Gewinnwarnung und Tod des Ex-Chefs Fiat-Aktie bricht um mehr als zehn Prozent ein

Nach der traurigen Nachricht vom Tod des Ex-Fiat-Chrysler-Chefs Sergio Marchionne hat der Autohersteller weitere schlechte Nachrichten: Nach einer Gewinnwarnung sackte die Aktie des Unternehmens ab.

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Der US-italienische Autohersteller Fiat Chrysler (FCA) hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt. An der Mailänder Börse brach der Aktienkurs des Autoherstellers um mehr als zehn Prozent ein.

Der Umsatz werde 2018 bei 115 bis 118 Milliarden Euro erwartet, teilte das Unternehmen mit. Bisher waren 125 Milliarden Euro angepeilt. Als einen Grund nannte der Konzern Probleme mit chinesischen Importzöllen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) werde zwischen 7,5 und 8 Milliarden Euro liegen statt bei mehr als 8,7 Milliarden Euro. Beim bereinigten Nettogewinn will Fiat allerdings nach wie vor einen Wert von rund fünf Milliarden Euro erreichen.

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 28,99 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis gab allerdings um elf Prozent nach auf knapp 1,66 Milliarden Euro und lag damit unter den Erwartungen der Analysten. Die Folgen der angekündigten höheren Einfuhrabgaben auf Autos aus US-Produktion belasteten bereits die Ergebnisse in China. Der Absatz des Konzerns dort entwickelte sich enttäuschend, hieß es.

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Sergio Marchionne: Der Draufgänger

Überschattet wurde die Präsentation der Quartalszahlen von der Nachricht vom Tod des langjährigen Konzernchefs Sergio Marchionne. Er war vor 14 Jahren an die Spitze von Fiat gerückt und hatte die italienische Marke vor dem Aus gerettet.

Fünf Jahre später übernahm er den insolventen US-Autobauer Chrysler, den er später zu einer Ertragsstütze des Konzerns machte. Am Wochenende wurde Marchionne als Vorstandschef abgelöst, nachdem bei einer Operation Komplikationen aufgetreten waren und sich sein Gesundheitszustand überraschend verschlechtert hatte.

brt/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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kenterziege 25.07.2018
1. Marchionnne hat etwas zusammengebaut, was nur er konnte
Er war vertraut mit der amerikanischen Industrie und kannte Fiat. In diesem ganz schwachen Moment von Chrysler, als niemand mehr einen Pfifferling für diesen Laden geben wollte, hat er mit dem allerletzten Tafelsilber von Fiat zugeschlagen. Das war sein Werk und ohne ihn wäre soetwas nie zu Stande gekommen. Bisher hat die Konstruktion überlebt, weil sich der US-Automarkt erholt hat und die Pensionslasten von Chrysler genommen wurden. Bei allem unternehmerischen Genie von Marchionne: FCA lebt von der Substanz. Nichts ist neu entwickelt. Die Modelle sind alle alt und nur äußerlich aufgehübscht. Alles, was das fahren in Zukunft ausmacht, ist bei FCA nicht vorhanden: Connectivty, Fahrassisteten, alternative Antriebe.... Wo sollen die Milliarden dafür herkommen? FCA hat nicht die erforderliche Größe, um zu überleben. So ein paar zugkräftige Marken, wie Alfa und Jeep werden sicher verkauft. Um den Rest kann sich Trump kümmern, der doch die US-Industrie zur einstigen Größe zurückführen will.
Hamberliner 30.07.2018
2. Gewinnwarnung
Bevor jemand auf den zwischen den Zeilen transportierte Rat herainfällt, man könne sein Vermögen schützen indem man immer fleißig Nachrichten liest: Aktienkurse stürzen niemals NACH einer Gewinnwarnung ab, sondern immer spätestens GLEICHZEITIG mit dieser. Vielleicht nicht aus der Sicht professioneller Algorithmen auf Hochleistungsrechnern irgendwelcher Banken, aber aus der Sicht eines Menschen, aus der Sicht von Otto Normalanleger. Dass so viele dennoch zum völlig falschen Zeitpunkt verkaufen, nämlich wenn es zu spät ist, das ist auch nicht Folge des Absturzes, sondern Ursache.
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