Trotz Insolvenz Familie Schlecker bleiben noch 40 Millionen Euro

Die Rettung von Schlecker ist gescheitert, die Drogeriekette wird zerschlagen. Das Vermögen der Eigentümerfamilie beträgt laut einem Bericht des "Handelsblatts" dennoch noch knapp 40 Millionen. Das Geld hätten die Schlecker-Kinder mit einer Leiharbeitsagentur erwirtschaftet.

Schlecker-Kinder Lars und Meike: Das meiste Geld ist im Besitz der Kinder
DPA

Schlecker-Kinder Lars und Meike: Das meiste Geld ist im Besitz der Kinder


Düsseldorf - "Es ist nichts mehr da" - mit diesen Worten reagierte Meike Schlecker im Januar auf Fragen nach dem Privatvermögen ihrer Familie. Kurz zuvor war bekanntgeworden, dass die von ihrem Vater gegründete Drogeriekette pleite ist. Seit Freitag steht nun fest, dass Schlecker zerschlagen wird.

Doch mittellos sind die Schleckers laut Recherchen des "Handelsblatts" nicht. Trotz der Insolvenz besitze die Familie noch 35 bis 40 Millionen Euro an Privatvermögen. Das Geld sei zum größten Teil im Besitz der Kinder Meike und Lars, sagten ehemalige Manager des Unternehmens der Zeitung. Das Vermögen der Familie ist aber offenbar extrem abgeschmolzen. 2011 war es noch auf 1,65 Milliarden geschätzt worden - inklusive Unternehmenswert.

Den verbleibenden Millionenbetrag haben die Schlecker-Kinder laut "Handelsblatt" mit der Leiharbeitsagentur Meniar (Menschen in Arbeit) erwirtschaftet. Das Subunternehmen beschäftigte rund 4300 Leiharbeiter, die an Schlecker vermittelt wurden. Sie verdienten deutlich weniger als Schlecker-Angestellte.

Ein Großteil des Vermögens hat die Familie ausgegeben, um die Verluste seit 2004 in Höhe von rund 650 Millionen Euro auszugleichen. Der Rest ist Bestandteil der Insolvenzmasse, auch die Sportwagen der Familie. Die Villa der Schleckers gehört der Frau des Firmenpatriarchen Anton Schlecker. Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kündigte an, Übertragungen innerhalb der Familie würden nun genau untersucht.

dab/dpa

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