Wirtschaft


Entschädigung nach US-Klage: Ferrero stellt drei Millionen Dollar bereit

In den USA haben Verbraucher erfolgreich gegen Ferrero geklagt. Eine Mutter hatte dem Unternehmen irreführende Werbung vorgeworfen. Sie zeigte sich "schockiert", Nutella sei ja gar "nicht gesund". Für die Entschädigung stellt der Konzern drei Millionen Dollar zurück - und will sein Marketing ändern.

Deutsche Nutella-Gläser: US-Verbraucher haben erfolgreich gegen Ferrero geklagtZur Großansicht
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Deutsche Nutella-Gläser: US-Verbraucher haben erfolgreich gegen Ferrero geklagt

San Diego - Ist Nutella ein gesundes Frühstück? Überraschung: Der schokoladige Brotaufstrich ist offenbar weniger ausgewogen als es die Werbung verspricht. In den Vereinigten Staaten ist eine Mutter deshalb jetzt erfolgreich gegen den US-Ableger des Lebensmittelkonzerns Ferrero vor Gericht gegangen. Nach einer Sammelklage gegen den Hersteller von Nutella hat Ferrero USA rund drei Millionen Dollar (rund 2,3 Millionen Euro) für eine außergerichtliche Einigung bereitgestellt.

Von dem Topf sollen der "Huffington Post" zufolge 2,5 Millionen Dollar an Verbraucher ausgeschüttet werden. Bis zu vier Dollar erhielten Käufer für jedes Glas Nutella zurück, das seit August 2009 in Kalifornien oder anderswo in den USA seit Januar 2008 gekauft wurde, heißt es auf der Verbraucher-Website zur US-Sammelklage. Bis zum 5. Juli hätten Verbraucher demnach Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen - wobei jeder Einzelne nur bis zu einem Maximum von 20 Dollar entschädigt werden solle.

Klageschrift: Nutella - "gefährlich" fettig

Zugleich versicherte Ferrero USA, ein Ableger der italienischen Ferrero-Gruppe, "bestimmte Marketing-Äußerungen zu Nutella zu ändern". Auch sollten die Informationen über Zutaten und Nährwerte in Zukunft "detaillierter" angegeben werden.

Die im kalifornischen San Diego lebende Athena Hohenberg, Mutter eines Kindes, hatte im Februar 2011 geklagt, weil Ferrero den süßen Brotaufstrich als "Beispiel für ein ausgewogenes und schmackhaftes Frühstück" sowie als "gesünder" darstelle, als er in Wirklichkeit sei. Sie sei "schockiert" gewesen, als sie erfuhr, dass Nutella "nicht gesund", sondern kaum besser als Süßigkeiten sei, noch dazu habe es einen "gefährlich" hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, hieß es in der Klageschrift laut Nachrichtenagentur AFP weiter.

Die geplante Rückzahlaktion gilt nur für die USA. Am 9. Juli müssen noch Bezirksgerichte in Kalifornien und New Jersey ihre Zustimmung zu der Einigung geben. Nutella wird in mehr als 100 Ländern weltweit verkauft. Der Brotaufstrich wurde 1944 von Pietro Ferrero im norditalienischen Alba erfunden, er enthält vor allem Zucker, Palmöl, Haselnüsse, Kakao und fettarme Milch.

In Deutschland musste Ferrero im November 2011 nach einem Gerichtsurteil wegen eines ähnlichen Vorwurfs ein irreführendes Nutella-Etikett ändern. Beim Einkauf könne demnach der Eindruck entstehen, dass die Nuss-Nougat-Creme wenig Fett, aber viele Vitamine enthält, entschied im vergangenen Jahr das Oberlandesgericht Frankfurt am Main.

