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28. April 2012, 22:33 Uhr

Entschädigung nach US-Klage

Ferrero stellt drei Millionen Dollar bereit

In den USA haben Verbraucher erfolgreich gegen Ferrero geklagt. Eine Mutter hatte dem Unternehmen irreführende Werbung vorgeworfen. Sie zeigte sich "schockiert", Nutella sei ja gar "nicht gesund". Für die Entschädigung stellt der Konzern drei Millionen Dollar zurück - und will sein Marketing ändern.

San Diego - Ist Nutella ein gesundes Frühstück? Überraschung: Der schokoladige Brotaufstrich ist offenbar weniger ausgewogen als es die Werbung verspricht. In den Vereinigten Staaten ist eine Mutter deshalb jetzt erfolgreich gegen den US-Ableger des Lebensmittelkonzerns Ferrero vor Gericht gegangen. Nach einer Sammelklage gegen den Hersteller von Nutella hat Ferrero USA rund drei Millionen Dollar (rund 2,3 Millionen Euro) für eine außergerichtliche Einigung bereitgestellt.

Von dem Topf sollen der "Huffington Post" zufolge 2,5 Millionen Dollar an Verbraucher ausgeschüttet werden. Bis zu vier Dollar erhielten Käufer für jedes Glas Nutella zurück, das seit August 2009 in Kalifornien oder anderswo in den USA seit Januar 2008 gekauft wurde, heißt es auf der Verbraucher-Website zur US-Sammelklage. Bis zum 5. Juli hätten Verbraucher demnach Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen - wobei jeder Einzelne nur bis zu einem Maximum von 20 Dollar entschädigt werden solle.

Klageschrift: Nutella - "gefährlich" fettig

Zugleich versicherte Ferrero USA, ein Ableger der italienischen Ferrero-Gruppe, "bestimmte Marketing-Äußerungen zu Nutella zu ändern". Auch sollten die Informationen über Zutaten und Nährwerte in Zukunft "detaillierter" angegeben werden.

Die im kalifornischen San Diego lebende Athena Hohenberg, Mutter eines Kindes, hatte im Februar 2011 geklagt, weil Ferrero den süßen Brotaufstrich als "Beispiel für ein ausgewogenes und schmackhaftes Frühstück" sowie als "gesünder" darstelle, als er in Wirklichkeit sei. Sie sei "schockiert" gewesen, als sie erfuhr, dass Nutella "nicht gesund", sondern kaum besser als Süßigkeiten sei, noch dazu habe es einen "gefährlich" hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, hieß es in der Klageschrift laut Nachrichtenagentur AFP weiter.

Die geplante Rückzahlaktion gilt nur für die USA. Am 9. Juli müssen noch Bezirksgerichte in Kalifornien und New Jersey ihre Zustimmung zu der Einigung geben. Nutella wird in mehr als 100 Ländern weltweit verkauft. Der Brotaufstrich wurde 1944 von Pietro Ferrero im norditalienischen Alba erfunden, er enthält vor allem Zucker, Palmöl, Haselnüsse, Kakao und fettarme Milch.

In Deutschland musste Ferrero im November 2011 nach einem Gerichtsurteil wegen eines ähnlichen Vorwurfs ein irreführendes Nutella-Etikett ändern. Beim Einkauf könne demnach der Eindruck entstehen, dass die Nuss-Nougat-Creme wenig Fett, aber viele Vitamine enthält, entschied im vergangenen Jahr das Oberlandesgericht Frankfurt am Main.

bos/AFP

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