Rückzahlung von Staatshilfen: Hedgefonds verklagt US-Regierung wegen Fannie und Freddie

Mit fast 200 Milliarden Dollar wurden die US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac einst vom Staat gerettet. Nun mussten sie rund 66 Milliarden Dollar zurückzahlen - zu viel, wettert ein Hedgefonds, der an den Firmen beteiligt ist. Er reichte Klage gegen das Finanzministerium ein.

Fannie Mae-Zentrale in Washington (Archivbild): Wieder satte Gewinne Zur Großansicht
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Fannie Mae-Zentrale in Washington (Archivbild): Wieder satte Gewinne

Washington - Fannie Mae und Freddie Mac begleichen derzeit alte Rechnungen. Den beiden Immobilienfinanzierern, die einst mit einem gigantischen Hilfspaket vor der Pleite bewahrt wurden, geht es mittlerweile wieder prächtig. Fannie Mae verdiente im Jahr 2012 rund 17 Milliarden Dollar, das kleine Schwesterinstitut Freddie Mac immerhin noch etwa elf Milliarden. Es gibt also Spielraum, etwas an den Staat zurückzugeben.

Genau das taten die beiden staatlich kontrollierten Unternehmen. Im Juni überwiesen sie rund 66 Milliarden Euro - eine Klausel im Rettungsvertrag machte es möglich.

Dagegen zieht nun ein amerikanischer Hedgefonds ins Feld, der ebenfalls an den beiden Instituten beteiligt ist. Perry Capital fühlt sich durch die Ausschüttung um sein Geld gebracht - und reichte deshalb Klage gegen das Finanzministerium und die zuständige Aufsichtsbehörde FHFA ein.

Ohne die Sonderklausel, so rechnet Perry Capital in der Klage vor, hätte der Staat nur eine Gewinnbeteiligung von 4,7 Milliarden Dollar erhalten. Die anderen Anteilseigner würden somit "eklatant durch die Regierung benachteiligt". Diese Praxis müsse deshalb gestoppt werden.

Fannie Mae und Freddie Mac sind Säulen des US-Immobilienmarkts. Sie kaufen Banken ganze Pakete an Hauskrediten ab, wodurch die privaten Institute frisches Geld erhalten und neue Kredite vergeben können.

In den Turbulenzen des Krisenjahres 2008 waren die beiden Hausfinanzierer aber in Schieflage geraten - der Staat musste sie mit einem mehr als 187 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket stützen.

stk/dpa

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1. optional
raber 08.07.2013
Es war schon eine sehr riskante Entscheidung die Fannie/ Freddie so zu unterstützen wie damals geschehen. Es hat funktioniert. Wenn diese Hedgefonds jetzt einen grösseren Anteil am Gewinn verlangen, würde ich mal prüfen lassen in wievielen Fällen sie sich aus Verlusten herausziehen konnten ohne selber zu bluten. Das Geld welches die Regierung damals in die beiden Institute steckte war eine "eklatante" Benachteiligung des Rests der Bevölkerung. Beides sollte dann gegengerechnet werden. Wenn sie allerdings die richtigen Stellen zu ölen wissen, dann kann es natürlich eine ihnen gelegene Entscheidung geben.
2.
james-100 08.07.2013
Zitat von sysopMit fast 200 Milliarden Dollar wurden die US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac einst vom Staat gerettet. Nun mussten sie rund 66 Milliarden Dollar zurückzahlen - zu viel, wettert ein Hedgefonds, der an den Firmen beteiligt ist. Er reichte Klage gegen das Finanzministerium ein. Fannie Mae und Freddie Mac: Hedgefonds verklagt US-Regierung - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/fannie-mae-und-freddie-mac-hedgefonds-verklagt-us-regierung-a-910046.html)
Man hätte diese Läden Pleite gehen lassen sollen und somit den Hegdefonds ebenfalls. Deren Geld wurde doch erst durch den Staat gerettet.
3. Der Staat sollte sich in solchen Dingen
Andreas1979 09.07.2013
nicht einmischen. Denn man hat auch in Deutschland gesehen, dass der Staat kein Bauunternehmen retten kann. Das einzige, wo der Staat drin stecken sollte ist die Infrastruktur (Straßen, Schienen, Abwasserkanäle, Stromnetze und Telefonnetz) und im Sozial und Pflegebereich. Die ganzen privaten Investoren lachen sich doch Schlapp, wenn sie recht bekommen und das Geld dann unversteuert in irgendwelchen Steueroasen liegt.
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