Börsengang: Profi-Investoren meiden Facebook-Aktien

Die Euphorie um den Facebook-Börsengang scheint zu verpuffen: Das Interesse institutioneller Anleger an Aktien der Internetfirma fällt einem Bericht zufolge geringer aus als erwartet. Dennoch könnte das Unternehmen die angepeilten Milliardeneinnahmen erreichen - dank seiner treuen Fans.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Warnung an Investoren Zur Großansicht
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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Warnung an Investoren

New York - Der Hype um den Facebook-Börsengang bekommt einen Dämpfer: Nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg fällt das Interesse institutioneller Investoren wie Fonds und Anlagefirmen an Aktien der Internetfirma geringer aus als erwartet. Sie seien besorgt über die Wachstumsaussichten des Unternehmens, hieß es am Freitag unter Berufung auf Insider.

Doch nicht für alle potentiellen Investoren hat Facebook an Glanz verloren. Die Begeisterung von Privatleuten sei nach wie vor ungebrochen, hieß es. Möglicherweise könnten sie daher beim anstehenden Börsengang am Ende mehr Aktien abbekommen als zuvor gedacht, berichtete Bloomberg. Beim Aktienpreis könne Facebook daher immer noch das obere Ende der Spanne von 28 bis 25 Dollar erreichen oder sogar darüber gehen.

Seit Anfang der Woche ist die Chefriege von Facebook auf Werbetour in den USA, um möglichst viele Investoren für sich zu gewinnen. Das Unternehmen will bei der für Ende kommender Woche geplanten Aktienplatzierung mehr als zehn Milliarden Dollar einnehmen. Damit wäre es der mit Abstand größte Börsengang eines Internetunternehmens und einer der gewichtigsten insgesamt. Für die gesamte Firma wird ein Wert von 96 Milliarden Dollar angepeilt - fast hundertmal so viel wie der Gewinn im vergangenen Jahr.

Facebook hatte erst am Mittwoch eine Schwäche seines bisherigen Geschäftsmodells eingeräumt: Die vielen Nutzer, die von Smartphones und Tablet-Computern auf das weltgrößte Online-Netzwerk zugreifen, bringen vergleichsweise wenig Umsatz. Dabei nutzen inzwischen 488 Millionen der insgesamt 901 Millionen Mitglieder Facebook von mobilen Geräten aus. Diese Warnung habe einige Investoren abgeschreckt, schrieb Bloomberg. Bei der laufenden Werbetour für den Börsengang weise Facebook Analysten auch darauf hin, dass ihre optimistischen Erwartungen zum Umsatzwachstum verfehlt werden könnten, hieß es.

yes/dpa

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1. Selbst Schuld...
fatherted98 11.05.2012
Zitat von sysopdapdDie Euphorie um den Facebook-Börsengang scheint zu verpuffen: Das Interesse institutioneller Anleger an Aktien der Internetfirma fällt einem Bericht zufolge geringer aus als erwartet. Dennoch könnte das Unternehmen die angepeilten Milliardeneinnahmen erreichen - dank seiner treuen Fans. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,832561,00.html
...wer sich diese Aktien kauft. Letzlich steht so gut wie kein Wert hinter der Aktie. Wenn morgen keiner mehr auf Gesichtsbuch geht und ein anderes Forum wählt ist das Ding wertlos...
2. Da wird ein riesen Hype
dani216 11.05.2012
gemacht, damit einige so richtig absahnen. Das böse Erwachen für die treuen Fans, die dann Aktionäre sind, kommt danach.
3.
Arno Nühm 11.05.2012
---Zitat--- Doch nicht für alle potentiellen Investoren hat Facebook an Glanz verloren. Die Begeisterung von Privatleuten sei nach wie vor ungebrochen, hieß es. ---Zitatende--- Wahrscheinlich die selben, die auch T-Aktien gekauft haben. Kein Werbeunternehmen ist hundert Milliarden Dollar wert. Da ist nur heiße Luft.
4. oder
Blutworscht 11.05.2012
Zitat von fatherted98...wer sich diese Aktien kauft. Letzlich steht so gut wie kein Wert hinter der Aktie. Wenn morgen keiner mehr auf Gesichtsbuch geht und ein anderes Forum wählt ist das Ding wertlos...
... oder noch schlimmer, Facebook wird ähnlich wie Sony gehackt, das Vertrauen in die Aktie würde von einen Tag auf den anderen abstürzen. Facebook-Aktien sind hoch spekulativ, darum greifen jetzt auch so viele Kleinanleger zu, also Leute, die von der Börse wenig bis gar keine Ahnung haben.
5. Kein Mitleid
Thaeve 11.05.2012
Wer da investiert, so er überhaupt Geld hat zu investieren, was ja eh im großen Stil nur das 1% kann, beweist nur, daß er aus der Dotcom-Blase von 2000 nichts gelernt hat. Wer aus Gier den Verstand abschaltet und wieder reales Geld in ein viruelles Geschäft steckt, mit dem habe ich kein Mitleid, sollte er seine Rente verzocken.
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Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
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Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
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Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
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Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
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Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
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Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
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MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...

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