Wirtschaft

Rechtstreit mit Spielzeughersteller

Ferrari verliert Kultmarke Testarossa

Bis 1996 baute Ferrari den Testarossa, ein Liebhaberstück ist er noch heute. Nun soll die Marke gelöscht werden.

Mittwoch, 02.08.2017   16:36 Uhr

Der Sportwagenhersteller Ferrari hat den Rechtsstreit um seine Marke Testarossa verloren. Ferrari müsse in die Löschung der deutschen und der internationalen Marke Testarossa einwilligen, entschied das Düsseldorfer Landgericht. Das Urteil kann noch beim Oberlandesgericht angefochten werden.

Ferraris des Modells Testarossa wurden in Italien von 1984 bis 1996 gebaut. Ferrari habe die Marke in den vergangenen fünf Jahren aber nicht mehr ausreichend genutzt, begründete eine Gerichtssprecherin die Entscheidung. "Eine Marke muss genutzt werden, damit sie geschützt bleibt. Das hat das Unternehmen hier nicht getan."

Damit gewann der Nürnberger Spielzeugfabrikant Kurt Hesse den Rechtsstreit. Ferrari habe den Modellnamen Testarossa seit gut 20 Jahren nicht mehr genutzt, hatte der Unternehmer argumentiert. Mit dem Erlöschen der Marke Testarossa entfallen auch die Lizenzgebühren, die Hesse bisher zahlen musste.

Der frühere Eigentümer der Carrera-Rennbahn-Produktion leitet inzwischen die Autec AG in Nürnberg. Er will den Modellnamen nun für Fahrräder, E-Bikes und Rasierer nutzen.

Ferrari hatte argumentiert, immerhin sei man nach wie vor mit Wartung, Reparatur und Aufbereitung der Testarossas beschäftigt. Damit nutze man die Marke tatsächlich. Doch das hatten die Richter nicht gelten lassen, weil das Unternehmen diese Dienstleistungen unter der Dachmarke Ferrari erbringe. Und die Nutzung von Testarossa im Ersatzteilgeschäft habe einen zu geringen Umfang.

asa/dpa

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