Fehler bei Rückrufen Fiat Chrysler muss Rekordstrafe zahlen

105 Millionen Dollar - so viel wie Fiat Chrysler musste noch kein Autohersteller als Strafe für Fehler bei Rückrufaktionen bezahlen. Es dürfte aber noch viel teurer werden für den italienisch-amerikanischen Autobauer.

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne: Autokonzern muss Fahrzeuge zurückkaufen
AP/dpa

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne: Autokonzern muss Fahrzeuge zurückkaufen


Der Autokonzern Fiat Chrysler Chart zeigen muss wegen Fehlern bei Rückrufaktionen von Fahrzeugen eine Rekordstrafe an die US-Regierung zahlen. Sie belaufe sich auf 105 Millionen Dollar (rund 95 Millionen Euro), teilte die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA mit.

Es sei die höchste Strafe, die die Behörde bisher verhängt habe. Die Behörde war der Frage nachgegangen, ob das Unternehmen verspätet auf Sicherheitsmängel reagiert hatte. In einer Anhörung hatte die Behörde dem italienisch-amerikanischen Autohersteller unter anderem vorgeworfen, seine Kunden nicht rechtzeitig über Rückrufaktionen informiert zu haben.

Zusätzlich zur Geldstrafe müsse Fiat Chrysler mehr als eine halbe Million Fahrzeuge wegen defekter Bauteile, die zu einem Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug führen können, zurückkaufen. Diese Auflage wird den Autohersteller voraussichtlich mehrere hundert Millionen Dollar kosten. Außerdem muss der Konzern den Angaben zufolge einen von der Verkehrssicherheitsbehörde zugelassenen Kontrolleur einstellen.

Insgesamt zog der Konzern durch die Einigung mit der Sicherheitsbehörde einen Schlussstrich unter die Rechtsstreitigkeiten wegen rund zwei Dutzend strittiger Rückrufe. Fiat Chrysler hatte erst jüngst Millionen Fahrzeuge wegen unterschiedlicher Mängel zurückbeordert. So orderte man 1,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten, nachdem es zwei Hackern gelungen war, Funktionen eines Jeep Cherokee aus der Ferne zu kontrollieren.

ade/dpa/AP

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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
o.b.server 27.07.2015
1. Imageschaden
Der Imageschaden dürfte kaum zu beziffern sein. FIAT hatte in USA noch nie einen guten Ruf (Fix it againe Tony).
fatherted98 27.07.2015
2. Wenn das...
...in Deutschland einem Autobauer passiert wäre...gabe es ein läpisches Rückrufschreiben und mit viel Glück ne Kostenübernahme für die Reparatur...falls es sich nicht reparieren ließe...wäre es auf jeden Fall Schuld des Kunden!
nic 27.07.2015
3. Funktionen eines Jeep Cherokee aus der Ferne zu kontrollieren.
Man kann gespannt sein was passiert, wenn Daimlers selbstfahrende LKW unterwegs sind.
spon-1280943165745 27.07.2015
4. Auch das muss gesagt werden trotz US-Bashing
Man kann von den US-Behörden durchaus eine schlechte Meinung haben, aber in der Verfolgung von Verfehlungen sind sie, nach allem was man hört und liest, egal ob Bankenaufsicht, FDA oder eben KFZ-Sicherheit sehr konsequent. Wobei es noch interessant wäre wie das im Wiederholungsfall abgestraft wird. Verdoppelt sich dann die Strafe, schlecht wäre das nicht.
na,na,na 27.07.2015
5. Auch so kann man seinen maroden Haushalt sanieren.
Die USA sollten nicht überall zündeln und Kriege anfangen, dann bleiben ihnen genug Dollars um ihren Haushalt wieder auf Vordermann zu bringen. Dann brauchen sie auch kein TTIP um die EU-Zone zu plündern.
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