Fachkräfte-Debatte Mangelware Mensch

Deutschland streitet über den Fachkräftemangel: Existiert er oder nicht? SPIEGEL ONLINE hat Experten, alle Dax-Konzerne und die Arbeitsagentur gefragt. Die Antwort: Selbst in Regionen und Branchen, die jetzt noch verschont sind, wird es in Zukunft Probleme geben - die Politik muss umdenken.

Ingenieure: Mittelständler haben eher Nachwuchsprobleme als Großkonzerne
DPA

Ingenieure: Mittelständler haben eher Nachwuchsprobleme als Großkonzerne

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Hamburg - Kaum hat Deutschland die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten überwunden, scheint es für Politik und Wirtschaft nur noch ein Thema zu geben: Es droht der ökonomische Exodus - weil in vielen Branchen Fachkräfte fehlen.

Die These: Deutschland entwickelt sich in den kommenden Jahren zur Schrumpfrepublik - und das ist ein Problem für den Arbeitsmarkt. Immer mehr gut Ausgebildete gehen in Rente, immer weniger qualifizierte Jüngere kommen nach.

An diesem Dienstag dagegen hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Studie mit dem Titel "Fata Morgana Fachkräftemangel" veröffentlicht. In ihr schreibt Autor Karl Brenke, in wachstumsstarken Gebieten in Süddeutschland könnten zwar Arbeitskräfte fehlen - aber insgesamt sei in der Bundesrepublik kein knappes Angebot zu belegen. Denn Löhne für Fachkräfte sind kaum gestiegen, wie es bei Engpässen üblich wäre, es gibt mehr Arbeitslose mit Qualifizierung als offene Stellen und mehr Studienabsolventen in Technik und Naturwissenschaften.

Der Forscher nennt die IT-Industrie als Beispiel: Der Branchenverband Bitkom habe rund 28.000 offene Stellen registriert - rund drei Prozent von 850.000 Jobs insgesamt. Brenke: "Echten Mangel sehe ich da nicht." Bei der Bundesagentur für Arbeit waren im Oktober 2010 gut 30.000 IT-Fachkräfte arbeitslos gemeldet.

Wer hat Recht? Gibt es einen Mangel oder nicht? Beide Positionen klingen erst mal überzeugend. SPIEGEL ONLINE hat nachgefragt, wie es wirklich aussieht:



insgesamt 385 Beiträge
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Bamboo, 16.11.2010
1. Wenn man's oft genug wiederholt
Zitat von sysopDeutschland streitet über den Fachkräftemangel: Existiert er oder nicht? SPIEGEL ONLINE hat Experten, alle Dax-Konzerne und die Arbeitsagentur gefragt. Die Antwort: Selbst in Regionen, die jetzt noch verschont sind,*wird es bald Probleme geben - die Politik muss umdenken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,729391,00.html
Wenn man's oft genug wiederholt wird es auch nicht richtiger: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wirtschaftsinstitut-sieht-keine-Anzeichen-fuer-Fachkraeftemangel-1135954.html
Gehirnstein, 16.11.2010
2. lächerlich
wenn man nur zu Hungerlöhnen einstellen möchte, braucht man sich nicht zu wundern wenn Stellen frei bleiben.
T. Wagner 16.11.2010
3. Der Artikel gibt die richtigen Antworten
In dem Artikel ist es doch deutlich nachzulesen, was das Problem ist: Es fehlen *Fachleute*. Und damit sind keine Schulabbrecher gemeint oder alleinerziehende Muttis ohne Ausbildung. Das Problem der Massenarbeitslosigkeit wird nicht gelöst, soviel ist klar. Aber das hätte auch Jedem schon seit längerer Zeit einleuchten müssen.
Lelaya 16.11.2010
4. ...
Wie wäre es denn, wenn man von Ausländern die hier studieren möchten zumindest eine Mindestzeit verlangt, in der sie auch in Deutschland arbeiten müssen. Dann müssten sich die Studenten die sich nicht hier ihr Studium nur schmarotzen und dann abhauen nicht in völlig überfüllten Hörsäälen quälen...
kornfehlt 16.11.2010
5. ".....fehlen Ingenieure..."
Das ist doch klar. Jahrzehnte des Aufbaues von Ingenieursstellen für Tätigkeiten, die zuvor von qualifizierten Handwerksmeistern ausgeführt wurden, bleiben nicht ohne Folgen. Vermutlich wird im Öffentlichen Dienst in den nächsten Jahren auch eine Mangel von Juristen laut, die zwar keiner braucht, aber die Planstellen............... Der Fachkräftemangel ist eine Erfindung.
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