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Feindliche Übernahme: Kraft Foods will Cadbury schlucken

In der Lebensmittelbranche bahnt sich eine Milliardenübernahme an. Kraft Foods will den britischen Süßwarenhersteller Cadbury schlucken. Es ist bereits der zweite Versuch - doch auch diesmal wehrt sich der Übernahmekandidat.

Schokoladentafel von Cadbury: Kraft Foods drängt nach Großbritannien Zur Großansicht
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Schokoladentafel von Cadbury: Kraft Foods drängt nach Großbritannien

London - Der Lebensmittelriese Kraft Foods versucht sich erneut an einer feindlichen Übernahme des britischen Süßwarenherstellers Cadbury. Nachdem die Amerikaner bereits im September bei dem Traditionsunternehmen abgeblitzt war, wandten sie sich am Montag direkt an die Aktionäre.

Allerdings stockte Kraft das Angebot von 9,8 Milliarden Pfund (knapp 11 Milliarden Euro) nicht auf, was von Analysten als ungewöhnlich und chancenlos angesehen wird. Das Cadbury-Management forderte die Aktionäre auf, nicht auf das Kraft-Angebot einzugehen. Die Offerte spiegele noch nicht einmal annähernd den Wert Cadburys wider. Durch veränderte Aktienkurse bei beiden Unternehmen bedeutet die aus Barzahlung und eigenen Aktien bestehende Offerte von Kraft nun einen Preis von 717 Pennies je Cadbury-Aktie. Im September hätten die Aktionäre 745 Pennies pro Aktie erhalten.

Kraft, Hersteller von Milka-Schokolade oder Philadelphia-Frischkäse, zeigte sich von den Vorteilen einer Fusion überzeugt: "Unser Angebot nutzt sofort und langfristig den Cadbury-Aktionären und dem Unternehmen am besten", sagte Kraft-Chefin Irene Rosenfeld bei der Vorlage der Offerte.

Allerdings verbesserte Kraft Foods sein erstes Angebot nicht, um die Cadbury-Aktionäre zu überzeugen. Weil sich bislang kein anderer Konzern an dem Übernahmepoker beteiligt hatte, ist Kraft nicht in Zugzwang. Die neue Offerte ist sogar weniger wert als das erste Angebot. Kraft Foods will die Übernahme mit einem Mix aus Bargeld und eigenen Aktien stemmen. Allerdings haben sich seit dem ersten Angebot sowohl die Währungskurse als auch der Aktienwert von Kraft geändert. Vor zwei Monaten hatte das Angebot noch einen Wert von 10,2 Milliarden Pfund.

fro/AP/dpa

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