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Fernverkehr: Köln verbannt Fernbusse aus der Innenstadt

Fernbushaltestelle in Köln: Raus aus der City Zur Großansicht
DPA

Fernbushaltestelle in Köln: Raus aus der City

Immer mehr Reisende steigen auf Fernbusse um, doch in die Kölner City kommen sie damit nicht mehr: Haltestellen gibt es in der Stadt nur noch am Flughafen. Der Marktführer protestiert - und weicht nach Leverkusen aus.

Als erste Großstadt in Deutschland vertreibt Köln Fernbusunternehmen aus der Innenstadt. Ab sofort müssen Nutzer von Fernbussen am Flughafen Köln/Bonn aussteigen und von dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die City fahren - Fahrzeit: 15 Minuten. Während der Marktführer MeinFernbus-Flixbus Köln vorerst aus seinem Fahrplan streicht und in Leverkusen Station macht, verlegen andere Anbieter ihre Haltepunkte zum Flughafen.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen kritisierte den Schritt: "Die Buskunden wollen in die Stadt, und kein Betreiber ist von der Maßnahme begeistert", sagte Hauptgeschäftsführerin Christina Leonard. Die Stadt hatte vor einigen Wochen beschlossen, wegen der angespannten Verkehrssituation um den Hauptbahnhof und eines erhöhten Unfallrisikos die Busstation an den Flughafen zu verlegen.

Tatsächlich gilt der Rauswurf der Fernbusse aus der Innenstadt als ein Novum. Zwar gebe es unter anderem auch in Stuttgart und Ulm ähnliche Überlegungen, aber in Köln seien Konzessionen für das Anfahren der Innenstadt ohne Bedingungen vergeben worden, sagte Leonhard.

16 Millionen Fahrgäste in einem Jahr

Darauf beruft sich vor allem Branchenprimus MeinFernbus-Flixbus. Das Unternehmen hatte die Gerichte angerufen, war zuletzt aber mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Köln gescheitert. Der Betreiber kündigte an, weiter juristisch gegen den Beschluss der Stadt vorzugehen.

Seit der Liberalisierung des Fernverkehrs Anfang 2013 hat die Bedeutung von Fernbussen rasant zugenommen. Im vergangenen Jahr beförderten die Unternehmen mit Sitz in Deutschland 16 Millionen Fahrgäste, damit hat sich die Zahl der Fahrgäste im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Die Fernbusse erhöhten ihren Marktanteil am gesamten Fernverkehr mit Bussen und Bahnen von 5,9 Prozent auf 11 Prozent.

Der Fernverkehr mit Bussen wurde am 1. Januar 2013 zugelassen. Seit der Liberalisierung sind zahlreiche Anbieter auf den Markt gedrängt. Zum Schutz der Bahn war der Fernbusverkehr in Deutschland bis Ende 2012 per Gesetz weitgehend verboten.

mxw/dpa

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insgesamt 57 Beiträge
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1. Alle reden von Fernbussen -wir haben sie.
windpillow 27.10.2015
Na, da haben die Bahn-Lobbyisten doch wieder mal ganze Arbeit geleistet.
2. Was soll das denn?
crewmitglied27 27.10.2015
Wo ist die Begründung? Und die ganzen JapanChinaUS-Touribusse, die ein paar Meter vor der Domplatte halten? Warum jagd die keiner aus der Stadt?
3. Wie wäre es
Mundil 27.10.2015
denn mal richtig schöne Bussbahnhöfe zu bauen wie in Schweden? So wie es war muss ich der Stadt Köln da Recht geben. Das war unhaltbar vor dem Bahnhof.
4. Was man dazu sagen sollte
Direwolf 27.10.2015
Der derzeitige Haltepunkt am Hbf ist eine logistische Katastrophe. Denn irgendein Genie in der Kölner Stadtverwaltung hat bei der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes die Zufahrt zum Busbahnhof so eng geplant, dass ein falsch haltender Pkw bereits die Busse zum stehen bringt. Das führt dan regelmäßig zu Rückstauungen auf die Straßen. Und zwar sehr regelmäßig, denn das gleiche Genie hat quasi keine Kurzzeitparkplätze am Kölnber hbf eingeplant. Durch die Verbannung der Fernbusse kann die Lage etwas besser werden, aber die KVB Busse sorgen bereits für genug Stau an dieser Engstelle
5. Gerade in Köln kann die Verlegung
remcap 27.10.2015
zum Flughafen ein großes Zeitersparnis bedeuten. Bis man aus der Stadt auf die Autobahn kommt, kann es länger als geplant dauern. Gerade der Feierabendverkehr, ist vom Allerfeinsten. Wenn ganze Sattelschlepper sich verfahren haben und wenden müssen oder Regen fällt, ist das immer wieder eine Wohltat für Geist und Nerven. Regio-Bahn, ICE und Busverbindungen sind ausreichend vorhanden. Aufstosen wird das nur einige Geizhälse, die am liebsten Umsonst fahren wollen.
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