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Maschmeyer-Investment: Fahrradfirma Mifa findet Retter

Mifa-Produktion (Archivbild): Der Staat hilft bei der Rettung Zur Großansicht
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Mifa-Produktion (Archivbild): Der Staat hilft bei der Rettung

Für die Mitteldeutschen Fahrradwerke gibt es neue Hoffnung. Ein Unternehmer aus Sachsen-Anhalt will die Mifa übernehmen. Alle Jobs sollen erhalten bleiben.

Sangerhausen - Der insolvente Fahrradhersteller Mifa in Sangerhausen wird von einem Unternehmer aus Sachsen-Anhalt übernommen. Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung". Alle 600 Arbeitsplätze blieben erhalten.

Nach zunächst unbestätigten Informationen des "Handelsblatts" handelt es sich beim Käufer um das deutsche Unternehmen IFA Rotorion aus Haldensleben. Der Automobilzulieferer ging aus 1992 aus dem IFA-Gelenkwellenwerk in Haldensleben hervor. Heute hat er Standorte in Deutschland, China und den USA und erwirtschaftet mit 2200 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 407 Millionen Euro.

Der Investor steckt Möllring zufolge eigenes Geld ins Unternehmen. Die Landesregierung habe aber gegenüber der landeseigenen Investitionsbank eine Garantie übernommen, damit der neue Eigentümer einen Betriebsmittelkredit erhalte. Der Vertrag sollte noch am Donnerstag unterzeichnet werden. Finanzielle Details nannte der Minister nicht.

Die Mifa hatte Ende September Insolvenz angemeldet, nachdem ein Einstieg der indischen Hero Cycles geplatzt war. Zuvor hatte das Unternehmen bereits Fehler in der Bilanz entdeckt, wodurch rund 30 Millionen Euro fehlten. Der Umsatz lag zuletzt bei mehr als 100 Millionen Euro im Jahr, als Umsatztreiber galt der Boom bei Elektrofahrrädern.

An Mifa war bislang auch der umstrittene Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer beteiligt. Dieser hatte dem Unternehmen kürzlich noch weiteres Kapital in Aussicht gestellt. Zugleich äußerte er jedoch gegenüber "Handelsblatt Online" den Verdacht, die Insolvenzverwalter verhinderten eine Übernahme "weil sie leider bei der Abwicklung mehr verdienen". Mittlerweile hat Maschmeyer seinen Anteil laut "Handelsblatt" komplett verkauft.

Mifa produziert Fahrräder für Handelsketten wie Aldi. Auch Mitarbeiter der Deutschen Post Chart zeigen radeln auf Fahrrädern des Herstellers durch die Städte. Zuletzt setzte dem Unternehmen aber die Billig-Konkurrenz aus Asien zu.

Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Lucas Flöther wollte den Verkauf zunächst nicht kommentieren. Erst müssten die Verträge unterzeichnet sein, hieß es.

dab/dpa/Reuters

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Deutschland ist
ingenör79 11.12.2014
mit seinen hohen Lohnniveau, ist wahrscheinlich nicht der richtige Standort um Fahrräder für ALDI zu porduzieren. Entweder hochwertige E-Bikes mit entsprechenden Preis oder es geht in die nächste Insolvenz
2. Komisch
Mertrager 11.12.2014
Hat denn die Bank keinen Interessenten ? Bei Kalkhoff 1972 lief das noch anders. Da lief das ähnlich gut, wie bei der Deutschen Bank mit Borgward für Mercedes Benz.
3. Komisch, sonst beschweren sich die Leute..........
merkur08 11.12.2014
dass in Deutschland Hungerlöhne gezahlt werden. Jetzt ist plötzlich von der Billigkonkurrenz aus Asien die Rede.... Trotzdem eine gute Nachricht. Gerade vor Weihnachten. Die einzige Chance sehe ich in hoher Qualität und den E-Bikes, besonders für ältere Menschen. Vielleicht kann man da was über Krankenkasse machen, aber dann würde die asiatische Konkurrenz wohl auch dort aufspringen....
4. Hohe Qualität
krise0815 11.12.2014
ist bei den Pedelecs nicht zu erreichen, wie soll das gehen, wenn die auch günstig sein sollen ? Leute um die 30 schlagen da eher in der 3-4000er Kategorie zu. Die Bikes machen was her. Rentner sind nun auch nicht die ärmste Käuferschicht, soll schon was anständiges sein : 2-2500 Euro (am liebsten mit Bosch, kennt man ja die Marke..). Leute mit weniger Geld, aber einem wertigen Rad können für 6-700 Euro einfach auf Pedelec umrüsten, bei denen entfällt auch mal diese doofe 25 kmh Sperre. Und wer überhaupt keine Ahnung von Pedelecs hat, kauft spontan eins bei Aldi. Ist ja so billig. Na dann - gute Fahrt !
5. Wenn man nun einmal nicht mehr weiß,
karljosef 11.02.2015
wohin mit dem Geld, wenn es immer riskanter wird, es im Ausland schwarz zu parken, wenn die Banken mit negativen Zinsen drohen, da gibt es doch sinnvollere Lösungen, wie im Artikel bewiesen wird. (Egal, wo das Geld herkommt.)
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Schlingernde Fahrradfirma: Maschmeyer bei der Mifa


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