bos/AFP

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insgesamt 60 Beiträge
Flari 28.04.2012
Es geht also quasi doppelt um Peanuts.. *gg
Zitat von sysopIn den USA haben Verbraucher erfolgreich gegen Ferrero geklagt. Eine Mutter hatte dem Unternehmen irreführende Werbung vorgeworfen. Sie zeigte sich "schockiert", Nutella sei ja gar "nicht gesund". Für die Entschädigung stellt der Konzern drei Millionen Dollar zurück - und will sein Marketing ändern. Entschädigung nach US-Sammelklage: Ferrero stellt drei Millionen Dollar bereit - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,830422,00.html)
Es geht also quasi doppelt um Peanuts.. *gg
Montanabear 28.04.2012
Das ist doch einmal eine erfreuliche Nachricht. Der Konzern will sein Marketing aendern. Wirklich erfreulich. Wollen wir hoffen, dass diese Leute, die da einen Pausensnack auf Pappe herstellen, auch bald aufhoeren muessen mit [...]
Zitat von sysopIn den USA haben Verbraucher erfolgreich gegen Ferrero geklagt. Eine Mutter hatte dem Unternehmen irreführende Werbung vorgeworfen. Sie zeigte sich "schockiert", Nutella sei ja gar "nicht gesund". Für die Entschädigung stellt der Konzern drei Millionen Dollar zurück - und will sein Marketing ändern. Entschädigung nach US-Klage: Ferrero stellt drei Millionen Dollar bereit - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,830422,00.html)
Das ist doch einmal eine erfreuliche Nachricht. Der Konzern will sein Marketing aendern. Wirklich erfreulich. Wollen wir hoffen, dass diese Leute, die da einen Pausensnack auf Pappe herstellen, auch bald aufhoeren muessen mit der Suggestion, dass das besser schmeckt als Mamis Pausenbrot.
verdun1916 28.04.2012
Wie bescheuert und weltfremd muss man eigentlich sein, um als Verbraucher erst im Nachhinein festzustellen, dass der klebrige Fett-Zuckeraufstrich am Ende doch nicht gesund ist? Für soviel Doofheit gibt's jetzt noch 'ne [...]
Wie bescheuert und weltfremd muss man eigentlich sein, um als Verbraucher erst im Nachhinein festzustellen, dass der klebrige Fett-Zuckeraufstrich am Ende doch nicht gesund ist? Für soviel Doofheit gibt's jetzt noch 'ne finanzielle Entschädigung... Man fasst es kaum!
Ragnarrök 28.04.2012
eine gute Sache! Dann fange ich an zu sparen um so ziemlich sämtliche deutsche Politiker zu verklagen!
eine gute Sache! Dann fange ich an zu sparen um so ziemlich sämtliche deutsche Politiker zu verklagen!
sven17 28.04.2012
Große Überraschung wirklich. Eine Schokocreme ist nicht unbedingt das gesündeste am morgen. Da bleibt nur die Frage wen die Mutter als nächstes verklagt. Kellogs vielleicht?
Große Überraschung wirklich. Eine Schokocreme ist nicht unbedingt das gesündeste am morgen. Da bleibt nur die Frage wen die Mutter als nächstes verklagt. Kellogs vielleicht?
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  • Samstag, 28.04.2012 – 22:33 Uhr
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Nährwertkennzeichnung
Zwischen Industrie, Politik, Gesundheitsexperten und Verbraucherschützern wird seit langem erbittert über die Nährwertkennzeichnung gestritten: Gesundheitsexperten und Verbraucherorganisationen fordern eine farbliche Kennzeichnung der Inhaltsstoffe nach einem Ampelsystem. Mit den Farben grün (niedrig), gelb (mittel) und rot (hoch) soll dem Verbraucher einfach und schnell signalisiert werden, was er isst. Die Lebensmittelindustrie lehnt dieses System jedoch ab - weil es bestimmte Lebensmittel diskriminiere. Sie hat sich stattdessen auf das sogenannte GDA-System (Guideline daily amount) verständigt, das den Nährwert bezogen auf Portionsgrößen angibt. Die aber sind laut Kritikern so willkürlich gewählt, dass sie den Vergleich schwierig machen. Außerdem geht das GDA-System von unrealistischen Portionsgrößen aus: So empfehlen sie etwa eine halbe Tiefkühlpizza oder eine winzige Handvoll von 25 Gramm bei Erdnüssen. Im Juni 2010 hat das EU-Parlament die Einführung einer europaweiten Ampelkennzeichnung abgelehnt.





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