Sheryl Sandberg: Facebook-Vize wünscht sich mehr Fachfrauen

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Sheryl Sandberg: "Brauchen schnell mehr Fachkräfte im Technologiebereich"

Enttäuschte Nutzer? Schärfere Datenschutzgesetze? Nein, das größte Geschäftsrisiko von Facebook ist der Mangel an geeignetem Personal, sagt Geschäftsführerin Sheryl Sandberg im Gespräch mit dem SPIEGEL. Die Vizechefin des sozialen Netzwerks hofft vor allem auf mehr Frauen im IT-Bereich.

Hamburg - Facebook-Vizechefin Sheryl Sandberg hält den Mangel an geeignetem Personal für das größte Geschäftsrisiko von Facebook - noch vor der Abwanderung von Nutzern in andere soziale Netzwerke oder schärferen Datenschutzgesetzen. "Wir brauchen schnell mehr Fachkräfte im Technologiebereich", sagte Sandberg im Gespräch mit dem SPIEGEL, "überall auf der Welt fehlen gute Ingenieure und Programmierer".

Ein Teil des Problems bestehe darin, dass Frauen in Technologieberufen immer noch stark unterrepräsentiert seien, so Sandberg. Frauen stellten derzeit nur ein Drittel der IT-Fachkräfte, in den Ausbildungsgängen schrumpfe ihr Anteil sogar. "Wenn wir es schaffen, mehr Frauen in diese Bereiche zu locken, können wir auch dieses Problem zumindest teilweise lösen." Die US-Managerin macht gerade mit ihrem Buch "Lean in" Furore, mit dem sie Frauen zu ehrgeizigeren Karriereplänen ermutigen will. Die US-Managerin bekam dabei auch Gegenwind. "Sandberg lädt viel Schuld auf Frauen ab, die versuchen, ihr Arbeits- und Familienleben in der Balance zu halten", beklagte etwa Joanne Bamberger, die das Mütter-Blog PunditMom gegründet hat.

Wird es uns in zehn Jahren noch geben?

Auf den Einfluss des sozialen Netzwerks angesprochen, das weltweit mittlerweile mehr als eine Milliarde Menschen nutzen, sagte Facebook-Managerin Sandberg, wenn überhaupt, handle es sich etwa im Vergleich mit Regierungen um eine flüchtige Form der Macht. "Wir stellen uns immer wieder die Frage, ob es uns in zehn Jahren noch geben wird oder wir noch relevant sein werden", so Sandberg, das gehe auch anderen Technologieunternehmen so. "Wäre ich Apple, würde ich mir diese Frage gerade jeden Morgen stellen."

Offensiv gab sich Sandberg in der Frage der neuen europäischen Datenschutzverordnung. Es handle sich um "ein Riesenthema für alle, die in Europa in den Technologiebereich investieren". "Die aktuelle Debatte darum muss zu einem vernünftigen Ergebnis kommen, sonst wird sich das unmittelbar auf die Investitionen auswirken", so die Facebook-Managerin. "Es ist eine Entweder-oder-Entscheidung für Europa."

