Rechtstreit mit Spielzeughersteller Ferrari verliert Kultmarke Testarossa

Bis 1996 baute Ferrari den Testarossa, ein Liebhaberstück ist er noch heute. Nun soll die Marke gelöscht werden.

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Der Sportwagenhersteller Ferrari hat den Rechtsstreit um seine Marke Testarossa verloren. Ferrari müsse in die Löschung der deutschen und der internationalen Marke Testarossa einwilligen, entschied das Düsseldorfer Landgericht. Das Urteil kann noch beim Oberlandesgericht angefochten werden.

Ferraris des Modells Testarossa wurden in Italien von 1984 bis 1996 gebaut. Ferrari habe die Marke in den vergangenen fünf Jahren aber nicht mehr ausreichend genutzt, begründete eine Gerichtssprecherin die Entscheidung. "Eine Marke muss genutzt werden, damit sie geschützt bleibt. Das hat das Unternehmen hier nicht getan."

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Urteil: Ferrari verliert Kultmarke Testarossa

Damit gewann der Nürnberger Spielzeugfabrikant Kurt Hesse den Rechtsstreit. Ferrari habe den Modellnamen Testarossa seit gut 20 Jahren nicht mehr genutzt, hatte der Unternehmer argumentiert. Mit dem Erlöschen der Marke Testarossa entfallen auch die Lizenzgebühren, die Hesse bisher zahlen musste.

Der frühere Eigentümer der Carrera-Rennbahn-Produktion leitet inzwischen die Autec AG in Nürnberg. Er will den Modellnamen nun für Fahrräder, E-Bikes und Rasierer nutzen.

Ferrari hatte argumentiert, immerhin sei man nach wie vor mit Wartung, Reparatur und Aufbereitung der Testarossas beschäftigt. Damit nutze man die Marke tatsächlich. Doch das hatten die Richter nicht gelten lassen, weil das Unternehmen diese Dienstleistungen unter der Dachmarke Ferrari erbringe. Und die Nutzung von Testarossa im Ersatzteilgeschäft habe einen zu geringen Umfang.

asa/dpa



insgesamt 36 Beiträge
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Mertrager 02.08.2017
1. Gell, aber verstehen muss man das nicht
Ist doch eigentlich Unfug. Der Name bleibt an diesen Autos. Was soll das an einem E-Bike ? Oder an einem Rasierer ? Das ist wohl ein juristischer Kniff, der eigentlich das Gleiche ist, was bei Fernost so oft kritisiert wird. Geistiger Diebstahl.
keule³² 02.08.2017
2.
Carrera klebt ja auch auf nem Rasierer, warum sollte es dann Testarossa nicht "tun"?
l.klemp 02.08.2017
3. Ein Rasierer mit dem Namen Testa Rossa? Besser nicht...
Der Name "Testa Rossa" bei Ferrari rührt her von den in rot lackierten Zylinderkopfdeckeln. Eine Rötung beim Rasieren ist wohl eher unerwünscht...
Phil Collins 02.08.2017
4. Tatsache ist doch...
... dass der Name eine Schöpfung von Ferrari war und bei Ferrari eine Tradition hat, die in der Schreibweise Testa Rossa bis ins Jahr 1957 zurückreicht. Tatsache ist auch, dass der Spielzeugfabrikant offenbar versucht, mit dem von Ferrari geschaffenen Namen und Mythos des Testarossa Kohle zu scheffeln. Das kann nicht rechtens sein und dieses Urteil wird das Oberlandesgericht auch ganz sicher einkassieren.
Stäffelesrutscher 02.08.2017
5.
Und bei Ferrari gab es niemanden, der dieses Risiko erkannt und rechtzeitig gegengesteuert hat?
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