tricks, um möglichst viel von dem Geld zu behalten. Am Dienstag bestätigte ein Sprecher, dass Saverin seine US-Staatsbürgerschaft aufgegeben und stattdessen die des asiatischen Stadtstaates Singapur angenommen habe. Das sei "praktischer", weil Saverin für eine Weile auch in Singapur leben wolle.

Kritiker vermuten stattdessen andere Motive: Der 30-Jährige wolle vor allem Steuern sparen, die beim Börsengang fällig würden. Saverin ist in Brasilien geboren und hält rund vier Prozent der Facebook-Anteile.

stk/dpa-AFX/Reuters/AP

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1. :{[
gewgaw 15.05.2012
Facebook soll gemessen an der Marktkapitalisierung von Beginn an wichtiger sein als BASF, Daimler, BMW, Siemens...? Wo bleibt bei einem derartigen Aktienkurs die Wachstumsfantasie?
2. Platzende Blasen inmitten von Finanzkrisen
larsmach 15.05.2012
...was für eine schöne Mischung! März 2000 ist schon wieder lange her. Zu lange für etliche "Analysten" und "Anleger", die nicht müde werden, selbst unproduktivsten Unsinn noch wohlfein zu erklären.
3. Blase 2.0
stefanbodensee 15.05.2012
Irgendwie erinnert mich dieser 'Hype' an die Dotcom-Blase Ende der Neunziger / Anfang 2000er - ein künstlich überteuertes Unternehmen, das nichts produziert ausser eine neues '1984' mit einer 'Leistung', die man eher als virtuell denn als wirklich produktiv bezeichnen kann, sieht so die Zukunft aus ? Nein danke, ich verzichte ....
4. na, dann mal auf zur nächsten Blase...
mastermatter 15.05.2012
die neue "Timeline" gefällt nicht jedem Nutzer und ist noch nicht zwingend eingeführt worden... was passiert wohl, sollten die User Scharenweise das Netzwerk verlassen, sobald dieser Zwang eingeführt wird ? Mein FB Account ist schon deaktiviert....
5. Kult-Unternehmen
paul sartre 15.05.2012
Zitat von sysopAFPDer anstehende Börsengang von Facebook wird für Anleger offenbar teurer als zunächst angekündigt. Mehrere Nachrichtenagenturen berichten, das Unternehmen habe die Preisspanne für seine Aktien erhöht. Das soziale Netzwerk könnte nun einen Börsenwert von bis zu 104 Milliarden Dollar erreichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,833174,00.html
Trotzdem werde ich 30 Aktien kaufen. Es ist ein Kult-Unternehmen, dass man "lieben" muss... Ich hatte damals auch 20 Google erworben. Es sind Aktien, die man kauft und niemals verkauft. In keiner Notsituation.
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Soziale Netzwerke
Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
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Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
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Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
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MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...

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