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1.
epic_fail 20.04.2013
Zitat von sysopEnttäuschte Nutzer? Schärfere Datenschutzgesetze? Nein, das größte Geschäftsrisiko von Facebook ist der Mangel an geeignetem Personal, sagt Geschäftsführerin Sheryl Sandberg im Gespräch mit dem SPIEGEL. Die Vizechefin des sozialen Netzwerks hofft vor allem auf mehr Frauen im IT-Bereich. Facebook-Vizechefin Sheryl Sandberg beklagt Fachkräftemangel - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/facebook-vizechefin-sheryl-sandberg-beklagt-fachkraeftemangel-a-895574.html)
Sheryl Sandberg - die Uli Hoeneß von Facebook! Moralapostel, Powermutti im Karrieremodus, Vorzeigekapitalistin .... Ich denke, das größte Geschäftsrisiko für Facebook ist noch immer Facebook.
2. Denken Frauen wie sie...
andersdenkende 20.04.2013
... auch daran, dass Frauen vielleicht gar kein Interesse am IT-Bereich haben und das es daher nicht so viele weibliche Fachkräfte gibt? Man möchte uns immer glauben machen, Frauen würden benachteiligt. Aber wie viele Frauen wollen denn wirklich im höheren Management arbeiten? Abgesehen davon arbeitet Frau Sandberg auch nicht im "IT-Bereich", sondern ist Geschäftsführerin einer Social Network Plattform. Im IT-Bereich arbeiten z.B. Programmierer. Ich wüsste in meinem Bekanntenkreis keine Frau, der es Spass machen würde, als Progammierer/in zu arbeiten. Es mag sicherlich auch welche geben, aber bevor der Ruf nach Quoten kommt, bevor man "himmelschreiende Ungerechtigkeit" wittert, sollte man sich doch informieren, ob bestimmte Bereiche über- haupt für Frauen von Interesse sind, bevor man eine Verschwörung des Patriarchats wittert. Ich weiss, Frau Sandberg ist nicht ganz so extrem wie z.B. Frau von der Leyen, aber viel fehlt da auch nicht mehr.
3.
WhereIsMyMoney 20.04.2013
Ach du scheisse, die Quoten-Befürworter haben also ein neues Aushängeschild. Ich habe diese Frau im letzen Monat so oft wie keine andere Person in den Medien gesehen. Dabei hätte ich ihr eher andere Fragen gestellt. Zum Beispiel wie sie es findet für einen Chef zu arbeiten der noch in seinen Zwanzigern ist. Ob sie genauso inkompetent und machtgeil wie alle Aufsichtsräte und Vostände bei uns hier. Und natürlich ob sie sich vorstellen kann dass sie selbst und Frauen allgemein selber eine Firma gründen, anstatt auf Quoten zu hoffen.
4.
mitsuko 21.04.2013
Zitat von andersdenkende... auch daran, dass Frauen vielleicht gar kein Interesse am IT-Bereich haben und das es daher nicht so viele weibliche Fachkräfte gibt? Man möchte uns immer glauben machen, Frauen würden benachteiligt. Aber wie viele Frauen wollen denn wirklich im höheren Management arbeiten? Abgesehen davon arbeitet Frau Sandberg auch nicht im "IT-Bereich", sondern ist Geschäftsführerin einer Social Network Plattform. Im IT-Bereich arbeiten z.B. Programmierer. Ich wüsste in meinem Bekanntenkreis keine Frau, der es Spass machen würde, als Progammierer/in zu arbeiten. Es mag sicherlich auch welche geben, aber bevor der Ruf nach Quoten kommt, bevor man "himmelschreiende Ungerechtigkeit" wittert, sollte man sich doch informieren, ob bestimmte Bereiche über- haupt für Frauen von Interesse sind, bevor man eine Verschwörung des Patriarchats wittert. Ich weiss, Frau Sandberg ist nicht ganz so extrem wie z.B. Frau von der Leyen, aber viel fehlt da auch nicht mehr.
Jaja, immer das Argument "Die Frauen wollen doch selber nicht". Mag auf ein paar zutreffen, aber es gibt doch einige, bei denen dies nicht der Fall ist. Quote muss nicht unbedingt der richtige Weg sein, aber was schon mal echt viel helfen könnte, wäre eine Ermutigung von Mädchen, sich an Mathe, Physik, Ingenieurwesen und Programmieren zu versuchen. Ich selber wurde sehr oft von Lehrern entmutigt, und wenn man immer wieder vermittelt bekommt, dass man als Mächen / Frau "zu doof für Mathe ist", fängt man schnell an, es zu glauben. Ich fand Computer sehr interessant und habe mir mit 14 einen selber zusammengebastelt, aber ich hatte keinen in meinem Umfeld, mit dem ich das Hobby hätte teilen können. Heute fange ich an, C++ zu lernen und JA, es macht Spaß (Woher wollen die Damen in Ihrem Umfeld überhaupt wissen, ob's Spaß macht - die haben es vermutlich nie probiert) und wenn ich nocheinmal studieren könnte, würde ich Informatik wählen. Von daher: Ich glaube, dass ich als Frau sicher gute Chancen in der IT-Branche habe - sicherlich würde mir hier kein Mann den "Zutritt verwehren" und mich benachteiligen. Aber ich glaube, dass immer noch viele Mädchen entmutigt und abgeschreckt werden oder überhaupt zu wenig damit in Kontakt kommen. Andersherum gibt es auch viele Berufsbilder, mit denen Jungen fast nie in Kontakt kommen. Und ich denke, hier kann man wirklich noch viel machen. Ich glaube jedenfalls NICHT, dass genetisch festgelegt ist, dass sich Frauen nicht für IT interessieren. Kann aber Natürlich auch sein, dass ich einfach nur eine Mutation bin.
5. SDie ist keine IT Frau
gsm900 21.04.2013
Zitat von andersdenkende... auch daran, dass Frauen vielleicht gar kein Interesse am IT-Bereich haben und das es daher nicht so viele weibliche Fachkräfte gibt? Man möchte uns immer glauben machen, Frauen würden benachteiligt. Aber wie viele Frauen wollen denn wirklich im höheren Management arbeiten? Abgesehen davon arbeitet Frau Sandberg auch nicht im "IT-Bereich", sondern ist Geschäftsführerin einer Social Network Plattform. Im IT-Bereich arbeiten z.B. Programmierer. Ich wüsste in meinem Bekanntenkreis keine Frau, der es Spass machen würde, als Progammierer/in zu arbeiten. Es mag sicherlich auch welche geben, aber bevor der Ruf nach Quoten kommt, bevor man "himmelschreiende Ungerechtigkeit" wittert, sollte man sich doch informieren, ob bestimmte Bereiche über- haupt für Frauen von Interesse sind, bevor man eine Verschwörung des Patriarchats wittert. Ich weiss, Frau Sandberg ist nicht ganz so extrem wie z.B. Frau von der Leyen, aber viel fehlt da auch nicht mehr.
Sheryl Sandberg (http://de.wikipedia.org/wiki/Sheryl_Sandberg) "Sandberg studierte an der Harvard University (Bachelor of Arts/Science) und an der Harvard Business School (Master of Business Administration). In ihrer Abschlussarbeit setzte sie sich mit der Gewalt in Familien und dem sozialen Gefälle zwischen den Ehepartnern auseinander. In Harvard traf sie auf den Wirtschaftswissenschaftler Lawrence Summers, der sie in seinem Rechercheteam der Weltbank einsetzte. Sandberg beschäftigte sich dabei mit dem Thema Indien und Krankheiten wie Aids." Sheryl Sandberg - Wikipedia, the free encyclopedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Sheryl_Sandberg) "In 1987, Sandberg enrolled at Harvard College and graduated in 1991 summa cum laude with an A.B. in economics and was awarded the John H. Williams Prize for the top graduating student in economics" Sondern hat wie typische Führungungskräfte ein Witschaftsstudium absolviert. Übrigens gibts es durchaus Frauen in der IT (in unserem Team 20%).
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