München - Dunkelrot werden sie sein und schnell - die "Italo"-Züge, mit denen Ferrari-Chef Luca di Montezemolo den italienischen Bahnverkehr aufmischen will. Langfristig sollen sie nicht nur innerhalb des Landes rollen, sondern auch nach Deutschland.
"Von Mailand und Venedig nach München oder nach Wien - das wäre phantastisch", sagte Montezemolo der "Süddeutschen Zeitung". "Wir haben das beste italienische Essen an Bord, ein tolles Kino, einen Waggon fürs Relaxen", warb der Ferrari-Boss. "Solche Züge haben Sie noch nicht gesehen."
Zunächst plane er den baldigen Start der ersten drei Verbindungen innerhalb Italiens. Die Züge von Neapel nach Mailand und Venedig sowie von Turin nach Mailand sollten nach Ostern auf die Schienen gebracht werden, sagte Montezemolo der Zeitung. "Wir wollen die Liberalisierung der Hochgeschwindigkeitsnetze nutzen und haben das teuerste und ambitionierteste Privatprojekt in Italien der vergangenen zehn Jahre angestoßen."
Das Unternehmen Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV) hatte Montezemolo 2006 zusammen mit Partnern gegründet. Mit dabei ist unter anderem sein Freund Diego Della Valle der Eigentümer des Luxusgüterunternehmens Tod's. Entsprechend edel und teuer kann die Fahrt in der Bahn werden. Allerdings soll es drei Klassen und ein gestaffeltes Ticketsystem geben. Wer früh bucht, kann also womöglich günstig wegkommen.
NTV hat nach Montezemolos Angaben für 650 Millionen Euro 25 Züge des französischen Herstellers Alstom gekauft. Auch der deutsche Konzern Siemens habe sich an der Ausschreibung beteiligt, aber verloren, sagte der Ferrari-Chef. Beim Gedanken, an das finanzielle Wagnis, dass er mit dem Projekt eingeht, wird es Montezemolo offenbar ein bisschen mulmig: Es sei "ein hoch riskantes Abenteuer", sagte der sonst so lockere Unternehmer. "Mir raubt es den Schlaf, denn da geht es um mein Geld."
stk/dapd/AFP
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